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Django - nur der Colt war sein Freund

Info

OT: 
Django, spara per Primo

Jahr: I 1966
R, B:
Alberto de Martino
B:
Tito Carpi, Sandro Continenza, Vincenzo Flamini, Giovanni Simonelli
K:
Riccardo Pallottini
M:
Bruno Nicolai
D:
Roel Bos (“Glenn Saxson”), Erica Blanc, Fernando Sancho, Nando Gazzolo

Quelle: TV (ZDF)

 

Inhalt

Kopfgeldjäger Ringo (José Manuel Martin) führt blöderweise als letzte Beute ausgerechnet den Vater von Glen Garvin (Roel Bos), genannt „Django“, als Handgepäck auf dem Sattel mit sich. Sohnemann ist darob „not amused“ und tütet den Bountyhunter strafehalber ein. Aber da Väterchen ja tot immerhin 5.000 lachende Dollars wert ist, einzulösen im Weiler Silver Creek, begibt sich Django eben dorthin, um wenigstens noch abzukassieren.
Silver Creek steht unter der Fuchtel von Bankdirektor Cluster (Nando Gazzolo), dem alle nennenswerten Geschäfte im Ort gehören. Durch den Tagedieb Gordon (Fernando Sancho), der sich Django andient, erfährt dieser allerdings, dass Cluster und sein Vater Geschäftspartner waren und Daddy die Hälfte vom Ganzen gehört. Das ist Musik in den Ohren des geschäftstüchtigen Sohnemanns, der nun sein Erbe antreten möchte. Cluster, der seinerzeit das Kopfgeld auf Djangos Vater überhaupt erst ausgesetzt hat, verspürt natürlich noch immer keinerlei Lust zu teilen und will auch den lästigen neuen Partner so schnell als möglich loswerden: Erst mit Hilfe einer Abfindung, dann durch seinen Revolverschwinger Ward (Guido Lollobrigida) und schließlich, indem er versucht, Django einen Bankraub nebst Mord anzuhängen. Turbulente Zeiten also für Django, Gordon und den etwas miesepetrigen Doc (Alberto Lupo), der sich aus persönlichen Gründen zwischenzeitlich als dritter Verbündeter eingefunden hat.

Zitate:

Cluster: „Sie haben Ihren Vater also erschossen, um das Geld zu kassieren.“ – Glen: „Was trauen Sie mir zu? Sagen wir so: Ich habe ihn bereits in diesem Zustand übernommen.“

Cluster: „Mir liegt am meisten daran, dass alles streng nach dem Gesetz geht.“ (Haa! Ha!)

Die Kritik des Gunslingers:

Überdurchschnittlicher Italo von Alberto de Martino, obwohl er den schön zynischen Grundtenor der Eingangssequenz leider nicht durchhält. Das Kopfgeld für den Alten zu kassieren, um daraus auch die Beerdigungskosten zu bestreiten, ist schon ein schöner Einfall. Doch auch so schnurrt die Geschichte um das unverhoffte Erbe unterhaltsam durch.
Gestützt wird dies durch eine gut aufgelegte Schauspieler-Crew, die selbst den etwas stutzerhaften „Glen Saxson“ mit Anstand über die Strecke bringt. Auffällig sind zudem die gute Kameraarbeit, die selbst dem europäisch angehauchten Außengelände einen amerikanischen Touch verpasst, und der Score von Bruno Nicolai, der Bläser Gitarren und Perkussion zu einem schmackhaften Bolerosüppchen kombiniert, gewürzt mit Kirchenglocken und frühen Elektrosounds.
Da lässt sich auch die gemäßigte Kalauer-Synchro verschmerzen sowie die Tatsache, dass der Geschichte nach einer Stunde plötzlich die Luft ausgeht und der Film versucht, sich mit einer ausgedehnten Saloon-Schlägerei sowie einem Beziehungsnebenplot über die Runden zu bringen. Doch am Ende kriegt er noch mal die Kurve zu einem schmissigen Finale, in dem auch Luca Montefiori („George Eastman“) noch einen kurzen Gastauftritt absolviert.

Die Kritik des Sargnagels:

Überdurchschnittlich würd´ ich den Streifen nur im Handwerklichen und Darstellerischen nennen. Zu dröge wird IMO die Story von der unheiligen Partnerschaft der Altvorderen und dessen ominösem Erbe erzählt, im Mittelteil müffelt der Fuß manchmal sehr nach Schweiß. Schade, grade solche Geschichtlein, am besten noch mit ein paar Twists und einem Whodunit gewürzt, packen mich eigentlich schon, siehe "Sartana kommt."
Glen Saxson kommt wirklich nicht hölzern rüber, aber der Charakter ist einfach zu zwiespältig. Zynischer Gunslinger am Anfang, unter dem Einfluss der moralisch höchst integren Saloonbesitzerin (was ist denn das ???) wandelt er sich zur Windel. Na danke. Sorry, da werden auf Dauer dann die gut inszenierten Shootouts doch zur Farce.
Auch Alberto Lupo hätte man ruhig ein paar Fajardo´sche Fiesigkeiten angedeihen dürfen - wenigstens kratzt er das bissle Sinistre aus seinem Charakter noch heraus; ebenfalls Guido Lollobrigida, der aufgrund fehlender Möglichkeiten zur Bewährung kaum als pistolenschwingender, extraböser Edel-Kontrahent daherkommt. Fernando Sancho dagegen ist ein echter Freudenspender, der den gutmütigen Sidekick völlig ohne Peinlichkeiten mit der nötigen Prise Humor darstellt.
Wie gesagt, an den Schauspielern lag's definitiv nicht, das Buch ist einfach nur ziemlich flach. Dass der Abschluss-Twist sogar gelingt, rettet leider die vorigen 90 Minuten auch nimmer. Wegen der professionellen Umsetzung (Kamera, Schnitt, Score) und dem darstellerischen Bemühen gibt´s von mir ´nen leicht angekratzten Durchschnitter.
P.S.: Bei so vielen ehrenhaften Menschen, die sich an den netten Django ranschmeißen, hat der Gutste definitiv mehr Freunde als Colts im Halfter. Mal wieder ein nachträglicher Fluch auf den Lyriker beim deutschen Verleih. Örks.

Rating: $$$+/$$$- (GS/SN)

Bodycount:

ca. 30 Gringos, 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

Nada

Liebe:

Lucy (Erica Blanc), Geschäftsführerin der örtlichen Schankwirtschaft, wittert und nutzt ihre Chance bei Glen. 1/10

Splatter:

0/10

 

 

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