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Info

OT:
Lisa e il Diavolo
 

AT:
El Diablo se lleva a los Muertos (SP)

 Jahr: I/SP/D 1972
R, B: Mario Bava
B: Alberto Leone
K: Cecilio Paniagua
M: Carlo Savina:
D: Elke Sommer, Telly Savalas, Alessio Orano, Alida Valli

 Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Als Teil einer Reisegruppe besichtigt Lisa Reiner (Elke Sommer) eine spanische Stadt. Vor einem mittelalterlichen Fresko, das den Teufel darstellt, kriegt Lisa auf einmal Hummeln im Hintern. Sie seilt sich ab und landet in einem Antiquitätengeschäft, dessen einziger Kunde (Telly Savalas) frappierende Ähnlichkeit mit dem Teufel auf dem Bild aufweist.
Irritiert verlässt Lisa den Laden und findet die Stadt und ihre Einwohner seltsam verändert vor. Zudem ist ihre Reisegruppe verschwunden. Nachdem sie Stunden orientierungslos und zunehmend verzweifelt durch die fremden Straßen geirrt ist, wird’s allmählich dunkel. Aber dann scheint ihr doch noch das Glück zu lachen: Das reiche Ehepaar Lehar (Sylva Koscina, Eduardo Fajardo), unterwegs im von Chauffeur George (Gabriele Tinti) gelenkten 1920er-Jahre-Packard, gabelt Lisa auf.
Doch die Karre macht die Grätsche: Vor einer riesigen hochherrschaftlichen Villa streikt das Kühlsystem. Rièn ne va plus. Bewohnt wird der Prachtbau von einer blinden Gräfin (Alida Valli), ihrem wunderlichen Sprössling Massimiliano (Alessio Orano), dessen Mutterkomplex noch sein kleinstes Problem ist, sowie Diener Leandro, eben jenem Kunden aus dem Antiquitätengeschäft. Die Gestrandeten finden trotz Widerstrebens der Gräfin Einlass. Der Beginn alptraumhafter Ereignisse.

Zitate

Gräfin: „Ich sagte, Sie sollten gehen. Aber jetzt ist es zu spät.“

Die Kritik des Gunslingers:

Hm, schon allein die Inhaltsangabe zu diesem Streifen bringt uns nicht viel weiter. Eine straighte Handlung liegt im engeren Sinnen nämlich kaum vor. Der Film, aus dem Produzent Alberto Leone übrigens ein Jahr später die Exorzistenmär „Der Teuflische“ zusammenschneiden ließ, ist pure Alptraum-Atmosphäre. Realität und Traum, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einem fast unauflösbaren Wirbel aus Farben und Eindrücken, die viel Platz für Interpretation lassen.
Mit Betreten des Antiquitätenladens verliert nicht nur Lisa, sondern auch der geneigte Zuseher zunehmend die Bodenhaftung. Ähnlich eines Trips, der allmählich erst seine Wirkung in der Blutbahn entfaltet, wenn ich das an dieser Stelle mal so sagen darf (Zwinkern). Aus der quirligen Stadt ist ein ausgestorbenes, fast mittelalterliches Städtchen geworden, durch dessen Mauern ein unheilvolles Lachen wabert und surreale Erlebnisse Lisa die Erdung rauben. Als dann auch noch die Lehars in ihrem antiquierten Automobil angeschnurrt kommen, hat man die Gewissheit, mit Lisa einem Zeitsprung beigewohnt zu haben. Traumsequenzen und Visionen verstärken diesen Eindruck.
Lisa scheint Elena zu sein, der sie frappierend ähnelt. Wiedergeboren? In einer anderen Zeit? Elena wiederum war dereinst das Gspusi von Massimo, die sich ob seiner Impotenz seinem Stiefvater Carlo (Espartaco Santoni) zugewendet hatte, was beiden nicht gut bekam (Zwinkern). Wohl schon länger her. Seitdem schützt Mama den labilen Sohnemann. Mittendrin zieht Leandro seine Fäden. Der Teufel? Vielleicht. Auf jeden Fall ein Puppenbastler, Butler, Aufräumer und Mittler zwischen gestern und heute.
Optisch spielt der Streifen in der höchsten Liga. Neben den – typisch Bava – farbknallenden Goth-Sets, sind’s die Andeutungen, die hier Spaß machen. Die Knatterei zwischen Sophia Lehar und George, deren Beginn wir über den blitzeblank polierten Deckel eines Zigarettenetuis sehen. Verzerrt natürlich und damit die späteren Verwerfungen anscheinend bereits andeutend. Überhaupt sind Spiegelungen eines der wiederkehrenden Motive. Zeichen für das Vorhandensein einer Parallelwelt, für Gut und Böse. Ebenso tauchen immer wieder kaputte Uhren auf, ohne Zeiger, die fehlende Zeit. Und Puppen sind ja ebenfalls beliebt im einschlägigen Genrekino.
Der Cast ist klasse, allen voran Telly Savalas, der hier zum ersten Mal seinen später zum „Kult“ gewordenen Lolly-Tick vorführt. Der feine Score von Savina, ergänzt die genreüblichen Italohorror-Elemente, wie mal sphärische, mal sperrige Orgel- und Orchesterpassagen, um klassisch-spanische Motive. Für Horrorgeeks nicht unbedingt empfehlenswert, für uns fast die Höchstnote wert.

Rating: $$$$$-

Splatter:

3/10