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Johnny Madoc

Info

OT: 
Due Once di Piombo
AT:

American Bull (D)
My Name is Pecos (US)

Jahr: I 1966
R: Maurizio Lucidi ("Maurice A. Bright")
B: Adriano Bolzoni
K: Franco Villa
M: Lallo Gori
D: Robert Woods, Pier Paolo Capponi ("Norman Clark"); Peter Carsten, Cristina Josani, Sal Borgese, Luigi Montefiori ("George Eastman"), Lucia Modugno

Quelle: VHS (Ufa)

 

Inhalt

Nach dem Ripp einer Bank in Laredo hätte die Welt für Bandenchef Joe Kline (Pier Paolo Capponi) in schönster Ordnung sein können. Leider seilt sich ein Gangmitglied mit der gesamten Beute ins Städtchen Houston ab. Kurz vor seinem gewaltsamen Ableben übergibt er die 80.000 $ an seinen Komplizen, den Barkeeper Tedder (Luigi Casellato). Nun ist in Houston der Teufel los, denn Kline schiebt ob des verlustig gegangenen Zasters einen extreeem dicken Hals. Zwar ist die Truppe eh' Stammgast in Houston, doch die Schar von Halsabschneidern und sonstigem unrasierten Gesockse sorgt diesmal auf der Suche nach der Kohle für noch mehr Angst und Schrecken. Und Joe ist in seiner Wahl der Mittel nicht gerade zimperlich; vor allem die glutäugige Saloonschönheit Ester (Cristina Josani) wird Opfer der sexuellen und sadistischen Begierden von seinen  Männern.
Da trifft es sich gut, dass ein Mexikaner, der sich Johnny Madoc (Robert Woods) nennt, mit seiner flotten rechten Hand die Szenerie betritt. Madoc, der in Wahrheit Pecos Martinez heißt, hat mit dem guten Joe und seinem Rassistenpack noch ein persönliches Hühnchen zu rupfen. Hiervon profitieren nicht nur Houstons eingeschüchterte Bewohner, sondern auch die mexikanischen Bauern jenseits der Grenze, denn wo Madocs Colt hustet, wächst kein Gras mehr.

Zitate

"Ihr versteht Euer Handwerk: Jeder Schuss ein Sheriff." (Barkeeper Tedder kommentiert Houstons acht tote Gesetzeshüter innerhalb der letzten fünf Monate)

"Dynamit ist gut. Das ist eine sehr wirksame Medizin." (Madoc zu Doc Berton (Giuliano Raffaelli), dem Kline einst die Hände zerschlagen hat, so dass er kaum noch arbeiten kann)

Madoc: "Ich wollte Dich nicht erschrecken; ich wollte Dich umlegen." - Morton (Umberto Raho): "Du bist keiner, der einen unbewaffneten Mann umlegt." - Madoc: "Du bist ja auch kein Mann; du bist ein Wurm."

Die Kritik des Sargnagels:

Maurizio Lucidis Streifen ist eine echte Perle unter den Früh-Italos. Mit der Handlung gewinnt man zwar keinen Preis für Originalität (eine Mischung aus "Django" und "Für eine Handvoll Dollar"), aber dafür steckt in dem Werk `ne Menge Professionalität. Ohne größere Längen wurde die Rache-Story straff in 80 Minuten inszeniert, und glücklicherweise enthält der Stoff trotz des frühen Jahrgangs auch keine Remineszenzen an den US-B-Western. Die Darsteller wurden gut ausgewählt; Klines Bande bestückte man ordentlich mit unterschiedlichen Typen, u.a. die jungen Sal Borgese und Luigi Montefiori. Robert Woods gibt einen ansehnlichen Mexikaner (extreeeem schickes Outfit), nur eben "Woods-typisch" lethargisch. Ein Klitze mehr Emotion hätte man einem Südländer bestimmt auch abgenommen.
Die Schauspieler wirken im übrigen nie deplaziert und werden optimal eingefangen, die spanische Prärie um Almeria wird ebenfalls durch schöne Bilder gewürdigt. Bei Kamera und Schnitt gab es keine Spielereien oder Sperenzchen, da wurde furztrocken draufgehalten. Aber die entstandenen Einstellungen sind hochwertig, Kameramann Franco Villa (unterstützt von Aristide Massaccesi als Kamera-Operator !!!) hat sein Handwerk bestens gelernt und bescherte den Szenen tolle harmonische Bildaufteilungen und schicke Schwenks. Und wer war fürs Szenenbild verantwortlich? Ein gewisser Demofilo Fidani... ;-)
Der Score von Lallo Gori hält die vorgegebenen Standards; ist zwar keine Perle, wirkt aber nicht peinlich und kommt dezent daher.
Alles in allem ein äußerst kurzweiliger Streifen, der trotz der recht einfachen Handlung bis zum Schluss fesseln kann.

Die Kritik des Gunslingers:

Ein überdurchschnittlicher Western aus der Schmiede des talentierten Maurizio Lucidi, der - und das ist das eigentlich Besondere - einen mexikanischen Revolverschwinger in den Mittelpunkt der Handlung rückt.
Robert Woods folgt dabei nicht der üblichen Mexikaner-Stereotype - verschlagen, brutal und aufbrausend - sondern agiert kaltschnäuzig wie seine Gringo-Kollegen. Ob's glaubwürdig ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Mal abgesehen vom diesmal eher hölzernen Peter Carsten, hat Lucidi ansonsten ein durch die Bank gutes Ensemble um sich gescharrt: angefangen vom "unsympathischen" Pier Paolo Capponi bis hin zum lustvoll brutalen Luigi Montefiori in seiner ersten Westernrolle. Auch für das solide Kamerateam Villa / Massaccesi, das später noch häufig zusammenarbeiten sollte, war's die erste Kooperation.
Der Score von Lallo Gori ist bemerkenswert, weil er sich für Titelsong und Hauptthema deutlich durch "House of the rising Sun" der Animals inspirieren ließ - nicht die schlechteste Quelle.

Rating: $$$$ (SN) / $$$$- (GS)

Bodycount:

ca. 19 Gringos, 2 Mexikaner, 1 Frau

Explizite Brutalitäten:

  • Johnny erhält Dresche durch die Kline-Gang
  • Esters Familie muss dafür bezahlen, dass Ester Johnny zur Flucht verhalf
  • Arzttochter Mary Berton (Lucia Modugno) hat eine schwere Zeit, als sie die Klines ob des Verbleibs von Johnny und dem Zaster befragen

Liebe:

Zwischen der mexikanischen Küchenhilfe Ester und Johnny Madoc entwickeln sich nicht nur landsmannschaftliche Bande; doch am Ende kann auch sie den finalen Ritt in den Sonnenuntergang nicht verhindern... 2/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten:

  • Mit Hilfe ihrer Spinntechnik und eines Bowiemessers leistet Ester für Johnny sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe und verhilft ihm zur Flucht
  • Jonnys Sombrero hat sogar in der Krempe Platz für einen Engelmacher

 

 

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