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Info

OT: 
Il mio Nome e Nessuno
AT:

Mon Nom est Personne

Jahr: I/D/F 1973
R: Tonino Valerii
B: Ernesto Gastaldi, Rainer Brandt, nach einer Idee von Sergio Leone
K: Amando Nannuzzi
M: Ennio Morricone
D:Mario Girotti ("Terence Hill"), Henry Fonda, Jean Martin, Piero Lulli, Geoffrey Lewis, Steve Kanaly, Mario Brega, Benito Stefanelli

Quelle: TV (mdr)

Weitere Daten und Infos zu "Mein Name ist Nobody" in der SpencerHill-Datenbank.

Poster, Lobbycards etc. von "Mein Name ist Nobody"

 

Inhalt

Der Gunslinger Jack Beauregard (Henry Fonda) hat sich über all die Jahre einen legendären Namen geschaffen, der seine Widersacher anlockt wie die Scheißhausfliegen. Nun ist er in die Lenze gekommen, des Tötens müde. Er will dem Westen den Rücken kehren, um sich in Europa zur Ruhe zu setzen.
Die Fahrt über den großen Teich ist reserviert, der Kutter liegt an der Ostküste schon vor Anker, es müssen nur noch ein paar geschäftliche Dinge erledigt werden. Seine alten Geschäftspartner haben sich´s beim Versuch, ein paar honorige Leute mit einer tauben Mine über's Ohr zu hauen, mit der "wilden Horde" verscherzt. Zusammen mit seinem Anteil am großen Nepp hat nun auch Beauregard die allseits gefürchtete Bande am Hacken, was ihn aber weniger stört, da er eh die Biege machen möchte.
Seine Pläne werden jedoch immer wieder durch einen herumstreunenden Freak namens "Nobody" (Mario Girotti) durchkreuzt. Dem sympathischen Chaoten mit dem schnellen Colt missfällt der leise Abgang seines Jugendhelden Beauregard. Um den alten Revolverschwinger endgültig zum Mythos werden zu lassen, organisiert er eine Konfrontation zwischen Beauregard und der wilden Horde...

Die Kritik des Gunslingers:

Diese wohl beste Italo-Komödie aller Zeiten entstand im Jahr 1973. Keine Verarsche, sondern ein gelungener, witziger und fast schon ein bisschen wehmütiger Abgesang auf den Spaghetti-Western mit allem, was dazugehört, also authentischer Atmo, vielen Closeups, Zeitlupe und einem klassischen Soundtrack. Nebenbei gibt's etliche nette Soundspielereien, etwa wenn das Rasieren Jack Beauregards gegengeschnitten wird mit dem absolut identisch klingenden Striegeln eines Pferdes.

Die Kritik des Sargnagels:

Wohl wahr, das es sich um ein Meisterwerk der Italowestern-Komödie handelt. Die "beste aller Zeiten" halte ich zwar für etwas aus dem Fenster gelehnt ("Vier Fäuste..." ist IMO ebenbürtig), aber der Streifen setzt eine der höchsten Messlatten im Genre überhaupt.
Über den Einfluss von Sergio Leone auf den Streifen wird viel gemunkelt; definitiv ist aber nur, dass er die Intro-Szene selbst abkurbelte, und ansonsten Produzent und Ideenlieferant war. Eigentlich wollte Leone nach "Todesmelodie" mit Western nix mehr am Hut haben, aber hier wurde er wohl doch noch mal schwach – von Auftragsarbeit keine Spur. Dennoch sollte man in diesem auch Kontext mal den eigentlichen Regisseur Tonino Valerii erwähnen, der in den meisten Kritiken zu "Nobody" im Schatten Leones immer wieder zu kurz kommt. Dass er nicht auf der Wurstpelle dahergeschwommen kommt, hatte er schon bei "Lanky Fellow" und "Der Tod ritt Dienstags" unter Beweis gestellt.
Bei der Figur des Nobody stand ohne Zweifel der Trinità aus den Barboni-Western Pate; Mario Girotti hatte den immer noch gut drauf und bekam auch vom Drehbuch her ordentliche Unterstützung, denn die Figur wurde weiter ausgebaut und bekam göttliche Einstellungen serviert wie z.B. die "Pinkel-Pfeif"-Szene mit dem Zugführer im Bahnhofsklo.
Dass der Streifen kein reines Terence Hill-Vehikel wurde, liegt natürlich an Henry Fonda, der sofort dominiert, wenn er ins Bild spaziert. Hier hat Herr Girotti sich ziemlich anstrengen müssen, nicht gegenüber der Hollywoodlegende abzukacken, packt das aber dann auch ganz anständig.
Der Morricone-Soundtrack ist der Wahn; neben dem sympathischen Nobody-Thema gibt es auch noch das "Wilde Horde"-Thema, bei dem Meister Ennio typische Western-Melodien mit gregorianischen Chorälen und dem Walkürenritt von Wagner kombinierte. Gänsehaut!!!
Unter der Regie von Damiano Damiani entstand zwei Jahre später das  Quasi-Sequel "Nobody ist der Größte", das zwar ursprünglich nichts mit Valeriis Streifen zu tun hat, aber aufgrund vertriebstechnischer Überlegungen in der deutschen Fassung zu einem Nachfolgefilm mutierte.

Fazit: ein in wirklich allen Bereichen nur mit allerfeinsten Zutaten gespickter Streifen. So sieht eine unumstößliche 5er-Wertung aus.

Rating: $$$$$- (GS) / $$$$$ (SN)

Bodycount:

9 + ca. die Hälfte der "Wilden Horde"

Explizite Brutalitäten:

Nada

Liebe / Splatter:

0/10

 

 

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