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Info

OT: 
Vampyres

Jahr: SP 2015
R, B: Victor Matellana
B: José Ramón Carraz
K: Daniel Salas Alberola
M: José Ignacio Arrufat
D: Marta Flich, Christian Stamm, Véronica Polo („Veronica P. Bacorn“), Almudéna León

Quelle: DVD (Donau Film). Danke fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als Ted (Christian Stamm) irgendwo in England auf einem Forstweg eine Anhalterin (Marta Flich) mitnimmt, die sich den Fuß verknackst hat, ahnt er noch nüscht Böses. Er fährt die Gutste, Fran mit Namen, nach Hause und lässt sich als kleines Dankeschön von ihr nach allen Regeln der Kunst flachlegen. Am nächsten Morgen ist Fran verschwunden, und Ted hat eine üble Schnittwunde am Arm.
Er barmt um Hilfe bei drei Hipstern (Véronica Polo, Anthony Rotsa, Victor Vidal), die zufälligerweise auf dem Grundstück campen, in der Annahme das Haus stände leer. Doch anstatt nach der provisorischen Verarztung abzuzischen, bleibt Ted und wartet auf Fran, der er nach DER Nacht verfallen ist. Die schlägt mit einbrechender Dunkelheit auch wieder auf, verstärkt um ihre Freundin Miriam (Almudéna León) und zwei weitere Gäste, die die Beiden *hust* nach Hause gefahren haben.
Aber Fran und Miriam sind keine harmlosen Knattermäuschen, sondern Vampirinnen und dazu Nachfahren der legendären „Blutgräfin“ Elisabeth Bathory. Dementsprechend haben Gäste in der Regel nichts zu lachen und am Ende ein paar Liter Blut weniger im Leibe, denn der Durst der Freundinnen ist gewaltig. Ausnahme ist Ted, an dem Fran als Spielzeug Gefallen gefunden hat und den sie daher in vergleichsweise homöopathischen Dosen anzapft. Aber die Zeit der Spiele ist vorbei, als die Gartenhipster und der durch Knattern und Saugen bereits arg geschwächte Loverboy dem Geheimnis unserer lasterhaften Vampirinnen allmählich drauf kommen.

Zitate

Harriet (Véronica Polo): „Scheiße, kein Empfang.“ (Klassiker!)

Fran: „Das Leben ist kurz. Insbesondere deins.

Die Kritik des Gunslingers:

Anfang der 1970er-Jahre entdeckte das darbende Horrorkino lesbische Vampirinnen als Zugnummer. Vampirismus und Erotik waren ja schon seit jeher eng miteinander verbandelt, und auch die lesbische Liebe war dem Genre nicht fremd: siehe die legendäre Novelle „Carmilla“, die Joseph Sheridan Le Fanu Ende des 19. Jahrhunderts verfasste. Nun verlegte man sich aber auf handfeste Schauwerte, um das zunehmend gelangweilte Horrorpublikum wieder einzufangen. Während in England – natürlich – das Hammer-Studio führend war, hießen in Spanien und Frankreich die Vorreiter Jesús Franco und Jean Rollin.
Warum diese Einführung? Nun ja, 1974 gesellte sich auch der britisch-spanische Streifen „Vampyres“ in den Kanon, dessen Remake wir hier vorliegen haben. Da ich das Original nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob der Wiedergänger seine Berechtigung hat. Wie auch immer: Der mit erkennbar kleinem Budget gedrehte Film wirkt trotzdem alles andere als cheapo, da er nicht den Fehler macht, mit den Großen pinkeln gehen zu wollen, sondern sich seiner Limits bewusst ist.
Sets und Setting erfordern keinen großen finanziellen Aufwand: Der Streifen spielt in der Gegenwart. Schauplätze sind in erster Linie ein weitgehend leerstehendes Haus nebst üppigem Keller sowie das verwilderte Grundstück. Was dem Film abgeht, ist jede Art von eleganter Vampir-Romantik, Glamour und Untoten-Tragik, die einst Bela Lugosi begründete. Fran und Miriam sind gierig und sadistisch, sind nicht Getriebene, sondern ergötzen sich an Folter und Tod. Besonders die Kellerszenen sind reiner Terror. Statt des dezenten Halsbisses baden die Ladies in Blutfontänen, beißen ihren Opfern auch schon mal Fleischstücke aus dem gemarterten Leib. Knoblauch und Kreuz spielen genauso wenig eine Rolle wie das Tageslicht: Zwar mögen die Mädels kein grelles Sonnenlicht, aber Kutte über der Frise reicht aus, um sich auch tagsüber bewegen zu können.
Einige der Nebenrollen sind mit interessanten und wohlbekannten Gesichtern besetzt. An erster Stelle natürlich die britische Horror-Actrice Caroline Munro (z.B. „Dracula jagt Mini-Mädchen“, „Maniac“ oder die „Dr.-Phibes“-Filme) als Totenbilder sammelnde Hotelbesitzerin. Die Sense durchs Bild tragen darf das spanische Nebenrollen-Schlachtross Antonio Mayans („Die Stunde der grausamen Leichen“), gestählt in weit über 100 Genrefilm-Auftritten. Besonders häufig arbeitete er mit Jess Franco und León Klimovsky zusammen.

Rating: $$$+

Splatter:

7/10