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Haus der lachenden Fenster, Das

Info

OT: 
La Casa dalle Finestre che ridono

Jahr: I 1976
R, B:
Pupi Avati
B:
Antonio Avati
K:
Pasquale Rachini
M:
Amedeo Tommasi
D:
Lino Capolicchio, Francesca Marciano, Gianni Cavina, Pietro Brambilla

Quelle: DVD (cmvLaservision). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Mitte der 50er Jahre ereilt den jungen Restaurator Stefano (Lino Capolicchio) der Ruf in ein winziges Kaff in der Nähe von Bologna. Da sich hier der ehrgeizige Bürgermeister Solmi (Bob Tonelli) in den Kopf gesetzt hat, die an Attraktionen arme Gegend für den Tourismus zu „pimpen“, soll Stefano ein vergammeltes Märtyrer-Fresko in der etwas außerhalb liegenden Dorfkirche restaurieren.
Schöpfer des drastischen Werkes war der Maler Buono Legnani, der sich 20 Jahre zuvor offensichtlich selbst verbrannte. Ein Wahnsinniger, der mit seinen beiden Schwestern in einem wohl inzestuösen Verhältnis gelebt hatte und als „Maler des Todes“ bekannt war. Es kursieren zudem Gerüchte, dass Legani und seine Schwestern nicht nur Menschen zu okkultem Zwecke opferten, sondern auch töteten, damit der Maler die Sterbenden auf die Leinwand bannen konnte.
Bald schon ahnt Stefano, dass etwas im Busch ist in dem kleinen Ort. Erst fliegt er unter fadenscheinigen Begründungen aus seinem Hotelzimmer, um anschließend in einer alten, riesigen Villa unterzukommen, deren einzige Bewohnerin eine ans Bett gefesselte alte Lady (Pina Borione) ist. Dann ereilen ihn mysteriöse Telefonanrufe, die ihm das Niederlegen der Arbeit nahelegen, und schließlich fällt sein alter Spezi Antonio (Giulio Pizzirani) aus dem Fenster, wobei die öffentliche Lesart „Selbstmord“ mehr als fraglich ist. Und dann ist da noch der Sonderling Coppola (Gianni Cavina), Taxifahrer im Ort, der Stefanos aufkeimendes Interesse an Legnani mit haarsträubenden Geschichten anheizt. Stefano stößt immer weiter vor in eine Welt, die sich der straighte Städter bisher nicht mal zu träumen wagte.

Zitate:

Stefano: „Nur ein wahrer Künstler kann den Tod einen so tiefgründigen Sinn verleihen.“

Coppola: „Sie gehören zur neugierigen Sorte, hm? Ich kenne einen Ort, wo Neugierige wie Sie schon den Verstand verloren haben.“

Die Kritik des Gunslingers:

Pupi Avatis Streifen ist schwer einzuordnen. Thriller oder Horrorfilm? Beide Schubladen werden dem Werk auf ihre Art gerecht. Letztlich ist die Basis dieses sämigen Sößchens allerdings reiner Horror.
Dafür steht zum Beispiel das drastische Intro, das zeigt, wie ein junger Typ mit Messern zu Tode malträtiert wird. Es könnte derselbe sein, der auf dem zu restaurierenden Fresko als mit Messern durchbohrter Sebastian zu sehen ist. Die unheimlichen Häuser, einmal die Villa, dann das Titel gebende „Haus der lachenden Fenster“ – die ehemalige Butze Legnanis und seiner Schwestern – sind fast reine Gotik, die oft subjektiv eingesetzte Kamera vermittelt immer das Gefühl einer versteckt lauernden Bedrohung. Bedrohlich wirkt auch der eigentlich total öde Ort, den die Kamera teilweise einfängt wie Venedig: bröselnde Barockbauten und –brücken an einem Fluss, nachts gerne malerisch vernebelt. Hier schließt sich der Kreis zum tatsächlich in Venedig spielenden Klassiker „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, der auch vom Setting – Restaurator arbeitet in Kirche einer fremder Stadt – und den bizarren Charakteren vielleicht Pate stand.
Würzende Elemente sind auch der Paranoia-Thriller sowie der Giallo. So gerät der etwas naiv zu Werk gehende Stefano bei seinen Nachforschungen immer mehr in eine Isolation. Dazu bei trägt aber auch die so verschrobene wie verschworene Dorfgemeinschaft, was mich wiederum entfernt an Mafia-Filme erinnerte. Leichen und Gräber verschwinden, gemetzelt wird mit der bloßen Hand, aufschlussreiche Tonbänder werden gelöscht, das Fresko, das tatsächlich mehr oder weniger deutliche Hinweise auf den Maler enthält, fällt einem Säureanschlag zum Opfer. Bald ist fast niemandem mehr zu trauen, und selbst Stefanos Geliebte, die Lehrerin Francesca (Francesca Marciano), zieht der Film in Zweifel.
Überhaupt verströmt der Streifen trotz der sattgrünen Landschaft die ganze Zeit eine Atmo aus Verfall – vom verseuchten Fluss bis zu den Gebäuden – Bedrohung und Wahnsinn. Sehr unheimlich, was auch das langsame Tempo des Films nicht dämpfen kann.

Rating: $$$$$-

Splatter:

3/10

 

 

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