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Info

OT: 
Roy Colt e Winchester Jack
AT:

Drei Halunken und ein Halleluja

Jahr: I 1970
R, B: Mario Bava
B: Mario Di Nardo
K: Antonio Rinaldi
M: Piero Umiliani
D: Brett Halsey, Charles Southwood, Teodoro Corra, Marilù Tolo

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

Poster, Lobbycards etc. von "3 Halunken und ein Halleluja"

 

Inhalt

Nachdem Roy Colt (Brett Halsey) in einer wüsten Schlägerei den Vorsitz über ein eher erfolgloses Banditenkollektiv an seinen Kumpel Winchester Jack (Charles Southwood) verloren hat, beschließt er, dem Loserhaufen endgültig den Rücken zu kehren. Er tritt stattdessen im Weiler Carson City in die Dienste des Bankdirektors Sammy (Giorgio Gargiullo) , dem er vorher den Arsch vor einem Killer mit Tourette-Syndrom gerettet hat.
Derweil tut sich Winchester Jack, zwischenzeitlich verstärkt um die rassige Indianermaid Manila (Marilù Tolo), mit dem russisch-orthodoxen Bandenchef Reverend (Teodoro Corra) zusammen: Die Beiden rauben Sammy eine Karte, die zu einem sagenhaften Schatz von Indianergold führt. Man teilt die Karte brüderlich in zwei Teile und geht gemeinsam auf Schatzsuche. Der entrüstete Sammy lässt Roy zum Sheriff wählen und schickt ihn den beiden Gangs hinterher. Ordre: Gold bergen und die Banditen eliminieren. Dafür händigt er Roy die richtige Karte aus, denn auf dem Wisch der Bandidos fehlt ein entscheidender Hinweis.
Roy gelingt es, mit Charme und Winken mit dem „echten“ Plan, Jack und Reverend gegeneinander auszuspielen, so dass die Zahl der Beuteberechtigten deutlich in den einstelligen Bereich fällt. Am Ende wird es wie immer nur einen geben.

Zitate

„Habe die Ehre, ihr Arschlöcher.“ (Roys Art, leise „Servus“ zu sagen)

Jack: „Was meint er mit ‚sauberem Job’? Kann sein, dass er Spucknapfwäscher geworden ist.“

Boyler (Frederico Boido): „Sie kommen, Chef!“ – Reverend: „Glotz nicht so auf meinen Arsch, Boyler!“ – „Ich werd’ verrückt: JETZT scheißt der!“ (Stuhlgang sticht Hinterhalt. Das war doch schon immer so, liebe Freunde)

Reverend: „Ist nicht zum Aushalten, Boyler: Immer willst du schießen. Du siehst doch, dass die Herrschaften tot sind.“

Die Kritik des Gunslingers:

Letzter und eindeutig schwächerer von insgesamt zwei Bava eindeutig zuzuordnenden Western. Während der „Der Ritt nach Alamo“ auf Comedy-Elemente verzichtet, weist dieser Streifen heftige Witzeleien auf: Es wird kolportiert, dass diese direkt auf Mario Bava himself zurückgehen, weil er die ursprüngliche ernsthafte Intention des Steifens nicht für tragfähig hielt. Warum er sich als erklärter Nicht-Westernliebhaber überhaupt entschloss, diesen Western zu machen, hat sich mir nicht erschlossen. Vielleicht lag’s am auch hier deutlich schwachbrüstigen Budget, denn man sagt ja, dass die Verwaltung kleiner Etats eines der Hauptsteckenpferde Bavas beim Filmemachen war.
Nun gut, so drehte man halt in Italien und schummelte mit Matte Paintings große Landschaft auf die Leinwand, um die Kiesgrube etwas aufzuhübschen. In einigen Einstellungen mit schöner Farb-Dramaturgie wird immerhin der sogenannte „Bava-Touch“ sichtbar, weswegen an dem Streifen in erster Linie Bava-Afficionados, weniger aber Freunde der gepflegten Spaghetti-Platte ihren Spaß haben werden. Der Plot ist recht überschaubar, bietet aber auch dank der deutschen Synchro – fast meinte ich Brandts Rainer herauszuhören, war mir aber schlussendlich doch nicht sicher – ein paar Kalauer-Lacher. Der Schlägereien sind mir eindeutig zu viel, wenngleich die insgesamt gute Kameraarbeit dem eher trüben Gekeule ein paar interessante Blickwinkel abringt.
Schauspielerisch gibt’s hier keine Meriten zu gewinnen, trotz der insgesamt respektablen Besetzung. Hier machen in den Nebenrollen immerhin „Schwergewichte“ wie Frederico Boido, Giorgio Gaguillo, Franco Pesce, Bruno Corazzari oder Guido Lollobrigida ihre Aufwartung. Der Score ist eine durchwachsene Sache: Die abgearbeitete Klangfarbe reicht von Prog-Rock mit E-Gitarre, Orgel und Saxophon über seltsame Fiedeleien bis zum spaghettitypischen Trompetenmotiv.

Rating: $$$-

Bodycount:

ca. 38 Gringos

Explizite Brutalitäten:

  • Manila zwingt Jack mit vorgehaltener Kanone in ein Eisbad zu steigen zwecks Grundreinigung vor der angepeilten Knatterei
  • Der Reverend verhaut den Roy, damit er das Goldversteck aussingt
  • Nach dem Fund des Schatzes entledigt sich der Gottesmann höchst schweinös seiner verbliebenen Teilhaber

Liebe:

Manila ist nicht nur scharf auf Pennunzen, sondern auf der Suche nach einem Blöden zum Heiraten. Zu diesem Behufe schmeißt sie sich Jack, Roy und sogar dem Reverend an den Hals, was immerhin zu ein wenig verhuschter „Erotik“ – schönes Wort ;-) – führt: 2/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten:

  • Der Reverend setzt voll und ganz auf Dynamit, leidet aber unter chronischem Schüttelfrost
  • Manila führt einen Knochen mit, in den sie die Knatter-Außenstände der Herren einritzt, denn nüscht ist bekanntlich umsonst


 

 

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