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Soft for Digging

Info

OT: 
Soft for Digging

Jahr: USA 2001
R, B: JT Petty
K: Patrick McGraw
M: Sophocles Papavasilopopoulos, James Wolcott
D: Edmond Mercier, Sarah Ingerson, Andrew Hewitt, Wayne Nickel

Quelle: DVD (New KSM / EuroVideo)

 

Inhalt

Der olle Virgil Manoven (Edmond Mercier), ein etwas verschrobener alter Kauz, lebt samt Kater in einer Holzbutze direkt am Waldesrand. Eines Morgens entwischt der Stubentiger in den nahen Forst, und Virgil macht sich noch im Bademantel und mit dampfender Frühstückstee-Tasse in der Faust auf die aussichtslose Suche. Auf einer Lichtung entdeckt er ein Auto, dem ein Mann (Andrew Hewitt), ein kleines Mädchen (Sarah Ingerson) und ein toter Hund in Decke entsteigen zwecks Beerdigung des letzteren. Kurz verliert Virgil das seltsame Gespann aus den Augen; als er ihrer wieder gewahr wird, muss er sehen, wie der Mann das Kind erdrosselt. Die eiligst herbeigerufenen Bullen und ein Suchtrupp werden leider nicht fündig bei der kurz darauf eingeleiteten Suche nach Mörder und Opfer.
Nachdem rund ein Jahr ins Land gegangen ist, stolpert Virgil bei einem Waldspaziergang über die verscharrte Leiche der Kleinen, die ihn direkt anherrscht, sie zu ihrem Mörder zu bringen. Überflüssig zu sagen, dass die von Virgil in Panik wieder alarmierten Polizisten auch diesmal nichts finden – der Körper ist verschwunden - und ihm im Anschluss einen Prospekt für ein kirchliches „Betreutes-Wohnen“-Projekt da lassen. Fortan wird der alte Mann von Alpträumen und Visionen geplagt, die ihn immer wieder den Mord aus der Perspektive des kleinen Mädchens durchleben lassen und ihm Bilder aus der Vergangenheit des Opfers zeigen, die ihm immer mehr Details enthüllen.
Zweifelnd an seinem Verstand, blättert er doch im ursprünglich achtlos zur Seite gelegten Altersheim-Prospekt und entdeckt dort schließlich Fotos eines Waisenhauses des gleichen kirchlichen Trägers: Genau dieser Bau tauchte immer wieder in seinen Träumen auf. Virgil macht sich in seinem alten Volvo auf den Weg.

Die Kritik des Gunslingers:

Dieser Low-Budget-Horror-Flick um satanische Besessenheit schafft das, woran der stilistisch nicht ganz unähnliche „Blair Witch Project“ geschwätzig scheitert: Grauen mit geringsten Mitteln zu erzeugen. So verzichtet dieser Streifen nahezu komplett auf Dialoge. Diese finden zwar statt, etwa in Form von Telefongesprächen, doch immer, wenn gesprochen wird, zieht sich die Kamera weit zurück, verlässt den Raum, schafft eine Distanz, die es unmöglich macht, Sprache wahrzunehmen. Im ganzen Film fallen maximal vier hörbare Sätze, der erste nach rund 27 Minuten. So nutzt Regisseur Petty die allerersten vernehmbaren Wörter für seinen ersten (un)schönen Schockeffekt.
Nebenbei beschreibt der Streifen auch die Unfreuden des einsamen Alterns. Als in einer Szene Virgil, wie immer in Unterhosen und rotem Bademantel am Briefkasten steht, naht der Zeitungsjunge (Kate Petty) und stoppt, als er den Alten sieht. Virgil winkt ihm zu, doch der Junge rührt sich nicht. Als der Mann resignierend ins Haus gegangen ist, muss er durchs Fenster beobachten, wie der Junge weiterfährt und ihm die Zeitung an den Briefkasten feuert.
Der Film ist in Kapitel strukturiert, die anfangs noch Titel tragen und so an die entsprechenden Schrift-Tafeln in den alten Stummfilmen erinnern. Später findet der Kapitelwechsel nur noch in Form von Schwarzblenden statt.
Die wirklichen Schockeffekte sind rar gesät, doch dafür umso wirksamer, und sie pushen die ohnehin unangenehme Atmosphäre, die der Film über seine gesamte Laufzeit hält. Dazu passt der neo-klassische Score, eingespielt durch ein kleines Ensemble. Mit Ausnahme der Darsteller der beiden Bullen, griff der hauptamtliche Drehbuchautor J.T. Petty (u.a. Splinter Cell, Batman begins) beim Rest auf Film-Novizen zurück, die ihre Sache ausnahmslos gut machen. Jeremy Saulnier, der hier für die SFX verantwortlich zeichnete, drehte 2007 als Regisseur und Kameramann den gelungenen „Murder Party“.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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