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Friss oder Stirb

Info

OT: 
Vivi o, preferibilmente, morti
AT:

Vivos o preferiblemente muertos (SP)
Halleluja für 2 Galgenvögel
Sundance Cassidy und Butch the Kid
Verrückte Erbschaft
Die Erbschaft
Jagd nach dem goldenen Vermächtnis

Jahr: I/SP 1969
R: Duccio Tessari
B: Ennio Flaiano
K: Manuel Rojas
M: Gianni Ferrio
D: Giuliano Gemma, Nino Benvenuti, Sydne Rome, Antonio Casas, Cris Huerta, Dan van Husen, George Rigaud

Quelle: DVD (Best – Gemma-Edition)

 

Inhalt

Monty Mulligan (Giuliano Gemma) führt an der zivilisierten Ostküste das Leben eines Bohemiens; die Kohlen für den aufwendigen Lifestyle zockt er sich von den wohlhabenden Gebrüdern MacIntosh, die im guten Glauben leben, der Windhund würde für sie erfolgreich spekulieren. Als der kleine Schwindel auffliegt, sind die ollen Schotten allerdings schnell bei der Hanfkrawatte, und nur das Eingreifen eines zausligen Rechtsanwaltsgehilfen rettet Monty vor dem Strick. Der verkündet Monty eine saftige Erbschaft in Höhe von 300.000 $, aber natürlich hat das Testament auch einen Haken: Monty muss ein halbes Jahr zusammen mit seinem Bruder Ted (Nino Benvenuti) Dach und Tisch teilen. Und Teddy wohnt irgendwo hinter Texas in einem kleinen Weiler namens Big Peak; ärmlich, aber zufrieden.
Der Erbe auf Bewährung macht sich stantepede auf gen Westen, um sich die nächsten 180 Tage bei Brüderchen einzuzecken und auf die Penunzen zu warten.
Doch schon der erste Tag der Familienzusammenkunft endet im Desaster, denn Monty legt sich mit Jim, "dem Unüberwindlichen" (Cris Huerta), an, worauf dieser Teds Wohnbehausung warm saniert.
Obdachlos und ohne Moos entschließen sich die Brüder, eine kriminelle Karriere einzuschlagen und gleich mit dem Geldinstitut des Bankiers Scott (George Rigaud) zu beginnen. Was bei den Amateuren natürlich voll in die Beinkleider geht.
Glücklicherweise taucht der ominöse Barnds (Antonio Casas), den Monty auf seiner Reise kennengelernt hat, wieder auf der Bildfläche auf und greift den Beiden bei ihren nächsten Vorhaben unter die Arme. Und die erstrecken sich von einem weiteren Banken-Rip über Postkutschenraub bis hin zur Entführung von Scotts verzogenem Töchterlein Rosella (Sydne Rome). Wie üblich wird alles völlig in die Binsen gesetzt, da Scott nicht mal für sein eigen Fleisch und Blut ´nen müden Cent springen lassen will. Bei ihrem letzten Versuch - dem Überfall auf einen Goldtransport auf Schiene - setzen sie alles auf eine Karte...

Die Kritik des Sargnagels:

Humor-Vehikel von Italowestern-Urgestein Duccio Tessari, der schon bei "Eine Pistole für Ringo" und "Ringo kommt zurück" Guiliano Gemma hervorragend in Szene setzen konnte und damit zwei Spaghetti-Klassiker schuf.
Im Gegensatz zu den beiden Meisterwerken klappt´s hier leider nur in Teilen, denn der Handlung fehlt es an Pfiff und Spannungsverlauf, ja selbst die extrem gekürzte (warum nur?) deutsche Fassung hat ein paar Durchhänger. Bis zum Grande Finale plätschert die Story vor sich hin, von einer verpfuschten Nummer zur nächsten kriminellen Katastrophe, während der eigentliche Auslöser, die Erbschaft, mit der Zeit restlos aus der Handlung verschwindet.
Nein, der Schenkelklopfer ist nicht Tessaris Sache; die Hälfte der Jokes verpuffen oder sind einfach nur noch altbacken wie der sich wiederholende Stolper-Gag beim ersten Bankraub. Wirkt szenenweise sogar lustlos inszeniert.
Schade, denn dadurch wurde schon ein bissle von Gemmas und Casas´ vorhandener Spielfreude gehemmt. Nino Benvenuti* kämpft mit seiner recht bieder konstruierten Rolle und bekommt den Charakter schwerlich in den Griff; Sydne Rome sieht gut aus, das reicht bei ihr dann auch.
Positiv stechen die piekfeine Kameraarbeit von Manuel Rojas und der passende Score der Marke "Wildwest-Komödienstadl" von Gianni Ferrio hervor. Handwerklich gibts allgemein kaum was zu mäkeln.
Rainer Brandt beschert der Klamotte eine deftige Hardcore-Synchro, die aber für diesen Streifen selbst mir zu derb geriet. Hier war's teilweise einfach unpassend.
Fazit: Leider gelangen Chefkoch Tessari diese Spaghetti nicht al dente, die Soße rettet allerdings halbwegs die Bestellung.

* Kurzes Wort zu Benvenuti: war als Amateurboxer Olympiasieger, als Profi Weltmeister im Mittel- und Halbmittelgewicht. Laut dem international renommierten Box-Fachblatt "Ring Magazine" der beste italienische Boxer aller Zeiten. Benvenuti probierte es nochmal 1975 mit der Schauspielerei in Stelvio Massis "Das Ultimatum läuft ab", ließ es aber dann auch bleiben.

Rating: $$$

Explizite Brutalitäten:

Das "Glühende Kohlen Zielwerfen" auf die nackten Oberkörper von Monty und Ted sorgt bei Jims Kumpanen für mächtig sportlichen Eifer.

Liebe:

1/10 (Ted hat zwischenzeitlich eine Schwäche für Rosella. Den Fehler erkennt er aber glücklicherweise.)

Splatter:

0/10

 

 

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