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Faust geht nach Westen, Eine

Info

OT: 
Occhio alla Penna

Jahr: I 1981
R: Michele Lupo
B: Sergio Donati
K: Franco Di Giacomo
M: Ennio Morricone
D: "Bud Spencer" (Carlo Pedersoli), Amadou, Joe Bugner, Riccardo Pizzuti

Quelle: TV (Kabel 1)

Weitere Daten und Infos zu "Eine Faust geht nach Westen" in der SpencerHill-Datenbank.

 

Inhalt

Als Kleinganove hat man es schwer im Westen. Dauernd hängt einem das Militär im Nacken, skalpgeile Indianer auf Kriegspfad machen die Landschaft zusätzlich unsicher, und die Anzahl an Futterkrippen in der Wüste hält sich schwer in Grenzen. Zusammen mit einer rothäutigen Filzlaus namens "Donnernder Adler" (Amadou) zockelt der schlagkräftige Teilzeit-Pferdedieb Buddy (Bud Spencer) ziellos durch die Lande, immer auf der Suche nach einem Happen für den grollenden Magen. Nachdem sie höchst erfolglos - und natürlich ohne Mahlzeit - einen Zug gekapert haben, landen die Beiden mit ihrer einzigen Beute, einem Arztkoffer, in der Scheune des niedlichen Zausels Popsy (Piero Trompetta).
Der hält sie aufgrund des mitgebrachten "Werkzeugs" wirklich für den lang erwarteten neuen Quacksalber von Yucca City und bittet sie um die Heilung des angeblich im Sterben liegenden Vaters von Popsy. Per Zufall gelingt die Behandlung; mithilfe eines würzigen Trunks aus diversen Pülverchen und Schwarzpulver befreit Buddy den Dahinsiechenden von seiner Verstopfung. Aufgrund der "Wunderheilung" und der damit erfolgten Feuertaufe als Landärzte treten Buddy und Adler ihren Dienst in Yucca City an, zumindest verspricht der Posten freie Kost und Logis und vorerst etwas Ruhe vor der Schmiere.
Aber es ist etwas faul im Städtchen Yucca City; seit längerem werden die Bewohner von Colorado Slim (Riccardo Pizzuti) samt Gefolge terrorisiert, der örtliche Sheriff (Joe Bugner) scheint machtlos. Doch Buddy lässt sich nicht mehr von seinem neuen Futtertrog vertreiben ...

Zitate

"Leicht Verdauliches soll man nur mit leicht Verdaulichem zu sich nehmen. Denn sowas dient im Prinzip dazu, mein philophosophisches Gleichgewicht in meinem kleinen Körper wieder herzustellen" (Spencer wird ernährungswissenschaftlich...)

"Morgen ist die Bank geschlossen, und ich gehe weg von hier." - "Du kannst doch jetzt nicht schlapp machen! Wer soll uns denn jetzt die Kredite geben, damit wir Saatgut und Ackergeräte kaufen können?" (Finanzkrise Wildwest - wie wundersam die Ähnlichkeiten)

"Sohn der sieben Väter! Wo kann man hier denn was Richtiges essen?" - "Äh, wie meinen bitte?" - "Ich meine, wo kann man hier gut einschmeißen?" – "Äh - hiel entlang bitte!" (Kommunikationsprobleme mit asiatischen Mitbürgern lösen sich durch die passende Ansprache)

"Ich mag nix Süßes. Nochmal ´ne Pute." – "Noch einmal fliegendel Hund fül Doktel!" (Der Wunsch ist ihm Befehl)

"Ich könnte mir vorstellen, dass die infektiöse Hepatitis hier gerade zuhause ist!" – "Das würde ich nicht sagen, sie kommt ab und zu mal vorbei, aber bleibt nicht lange." – "Na gut, ja, aber ein Blick hier genügt mir um festzustellen, dass sie hier alle die Ruhr haben und volle gastritische Mägen." – "Jaja, nun ja, ja, es ist , äh, unsere Bedürfnisse sind, äh, eher gastronomisch-gastritischer Natur." (Fachgespräch unter Kollegen)

Slim: "Das war erst der Anfang. Das nächste Mal machen wir ernst." (Slims Truppe wurde gerade kräftig abgewatscht. Nennt man dann wohl leere Drohung)

Die Kritik des Sargnagels:

Regiegröße Michele Lupo gelang mit "Eine Faust geht nach Westen" der letzte wirklich gute Klamauk-Western; spätere Versuche von Hill und Spencer (Lucky Luke, "Die Troublemaker") sind leider nur der Vollständigkeit halber zu erwähnen, geschweige denn zu empfehlen.
Im Gegensatz zu vielen Italo-Spätwestern (u.a. auch in Lupos "Der Mann aus Virginia") gibt´s hier nix Wehmütiges bzw. Abgesänge, sondern eine humorige Hommage an die damals vergangenen 17 Jahre Pferdeopern all´italiana.
Knapp ein Jahrzehnt nach seinem letzten Western-Abenteuer schlüpfte also Carlo Pedersoli aka Bud Spencer unter der Leitung von Michele Lupo 1981 wieder in die verlauste Fellkutte. Der Charakter des "Bambi", der rechten Hand des Teufels, wurde 1:1 übernommen und der Altmeister des Klamauk-Westerns hat in all den Jahren nichts verloren.
Die Dauerpräsenz des bulligen, mürrischen Pferdediebs füllt er nicht nur körperlich auf der Leinwand aus, er dominiert jede Szene; entweder durch die überraschende Agilität bei den Kloppereien - Spencer war damals schon 52 - oder das ihm eigene Minenspiel, mit dem er seine Dialog-Sequenzen würzte.
Lupo kümmerte sich liebevoll um Ausstattung und Atmo; alles wirkt wie in einem anständigen Spaghettiwestern zu den Bestzeiten des Genres, wie z.B. die Sweetwater-Ranch aus "Spiel mir das Lied vom Tod", die hier wieder als Popsys Bauernhof zu Ehren kam. Auch sonst finden sich jede Menge Anspielungen auf vergangene Klassiker.
All das gibt´s äußerst routiniert serviert von Franco di Giacomo; auch Meister Morricone ließ sich nicht lumpen und spendierte einen Soundtrack im Stile der "Nobody"-Scores mit Anlehnungen an die Leone-Klassiker (Mex-Trompeten, flirrende Mundharmonikas usw.)
Ein Wermutstropfen allerdings ist die Figur des "Donnernden Adlers". Der nur mäßig witzige Amadou wirkt in der Inszenierung eher störend und nerrrrvt und verhindert leider dadurch eine noch bessere Bewertung. Dafür trumpfen die Maulschellen-erprobten Bugner und Pizzuti, die nicht nur die Schnauzen hinhalten mussten sondern auch mit relativ ausgedehnten Sprechrollen beglückt wurden. Ansonsten ist die Klamotte bis in kleinste Nebenrollen mit Urgesteinen wie z.B. den dell´Acquas, Osiride Peverello, Tom Felleghy besetzt, was o.g. Authenzität gleichsam unterstützt.
Auch Rainer Brandt mit seiner Truppe um Arnold Marquis legte sich mächtig ins Zeug und würzte die Synchro wieder extra-ordinär.
Erwähnenswert sei noch die wohl längste "Fressorgie" der Spaghettiwestern-Geschichte; wo in "Vier Fäuste für ein Halleluja" schon zum Dessert gebeten wird, gibt's hier erst den zweiten Gang... (wink).

Rating: $$$$-

Bodycount:

ging auch ohne

Explizite Brutalitäten:

  • Ein Fressduell im wahrsten Sinne des Wortes zwischen "Spencer" und Bugner. "Spencer" zog die Putenkeule schneller...
  • Eine Rasur mittels Wäschemangel und Faltenausbügeln mit dem heißen Eisen

Liebe:

zum ausgiebigen Essen besteht eine große Vorliebe

 

 

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