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Ohne Dollar keinen Sarg

Info

OT: 
El Precio de un Hombre
AT:

The Bountykiller (I)
Särge ohne Leichen

Jahr: SP/I 1966
R: Eugenio Martín
B: Don Prindle, José Maesso
K: Enzo Barboni
M: Stelvio Cipriani
D: Tomas Milian, Richard Wyler, Halina Zalewska (“Ilya Karin”), Enzo Fiermonte („Glen Forster“)

Quelle: DVD (Marketing)

 

Inhalt

José Gomez (Tomas Milian), ein wahrer Stinkstiefel fürwahr, soll qua Gerichtsurteil per Hanfkrawatte aus dem Leben scheiden. Zu diesem Behufe wird der Bandit schwer bewacht in das Hochsicherheitsgefängnis von Yuma transferiert. Doch mit Hilfe von Freundin Jean Eden („Ilya Karin“) und alten Komplizen gelingt es Gomez, eine Pinkelpause zur blutigen Flucht nutzen. Ein Job für Luke Chilson (Richard Wyler), knochenharter Kopfgeldjäger, der die 3.000 lachenden Dollars auf Gomez’ Rübe klarmachen will. Er nistet sich im abgelegenen, windumheulten Weiler New Charcos ein, wo Jeans Onkel Ernest Novack (Enzo Fiermonte) ein Gasthaus betreibt, der José Gomez seit Kindertagen kennt. Als Chilson den Banditen tatsächlich überwältigen kann, befreien ihn die Dörfler aus den Händen des verhassten Gunmans. Sie wollen in Gomez immer noch den netten Jungen von einst sehen, das Opfer der Umstände, dem das Schicksal keine andere Wahl gelassen hat. Eine krasse Fehleinschätzung, wie sich spätestens mit Einzug von Gomez’ gewalttätiger Truppe zeigt. Die Jungs treiben es bald so arg, dass Jean den gefangenen und heftig misshandelten Chilson befreit, damit dieser wieder mitmischen kann. Und der lässt sich das nicht zweimal sagen.

Zitate

Jean: „Hat nicht jeder ein Recht darauf, noch mal von vorne anzufangen?“ – Chilson: „Nicht jeder, mancher vielleicht … wenn noch etwas Gutes in ihm steckt.“

Jean: „Wie hast du dich verändert?“ – Gomez: „Wieso? Ich bin immer noch Mexikaner, aber heute bin ich was wert: 3000 Dollar. Ist das nichts?“

Chilson: „Lebend möchte ich dich, mein Sohn. Wenn es sich machen lässt.“

Die Kritik des Gunslingers:

Während Regisseur Eugenio Martìn allgemein scheint’s nicht sonderlich geschätzt wird, kann ich bisher nichts Schlechtes über den Mann sagen. Mit dem vorliegenden Streifen hat er sogar einen Kracher hingelegt, der das Zeug zum B-Klassiker hat.
Kommen wir gleich zum wichtigsten Punkt: Tomas Milian, der hier seine Genre-Premiere feiern darf. Und was für eine, liebe Gemeinde. Ein derart fein ziseliertes Minenspiel ist unter den Italowestern-Darstellern ziemlich einzigartig. Ganz groß beispielsweise die Szene, in der Chilson Novack einen Colt in die Hand drückt, um diesen aufzubewahren, während er den gefangenen Gomez abführt. In nur zwei, drei Großaufnahmen nun feiert Milian ohne Worte ein Feuerwerk von Stimmungen ab: von der Hoffnung, dass sein alter Bekannter Novack die Knarre gegen Chilson verwendet, bis zur resignierenden Enttäuschung, als dieser den Colt tatsächlich nur einsteckt. Zudem ist sein Gomez ein bösartiger Charmebolzen, dem es noch lange gelingt, die Schuld für die zunehmend gewalttätige Stimmung dem armen, gefesselten Chilson in die Stiefel zu schieben.
Ebenso bemerkenswert die Bigotterie der Dörfler: Anfangs werfen sie dem verachteten Kopfgeldjäger, der allerdings die gleichen rabiaten Methoden auffährt wie seine „Klienten“, Knüppel zwischen die Beine und eine schwere Schaufel an den Kürbis. Als dann ihre Kumpelei mit Gomez – „Er ist einer von uns“ - völlig den Bach runtergeht, beklagen sie sich weinerlich, dass ihnen Chilson als „Mann des Gesetzes“ nicht beisteht.
Enzo Barboni liefert eine Erste-Sahne-Kamera ab, mit klaren Höhepunkten, auch was das Licht-Schatten-Spiel angeht, bei den Szenen, die im Innern der etwas verwinkelten Herberge spielen. Der Score von Stelvio Cipriani hat mit sehr gut gefallen: Alles dabei von der Trompete, die sich mit Bluesharp und Flöte beim Leitmotiv abwechselt, über Dezent-Chöre, ein feines Streicherensemble plus Klarinetten (?) sowie etwas Orgel-Flitter.
Im übrigen: Selbst Richard Wyler liefert eine ordentliche Leistung ab, wahrscheinlich die beste in diesem Genre, was auch für die Qualitäten des Regisseurs spricht.

Rating: $$$$+

Bodycount:

ca. 20 Gringos, ca. 4 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Zacharias (Tito Garcia) killt zwei unbewaffnete Gefangene
  • Der an einem Galgen fixierte und entsprechend „vorbehandelte“ Chilson, wird von Gomez’ Jungs für artistische Schießübungen benutzt
  • Die Banditen schlagen den Hufschmied Miguel (Mario Brega) zusammen

Liebe:

Anfangs liebt Jean Gomez, lässt’s aber später bleiben: 0/10

Splatter:

2/10

 

 

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