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Bis das Blut gefriert

Info

OT: 
The Haunting

Jahr: USA/GB 1963
R: Robert Wise
B: Nelson Gidding
K: Davis Boulton
M: Humphrey Searle
D: Julie Harris, Claire Bloom, Richard Johnson, Russ Tambyln

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Das Ende des 19. Jahrhunderts in Neu-England erbaute Hill House ist eine klassische, entsprechend übel beleumundete Spuk-Butze: riesig, monströs und dazu mit einer Geschichte behaftet, die da strotzt von mysteriösen Todesfällen und Wahnsinn. Genau das Richtige also für den Anthropologen und Parapsychologen John Markway (Richard Johnson), um dem Wesen eines Spukhauses streng wissenschaftlich auf den Grund zu gehen.
Er mietet das leerstehende Haus von seiner derzeitigen Besitzerin (Fay Compton) und zieht mit Eleanor (Julie Harris) und Theodora (Claire Bloom), zwei medial veranlagten Ladies, sowie Luke (Russ Tamblyn), dem Sohn der Besitzerin, über die Semesterferien ein. Nachdem die Gruppe das defätistische Gebrabbel der Hausmeistersgattin (Rosalie Crutchley) über sich hat ergehen lassen, geht’s ans Erforschen von Spukphänomenen.
Die lassen auch nicht lange auf sich warten, und so haben die Forscher schon in der ersten Nacht Gelegenheit, tief in die Materie einzusteigen. Besonders die labile, schuldkomplexbeladene Eleanor ist bei aller Furcht vom Haus fasziniert, das ein unheimliches Eigenleben zu führen scheint. Als der Doc nach zwei Tagen und drei Nächten des Grauens das Experiment abbrechen will, scheint es zu spät zu sein.

Zitate

Mrs. Sanderson (Fay Compton): „Die Toten geben keinen Frieden in Hill House.“

Eleanor: „Es ist also noch niemand da?“ – Dudley: „Zumindest niemand, dem Sie begegnen möchten.“

„Es wartet auf mich. Bösartig, geduldig wartet es auf mich.“ (Eleanor aus dem Off)

Thea: „Es will SIE, Nell. Das Haus ruft nach IHNEN.“

Eleanor: „Oh, Gott! Wessen Hand habe ich gehalten?“

Mrs. Dudley: „Niemand hört Sie, wenn Sie Hilfe brauchen. Wenn es dunkel ist.“

Die Kritik des Gunslingers:

Tja, liebe Freunde, wenn es um Furcht geht, das Hervorrufen ebensolcher, muss ich gestehen, dass bei mir Gespenstergeschichten viel stärker wirken als noch so splattrige Mettgut-Orgien. Immer wieder muss ich in diesem Zusammenhang den formidablen „Der unheimliche Gast“ von 1944 herbeizitieren, für mich einer der gelungensten Gruselstreifen. In diese Kategorie fällt auch der klassische Spukhaus-Film „Bis das Blut gefriert“, den der gute Robert Wise nahezu perfekt in Szene setzte.
Was den Film besonders auszeichnet, ist seine Effektlosigkeit: Bis auf eine „atmende“ Tür verzichtet Wise auf den Griff in die Rummelplatzkiste. Fulminant spielt der Film mit Urängsten, die wohl Jeder kennt, der beispielsweise mal ein nicht zuzuordnendes Geräusch im dunklen Keller oder von unterm Bett hört. Ausgeklügelte Beleuchtung, hervorragende Kameraarbeit und nicht zuletzt die Geräuschkulisse, immer wieder unterstützt durch den dezenten Score, sorgen für Hochspannung und abgekaute Fingernägel *lach*. Sie machen die Angst erleb- und auf erschreckende Weise nachvollziehbar. Dazu übernimmt „Eleanor“ in weiten Teilen auch den Part der Off-Erzählerin, wodurch der Zuschauer immer auf der Höhe ist, was ihre Gefühlslage und zunehmende Besessenheit angeht.
Die Darsteller sind allesamt klasse, wenngleich Rosalie Crutchley als Hausmeisterpärchen für meinen Geschmack zu dick aufträgt. Alle Anderen, ob nun Julie Harris oder die vergleichsweise taffe Claire Bloom als beatnikhaft schwarz gewandete Thea – ihre Plünnen hat Mary Quant entworfen – machen ihre Sache ausgezeichnet. Was den Streifen angesichts seiner Entstehungszeit noch bemerkenswert macht, ist die Lesben-Komponente, die Thea ins Spiel bringt. Sie macht Eleanor immer wieder ziemlich unverhüllt Avancen, was diese in ihrer Verunsicherung schließlich sogar ausfällig werden lässt.
Einen halben Punkt erlaube ich mir allerdings abzuziehen wegen teilweise etwas ermüdender, pseudo-wissenschaftlicher Geschwätzigkeit.

Rating: $$$$+

Splatter:

0/10

 

 

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