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Unheimliche Gast, Der

Info

OT: 
The Uninvited

AT:
Der ungebetene Gast

Jahr: USA 1944
R: Lewis Allen
B: Dodie Smith, Frank Partos
K: Charles Lang Jr.
M: Victor Young
D: Ray Milland, Ruth Hussey, Gail Russell, Alan Napier 

 Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Der Londoner Komponist und Musikkritiker Roderick „Rick“ Fitzgerald (Ray Milland) urlaubt mit seiner Schwester Pamela (Ruth Hussey) an der Küste Cornwalls. Bei einer Wanderung verlieben sich die Beiden in ein prächtiges, erstaunlicherweise unbewohntes und recht einsam gelegenes Herrenhaus, das zudem zum Verkauf steht. Schnell steht der Kaufentschluss fest, und als dann noch der Besitzer, der bärbeißige Commodore Beech (Donald Crisp), den Kasten geradezu zu einem Schleuderpreis vertickt, scheint alles perfekt.
Wenig begeistert, dass das Haus, ihr Elternhaus, neue Besitzer gefunden hat, ist des Commodores Nichte Stella (Gail Russell). Hier ist ihre Mutter, Beechs Tochter, 17 Jahre zuvor unter mysteriösen Umständen tödlich verunglückt, und Stella spürt eine intensive Bindung zu dem Gemäuer. Kaum sind die Fitzgeralds eingezogen, machen sich unheimliche Erscheinungen breit wie Frauenklagen bei Nacht sowie ein immer eiskaltes und extrem depressiv stimmendes Zimmer.
Während sich Stella und Rick in ein zartes Kröschen stürzen, versucht der Commodore, den Umgang mit den Fitzgeralds zu unterbinden und verbietet ihr, auch nur in die Nähe des Hauses zu kommen: Etwas Böses lauere hier auf sie. Und was soll ich sagen: Der Commodore hat leider Recht, wie Stella, die ihren eigenen Kopf hat, allmählich selbst feststellen wird.

Zitate

Commodore: „Ich hatte vor fünf Jahren Mieter, die sich beschwerten über gewisse … Vorkommnisse.“

Pam: „DAS ist jetzt unser Zuhause … Wir können hier nicht mehr weg!“

Rick: „Es gibt eine logische Erklärung.“

Commodore: „Hab endlich Angst, Stella, um Himmels Willen: Hab endlich Angst!“

Die Kritik des Gunslingers:

Der Brite Lewis Allen, der bis dahin nur einen Kurzfilm realisiert hatte, bekam von Paramount 1943 die Chance auf großes Kino. Mit seinem Langfilmdebüt „Der unheimliche Gast“ drehte Allen dann gleich seinen besten Film. Ein romantischer Horrorfilm, der bis heute einer der wohl gruseligsten Spukhausstreifen ist und das, obwohl er nahezu komplett auf Effekte verzichtet.
Im Gegensatz zu anderen, gleichgearteten Filmen bietet er uns gar nicht erst großartig natürliche Erklärungsversuche für die Phänomene an: Die Geister sind Geister. Erstaunlich ist, dass der Grusel auch heute noch funktioniert, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Und das ohne Effektegeisterbahn. Das entsetzliche Jammern, das in der Nacht durch das dunkle, riesige Gebäude streicht, Kerzen, die langsam verlöschen, eine Tür, die plötzlich zuschlägt, reichen aus, um eine Atmosphäre des Grauens zu schaffen. Das war’s aber auch schon fast mit optischen oder akustischen Beschreibungen des Geistertreibens, sieht man mal von einem Nebel als Klimax der Gespenstermanifestation ab. Ansonsten findet das Übernatürliche fast ausschließlich in Gesprächen und Gesten der Charaktere statt, die aber ausreichen, um beispielsweise die Stimmung des unheimlichen Atelierzimmers plastisch zu machen.
Der Film ist klasse fotografiert und ausgeleuchtet: Immerhin zählt Charles Lang zu den damals bekanntesten Kameraleuten Hollywoods und zeichnete unter anderem verantwortlich für die Kamera bei „Maskierte Herzen“, „Heißes Eisen“ oder „Manche mögen’s heiß“. Ebenfalls toll sind die Sets: nicht nur das weitläufige viktorianische Landhaus, sondern auch die düstere Luxus-Irrenresidenz atmen im Zusammenspiel mit der rauen Felsküste die passende Gruselatmo. Produzent Charles Brackett hat sich vor allem als Drehbuchautor einen Namen gemacht und arbeitete häufig mit Billy Wilder zusammen, etwa bei „Boulevard der Dämmerung“. Weniger schön ist es, dass die junge Gail Russell am Set dieses Films ihre Alkoholikerkarriere begann, um ihre Schüchternheit zu überwinden. Sie war übrigens die erste Frau von Guy Madison. Gail Russell starb infolge ihrer Sucht bereits 1961 mit 36 Jahren.
Warum aber, um Himmels Willen, veröffentlicht Koch den Streifen im Rahmen ihrer „Noir“-Reihe? Damit wird man beiden nicht gerecht.

Rating: $$$$$ (ein Nostalgiepunkt inklusive (wink))

Splatter:

0/10

 

 

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