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Letzten Zwei vom Rio Bravo, Die

Info

OT: 
Le Pistole non discutono
AT:
Las Pistolas no discuten (SP)

Jahr: I/SP/D 1964
R:
Mario Caiano („Mike Perkins“)
B:
Gianni Castellano, Giuseppe Moccia („Pipolo“)
K:
Julio Ortas, Massimo Dallamano
M:
Ennio Morricone ("Dan Savio")
D:
Rod Cameron, Angel Aranda, Horst Frank, Mimmo Palmara (“Dick Palmer”)

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

In einem mexikanischen Grenzkaff schmieden die Brüder Clayton, im Original Clanton, einen zasterträchtigen Plan: Im unweit gelegenen Weiler River Town möchte der beliebte Sheriff Pat Garrett (Rod Cameron) seine Verlobte (Giulia Rubini) endlich ehelichen. Also wird die Hochzeitsparty gut besucht, die Besetzung der örtlichen Bank dementsprechend dünn sein. Und dünnemachen kann man sich noch dazu komfortabel zurück über die nahe mexikanische Grenze.
Gesagt, getan: Der Bankenripp gelingt, und unter Zurücklassung der nun toten Schaltermannschaft schaffen es Billy (Horst Frank) und George Clayton (Angel Aranda) nebst 30.000 Dollar wieder nach Mexiko. Doch sie haben nicht mit dem unerbittlichen Gesetzeshüter gerechnet, der seine frisch Angetraute zurücklässt, um den Claytons auch über die Grenze nachzusetzen.
Zwar kann Garrett die diebischen Brüder in einer Tequila-Spelunke hochnehmen, muss zurück aber leider durch die Wüste, um den mexikanischen Federales zu entgehen, die sehr ungnädig sind mit Gringos, die ihre Kompetenzen überschreiten. Außerdem gibt’s da noch den lokalen Banditenfürsten Santero (Mimmo Palmara), der für die 30.000 Dollar aus dem Bankraub extra einen Platz in seiner Schatulle freigehalten hat.

Zitate

Billy: „Könntest du mir einen Gefallen tun?“ - Mexikanerin: „Jeden, Billy.“ – „Dann lass mich los.“

George: „Da kommt Pat!“ – Billy: „Da kann man nur sagen: Mexiko sehen und sterben.“

Billy: „Ich hab mal einen sterben gesehen vor Durst. Muss etwa in deinem Alter gewesen sein.“ (Billy stänkert gegen Pat)

Die Kritik des Gunslingers:

Schon Mario Caianos gelungenes Western-Debut zeigt, dass er zu den fähigsten Regisseuren des Genres gehört, zu dem er noch einige weitere gute Streifen beisteuern sollte. Dieser Film allerdings fügt dem Kanon nichts hinzu, denn es handelt sich eigentlich um einen US-Klon, der – obwohl gut gemacht - den bekannten Pfaden folgt. OK, wenn man genau hinsieht, scheint auch hier bereits ein wenig Italo durch: Mexikanische Banditen als Bösewichte oder auch das mexikanische Dorf als Basis der Brüder Clayton. Ansonsten regiert der US-Western: von den bekannten, typischen Kameraeinstellungen, die Figur des Pat Garrett: ein ehrenwerter „Westmann“ wie aus dem Bilderbuch, der seinem Erzfeind Billy selbst in der Wüste ein christliches Begräbnis gönnt, der Siedlerfamilie mit dem üblichen Personal bis zum herzensguten Banditen, der anstatt zu fliehen als sich ihm die Möglichkeit bietet, die Kavallerie verständigt. Hinzu kommt die saubere Atmo, in der Gut und Böse klar getrennt, Dörfer und Klamotten stets adrett und die Dinge eindeutig sind.
Die Darsteller sind durch die Bank gut: Rod Cameron erinnert dabei an einen weniger zerknitterten Randolph Scott aus den Bud-Boetticher-Streifen. Besonders aber Horst Frank als belesener und ununterbrochen stänkernder Fiesling, der dem braven Pat heftig zusetzt, macht Spaß: Leider blasen ihm die Mexikaner schon recht schnell die Lampe aus. Witzigerweise bezieht sich der schöne Titelsong „Lonesome Billy“ auf eben diesen Billy und nicht wie gewöhnlich auf den Hauptcharakter. Im Hintergrund haben wir dann etwa mit und Mimmo Palmara, José Manuel Martin oder Tito Garcia Akteure, die später auch im „echten“ Italowestern zu den gerne besetzten Stammkräften gehörten.
Bekannt geworden ist der Streifen, der damals an der Kasse floppte, allerdings erst sehr viel später, und zwar dadurch, dass die Produktionsfirma Jolly zeitgleich einen weiteren Western in den Sets drehen ließ: „Für eine Handvoll Dollar“. Der Legende nach war letzterer sozusagen als budgetarmes „Abfallprodukt“ der „letzten Zwei“ gedacht, auf den Jolly auch wegen des noch bekannten Rod Cameron ihre kommerziellen Hoffnungen setzte. Mario Caiano hat dies stets abgestritten: Er sagte, beide Produktionen waren gleich ausgestattet und an der Vorbereitung beider Streifen hätten er und sein Freund Leone eng zusammen gearbeitet. Sieht man die Filme heute, darf man den ersten Punkt getrost anzweifeln, denn schon allein die Statisterie der „Zwei Pistolen“ und die Action-Szenen sind deutlich umfangreicher respektive aufwändiger geraten als im Startfilm der „Dollar"-Trilogie. Übrigens war auch dieser bei seinem Kinostart ein Flop und begann erst kurze Zeit später abzuheben.

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 6 Gringos, > 20 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

Pat verhört George mit Hilfe eines Wassertrogs

Liebe:

George und die schöne Agnes (Vivi Bach) musizieren ein wenig miteinander: 2/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten:

  • Billy zitiert des Öfteren aus einem kleinen Buch mit philosophischen Lebensweisheiten
  • George ist zwar perfekt mit dem Messer, kann aber niemandem ein Haar krümmen

 

 

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