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Augen ohne Gesicht

Info

OT: 
Les Yeux sans Visage
AT:
Occhi senza Volto (I)
Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff
(oh Mann!)
Das Schreckenshaus des Dr. Génessier

Jahr: F/I 1959
R:
Georges Franju
B:
Pierre Boileau, Thomas Narcejac, Jean Redon, Claude Sautet, Pierre Gascar
K:
Eugen Schüfftan („Eugen Shuftan“)
M:
Maurice Jarre
D:
Pierre Brasseur, Alida Valli, Edith Scob, Alexandre Rignault

Quelle: TV (NDR)

 

Inhalt

Professor Génessier (Pierre Brasseur) leitet eine kleine Privatklinik und forscht auf dem Gebiet der Gesichts-Transplantation. Befeuert werden seine Gesichtsbasteleien vor allem durch seine wissenschaftlichen Ambitionen, obwohl er einen persönlichen Aspekt vorschiebt: Aufgrund eines von ihm verschuldeten Autounfalls nämlich muss seine nun völlig entstellte und offiziell für tot erklärte Tochter Christiane (Edith Scob) mit einer Gesichtsmaske herumlaufen. Da bei den Operationen so einiges schief laufen kann und tut, benötigt Génessier immer wieder weibliche „Gesichtsspender“ mit gleichen Proportionen wie Christiane. Diese kommen indes in der Regel nicht freiwillig, um ihr holdes Antlitz hergeben und sei es für die Wissenschaft. Also lockt des Profs Assistentin Louisa (Alida Valli) die Auserkorenen unter Vorwänden in Génessiers Villa. Hier chloroformiert sie der Professor mit kundiger Hand, damit sie dann in einem geheimen Keller-Operationssaal ihr Gesicht verlieren können.
Die Todesfälle enden entweder in der Seine oder der geräumigen Familiengruft des Mediziners. Zwar kommt Christiane dem Treiben ihres Vaters auf die Spur; doch ist die Sehnsucht nach Wiederherstellung ihres Gesichts stärker als die Skrupel. Erst als sie zum wiederholten Mal ein transplantiertes Gesicht abstößt und sie erkennt, dass sie vor allem ein Versuchsobjekt für den Ehrgeiz ihres Vaters ist, tritt sie, lebensüberdrüssig, dessen Machenschaften entgegen.

Zitate:

„Ich mach es nach dem Abendessen; aber diesmal muss ich eine größere Partie verpflanzen. In einem Stück. Ohne Schnittstelle.“ (Na denn: Bon appétit, Msr. le professeur)

Die Kritik des Gunslingers:

Frankreichs Großmeister des Fantastischen legte mit diesem Streifen eine gelungene Mischung aus „klassischem“ Mad-Scientist-Stoff, Thriller und fantastischem Film vor.
Atmosphärisch verweist der Streifen deutlich auf das Kino der 20er- und frühen 30er-Jahre, das vor allem in Deutschland stilbildende Blüten trieb. Dies liegt zum einen an dem schönen Score von Maurice Jarre, dessen Melodieführung mich streckenweise an die musikalische Umsetzung von Stummfilm-Themen erinnert. Zweitens ist dieser Eindruck natürlich der Kameraarbeit von Eugen Schüfftan geschuldet, der u.a. mit G.W. Pabst und Fritz Lang gearbeitet hatte, bevor er 1933 Deutschland verließ. Der Streifen atmet mit seinen lichtarmen, realistischen, fast schon tristen Bildern eine düstere Stimmung. Die Shots im Inneren der großen Professoren-Villa, die lange Gänge, Treppen oder die Kelleräume mit Operationssaal und Versuchshunde-Zwinger zeigen, bringen klassische Gruselatmo.
Wahre Schockszenen gibt es kaum, doch ist die Operation der Studentin Edna (Juliette Maynel) inklusive Gesichtsabnahme schon recht drastisch dargestellt. Genauso wie das Ablösen des transplantierten Gesichts, das der Streifen als Standbilder zeigt, welche man genauso in einer wissenschaftlichen Abhandlung finden würde. Spätestens hier ist die Haupttriebfeder für die Machenschaften des Professors offengelegt und klar, dass der Vater lediglich vorgeschoben ist, um dem fanatischen Wissenschaftler eine moralische Rechtfertigung zu geben. Christiane selbst befindet sich in einem Dilemma: Sie sieht beim ersten Mal davon ab, das Opfer zu retten, selbst als sie die Möglichkeit dazu bekommt. Erst als ihr klar wird, dass es ihrem Vater nicht um die Tochter geht und er junge Frauen ausschließlich zum Selbstzweck auf dem Altar der Wissenschaft opfert, greift sie ein. Doch da ist sie bereits schuldig geworden und hat jeden Lebensmut verloren.
Der Streifen ist klasse gespielt und sicher unter den Top 20 der europäischen Gruselfilme einzuordnen.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10

 

 

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