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Pancho Villa

Info

OT:
Pancho Villa

AT:
El Desafio de Pancho Villa
Drei Halleluja für vier heiße Colts
Viva Pancho Villa (D)

Jahr: SP/GB 1971
R: Eugenio Martin („Gene Martin")
B: Julian Halevy
K: Alejandro Ulloa
M: Antón García Abril
D: Telly Savalas, Clint Walker, Anne Francis, Angel del Pozo, Chuck Connors, Dan van Husen

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Ein schwer bewachter Eisenbahnzug der mexikanischen Armee transportiert 1916 einen besonderen Todeskandidaten nach Mexiko City: Pancho Villa (Telly Savalas), notorischer Revolutionär und Strauchdieb, der zu dem besonderen Anlass sogar eine Gratis-Murmel-Rasur erhält, um auch schön fein zu sein für den Galgen. Der Barbier hat gerade sein Werk vollendet, als auch schon Villas Leute unter Führung des Gringos Scottie (Clint Walker) anklopfen und die Armee weniger mit guten Worten als vielmehr einem gerüttelt Maß an solidem Blei zur Herausgabe des Delinquenten überreden.
Anschließend heißt es erstmal wieder, Waffen und Munition für die Revolution zusammenzukratzen. Schwierig, zumal, wenn man notorisch klamm ist. Mit Hilfe einer Gatling überzeugt Villa einige lokale Banker, für den guten Zweck in Vorkasse zu gehen. Doch der findige US-Waffendealer McDermott (Luis Davila) hat seine Lieferung gleichzeitig an die Regierungstruppen verscheuert und zieht, nachdem das unter Männern geklärt wurde, auch noch die Villa-Delegation kräftig übern Leisten.
Als Racheaktion will Pancho nun in Neu Mexiko einmarschieren und damit nebenbei auch seinem etwas ramponierten Ruf ein wenig Feldherren-Glanz verpassen. Gesagt, getan: Dass das Überschreiten der Grenze tagsüber und mit klingendem Spiel passiert, ist amtlich, denn der selbsternannte Feldherr lässt seine Großtaten alle auf Zelluloid bannen, und nachts wäre halt das Licht zu schlecht. Das alles lässt sich aufgrund fehlender US-Truppen-Präsenz sogar gut an, aber nachdem man McDermott final den Hintern versohlt hat, ist die Luft auch schon raus aus dem Feldzug. Erst als Villa die frohe Kunde erreicht, dass der pedantische Eisenfresser Colonel Wilcox (Chuck Connors) inzwischen mit seiner Division im Zug sitzt und den Mexen entgegendampft, kehrt die gute Laune allseits zurück.

Zitate

Scottie: „Was haben sie denn mit dir gemacht? Warst du beim Friseur?“ – Pancho: „Wenn du weiter so einen Scheiß redest, schneid’ ich dir die Eier ab … Das kann furchtbar wehtun.“

Scottie: „Reden wollt’ ich eigentlich nicht mit dir.“ – Flo (Anne Francis): „Ficken ist nicht drin.“

Wilcox: „Eine schlecht trainierte Armee ist wie ein Hengst ohne Pimmel, Sergeant. Und ein Hengst ohne Pimmel ist wie eine Kuh ohne Euter. Verstehen Sie das, Sergeant?“

Wilcox: „Eine Fliege in der Offiziersmesse ist Dreck. Und eine dreckige Armee ist eine schlappe Armee, und eine schlappe Armee verliert Gefechte. Haben Sie das verstanden?“

Doktor (Carl Rapp): „Er braucht kein neues Herz, sondern frische Unterwäsche.“ – Pancho: „Doktor, ich wechsle lieber Regierungen als die Unterwäsche.“ – Doc: „Aber vergessen Sie bei allem die Hygiene nicht.“ (Der Doc hat gerade eine Eidechse aus Villas U-Hose gefischt, die diesen heftig getriezt hatte, was den Gutsten an einen Herzanfall glauben ließ)

Die Kritik des Gunslingers:

Die spanisch-britische Co-Produktion beginnt stark, im klassischen Italo-Style vor der üblichen spanischen Kulisse: In verschiedenen Close-Ups wird dem gefesselten, grimmig schweigenden Telly Savalas die Platte rasiert, während ihm Antonio Casas als leitender Offizier unter anderem die Freuden der nahenden Hinrichtung schildert. Kein Auge trocken bleibt dann bei der Befreiung: Die Revolutionäre jagen den Armeezug mit einer Lok, vor die eine Kanone geschnallt ist, in die Luft. Seeehr nett.
Doch schon bald nach der Befreiung wird deutlich: Erstens kann der Streifen das Niveau nicht halten, und zweitens leidet er an einer recht prolligen (Neu-?) Synchro. Der als Komödie angelegte Film bietet zwar überraschenderweise eine Menge gut gemachtes Gunplay, doch ist er für eine Komödie einfach zu unlustig, zumal etliche Gags einfach nur in die Hose gehen. Der Sheriff, der dem per Automobil in eine amerikanische Stadt einrollenden Villa einen Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verpassen will, ist beispielsweise einfach nur lächerlich. Ebenfalls nervend sind die gänzlich unkomischen und viel zu langen Dispute zwischen Scottie und seiner keifig-protestantischen (Ex-) Gattin Flo (Anne Francis). Das zieht Tempo und Stimmung komplett in den Keller.
Neben seiner technisch sogar guten Umsetzung, zieht insbesondere die Leistung von Chuck Connors den Gesamteindruck hoch, obwohl der leider für meinen Geschmack deutlich zu wenig Screentime bekommt. Der hatte sichtlich Spaß an der Rolle des überdrehten Colonels – und ich auch ;-). Telly Savalas spielt solide und unaufgeregt, ebenso wie Clint Walker, wenngleich letzterem komödiantisches Talent anscheinend nicht gerade in die Wiege gelegt wurde. Im Hintergrund wirkt erprobtes, auch aus „echten“ Italowestern bekanntes Personal, dem unter anderem Alberto Dalbès, Luis Davila, Angel del Pozo oder auch Antonio Casas, Dan van Husen und „Monica Randall“ angehören.
Das finale Zugduell hier erinnert mich übrigens schwer an nämliches aus „Todesmelodie“ ;-).

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 80 Mexikaner, ca. 25 Gringos

Explizite Brutalitäten:

  • Mangelnde Hygiene führt dazu, dass sich in Villas Unterhose eine Eidechse ansiedelt *Hust*
  • Villa legt zwei Soldaten mit heißem Lokomotiven-Dampf um

Liebe:

Nope, Compadres. Villa ehelicht auf die Schnelle die rassige Lupe („Monica Randall“), nachdem diese ihn zu erschießen suchte; es bleibt aber bei einer einmaligen Bettgeschichte. Scottie wiederum quält sich mit seiner notorisch meckernden und daher völlig unattraktiven Noch-Gattin Flo. 0/10

Splatter

0/10

Spezialitäten

  • Züge spielen eine wichtige Rolle: von der ersten Verfolgungsjagd auf Gleisen über eine Art Lokomotiven-Ping-Pong mit Waggon und Poller bis hin zum Grande Finale
  • Villa führt einen eigenen Kameramann mit

 

 

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