Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Tarantula

Info

OT:
Tarantula

Jahr: USA 1955
R: Jack Arnold (auch Idee)
B: Robert M. Fresco, Martin Berkeley
K: George Robinson
M: Herman Stein (nicht kreditiert)
D: John Agar, Leo G. Carroll, Mara Corday, Nestor Paiva

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Mit grotesken Verwachsungen im Gesicht landet der Biologe Jacobs (Eddie Parker) im Leichenschauhaus von Desert Rock, Arizona. Dorfarzt Matt Hastings (John Agar) erinnert das Krankheitsbild an Akromegalie, Riesenwuchs, das sich allerdings erst nach Jahren ausprägt; Jacobs war aber ein paar Wochen zuvor noch kerngesund. Das Misstrauen des Docs ist endgültig erwacht, als Jacobs’ Kollege, Professor Deemer (Leo G. Carroll), eine Obduktion verweigert und auf rasche Beerdigung besteht.
Die beiden Forscher schwiemelten seit Jahren in einem abgelegenen Wüstenlabor an einer synthetischen Nährlösung unter Zuhülfenahme radioaktiver Isotope wider die zu erwartenden Welthungerprobleme. Leider entpuppt sich der Sud als höchst instabil: Bei Tieren führt er entweder zu sofortigem Ableben oder aber zu unkontrollierbarem Riesenwuchs. Menschen sterben nach einer Woche mit Akromegalie-artigen Symptomen.
Unter eben diesen leidet nach einem Selbstversuch auch Paul, Deemers Laborant (Eddie Parker). Der ist darob ziemlich sauer und kann seinem Chef eine Spritze mit Nährsuppe in den Arm jagen; das Labor wird durch das Handgemenge verwüstet. In dem Getümmel entkommt unerkannt eine serumgepäppelte Riesentarantel, die bald, güterzuggroß, durch Überfälle auf Mensch und Tier den gröbsten Appetit stillen muss.
Als Doc Hastings und Stephanie Clayton (Mara Corday), des Profs neue Laborantin, erkennen, was Ambach ist, kann nur noch schweres Geschütz helfen.

Zitate

Prof. Deemer: „Die Geschichte der Medizin ist die Geschichte des Unmöglichen.“

Spinnenfachmann: „Ihre Kiefer sind so kräftig, dass sie damit den Finger eines Mannes durchbeißen können.“ (Hier geht’s wohlgemerkt nur um Taranteln in Normalgröße)

„Wird ’ne unruhige Nacht werden.“ (Opfer 3 zu Opfer 4)

Sheriff (Nestor Paiva): „Vielleicht können wir sie mit Dynamit aufhalten?“ – Hastings: „Yeah. Dynamit könnte helfen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Jack Arnold, einer der fähigsten Regisseure des US-amerikanischen B-Horrors, legte mit „Tarantula“ einen DER Tierhorror-Monster-Klassiker vor, der bis heute für Spaß in den Backen sorgt. Die irrwitzige Mixtur aus Mad-Scientist-Streifen, Science-Fiction und Monsterhorror überzeugt mit krachenden wissenschaftlichen Pseudo-Theorien, abgepudert mit etwas Wissenschaftskritik und jeder Menge Kalter-Kriegs-Atmo.
Die Spinne ist gut inszeniert: Wie es auch unser Trash-Kultregisseur Bert I. Gordon in seinen Horror-Flicks immer wieder gerne und grob praktizierte, ist die Riesentarantel auch hier mittels Rückpro ins Bild gesetzt. Nur die Detailaufnahmen von Beinen oder Kiefern wurden mithilfe von Modellen realisiert. Doch da für die Rückpros immer wieder das gleiche Rohmaterial zum Einsatz kommt, wirkt die Spinne auf die Dauer ein wenig – nun ja – unbeteiligt am Geschehen: ob sie nun ein Haus plattmacht oder durch die Air Force Napalm aufs Haupt kriegt, nie beschleunigt sie ihre Bewegungen. Das war natürlich auch Arnold bewusst, und so schont er sein Monster weitgehend bis zur Film-Mitte.
Er macht allerdings aus der Not eine Tugend, baut Spannung durch Kameraführung, Geräusche, Andeutungen auf. Lässt hier ein paar Felsen vielsagend herabdonnern, dort zwei, drei riesenhafte, haarige Beine auf- und wieder abtauchen. Dazu macht auch die Maske einen guten Job: Sie kommt vor allem bei den Mutationen der Wissenschaftler zum Einsatz, wobei Stuntman Eddie Parker budgetschonend gleich zweimal ins Gras oder besser in den Wüstensand beißt.
Clint Eastwood gehörte zu der Zeit zum Universal-Stall und hatte im gleichen Jahr im Arnold-Streifen „Die Rache des Ungeheuers“ einen seiner ersten Leinwandauftritte. Hier darf er zwar kurz als Kampfpilot erscheinen, aber die Sauerstoffmaske leider nicht abnehmen. So blieb auch dieser Auftritt erst einmal ohne weitere Folgen für ihn.
Seltsam finde ich übrigens die damals offensichtlich häufig gepflegte Praxis, die wirklichen Komponisten des Scores nicht zu kreditieren: Sie waren anscheinend so was wie Lohnschreiber in einem Pool. An ihrer Stelle trat bei Universal-Streifen, so auch hier, häufig Joseph Gershenson in Erscheinung als Leiter dieser musikalischen Abteilung.

Rating: $$$$ (Trash: $$$$)

Splatter:

1/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien