Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Info

OT: 
The last House on the Left
AT:

Das letzte Haus links
Mondo brutale (D)
Grim Company
Krug & Company
Night of Vengeance
Sex Crime of the Century

Jahr: USA 1972
R: Wes Craven
B: Wes Craven
K: Victor Hurwitz
M: David Alexander Hess
D: David A. Hess, Fred Lincoln, Cynthia Carr, Richard Towers (“Gaylord St. James”)

Quelle: DVD (KSM / Laser Paradise)

 

Inhalt

Achtung, möglicherweise Spoiler ;-)
Am Vorabend ihres 17. Geburtstages will’s das behütete Arzttöchterlein Mari Collingwood („Sandra Cassell“) so richtig krachen lassen: Zusammen mit ihrer Busenfreundin Phyllis (Lucy Grantham) macht sie sich auf ins nahe New York, um dort einem Gig der Band „Bloodlust“ beizuwohnen. Doch „Bloodlust“ erleben die Mädels nicht akustisch, wohl aber bald körperlich: Bei der Suche nach was Nettem zu Kiffen, geraten die Beiden in den Unterschlupf der frisch getürmten Knackis Krug (David Hess) und „Weasel“ (Fred Lincoln), beides ausgesuchte Perversos vor dem Herrn. Zusammen mit Krugs Junkie-Sohn Junior (Marc Sheffler) und der gemeinsamen „Freundin“ Sadie (Jeramie Rain) wartet man hier auf eine günstige Gelegenheit, in Richtung Kanada zu türmen. Nun nutzt man die Ankunft der Überraschungsgäste für eine zünftige „Party“.
Am nächsten Morgen geht’s dann raus aufs Land, einen Trip, den Mari und Phyllis betäubt im Kofferraum des Fluchtwagens unternehmen. Die Karre bleibt dann zufallsbedingt direkt vor dem Anwesen von Maris Eltern (Cynthia Carr, Gaylord St. James) liegen. Im nahe gelegenen Forst geht’s nun erst einmal den Mädels an Wäsche und Leben, bevor sich die Killer des Abends bei den gastfreundlichen Collingwoods einnisten - mit Hilfe der üblichen Pannen-Telefon-Geschichte. Pikant: Beide Seiten ahnen nicht, mit wem sie es jeweils zu tun haben. Als es dann soweit ist, rückt man sich mit dem bewährten Dreiklang Schrot – Kettensäge – Klinge auf den Pelz.

Zitate

„Ich kann sie mir ja weg fummeln lassen.“ (Mari reagiert auf Vatterns Kritik an sichtbaren Nippeln unterm T-Shirt)

Sheriff (Marshall Anker): „Die jungen Dinger haben manchmal Überdruck in der Bluse. Die lässt sicher nur ein bisschen Dampf ab.“ (Feinfühliges Beruhigen der besorgten Eltern)

Die Kritik des Gunslingers:

Wes Cravens erster größerer Erfolg bahnte den sogenannten „Rape & Revenge“-Filmen den Weg, also Werken, in denen – vereinfacht gesagt - ein Opfer respektive dessen Sachwalter den Tätern kräftig einschenkt. Dementsprechend rustikal geht es selbst in den geschnittenen Fassungen dieses Streifens zu Sache.
Stärker als die physische Gewalt, die vor allem im Off stattfindet, beeindruckt allerdings die psychische. So durchzieht den Streifen in weiten Teilen eine Stimmung der Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Unmenschlichkeit. So unterhalten sich „Weasel“ und Krug während der Fahrt mit Mari und Phyllis im Kofferraum über die bestialischsten Sexualmorde, während Krug gleichzeitig mit Sadie knattert. Besonders heftig habe ich die vergeblichen Fluchtversuche der beiden Mädchen empfunden: Beide schaffen es fast, doch schon im Angesicht der möglichen Rettung – Mari in Reichweite ihres Elternhause, Phyllis am Rande des vielbefahrenen Highways - metzeln die Gangster sie nieder. Sehr irritierend ist dabei der Score von Hauptdarsteller David Hess, der selbst in einigen wüsten Szenen einen leichten Country-Swing anbietet. Hess war als Songwriter übrigens schon ein alter Hase: So stammen aus seiner Feder unter anderem Hits wie „All shook up“ oder „Speedy Gonzales“. Fred Lincoln tummelt sich bereits seit 40 Jahren hauptamtlich im Hard- und Softcore-Bereich.
Bizarr, wenn auch durchaus gelungen, sind die Figuren des verfressenen Sheriffs und seines unterbelichteten Deputies (Martin Kove), die für entschärfende Comedy zuständig sind: Phasenweise kommen die rüber wie Wiedergänger von Stan und Ollie. Ansonsten ist der Streifen knochenernst mit überzeugenden Darstellern. Allen voran Hess als vertierter Bandenchef: Ganz klasse die Szene, in der er seinen Sohn in den Selbstmord treibt. Produziert hat Cravens Spezi Sean S. Cunningham. Wes Craven war im Gegenzug unter anderem bei Cunninghams Durchbruch „Freitag, der 13.“ beteiligt.

Rating: $$$$

Splatter:

5/10