Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Info

OT: 
All'ombra di una colt
AT:
Plazo para morir

Jahr: I/Sp 1965
R: Giovanni Grimaldi
B: Giovanni Grimaldi
K: Julio Ortas
M: Nico Fidenco
D: Stephen Forsyth, Conrado San Martín, Franco Ressel, Franco Lantieri, Anna Maria Polani, Aldo Sambrell

Quelle: Fan-DVD

 

Inhalt

Der erfahrene Duke Buchanan (Conrado San Martín) und der junge Heißsporn Steve Blaine (Stephen Forsyth) bilden ein äußerst durchschlagskräftiges Gunslinger-Gespann; ihre Colts zücken sie für Jeden, wenn die Kasse stimmt. Im Unterschied zu seinem älteren Kompagnon möchte Steve nicht dauerhaft die Brötchen mit dem Colt verdienen, denn er liebt Dukes Töchterlein Susan (Anna Maria Polani) und strebt mit ihr ein friedfertiges Leben auf einer eigenen kleinen Ranch an, ein Haufen Kinder inklusive. Sehr zum Missfallen des Altvorderen, für den ein Schwiegersohn aus der eigenen Zunft überhaupt nicht in Frage kommt. Steve nutzt deshalb die erstbeste Chance und setzt sich mit Susan und der Hälfte der gemeinsamen Unternehmenskasse ab; Dukes Anteil übergibt er dessen Freundin Fabienne (Helga Liné) zur Verwahrung, die jedoch die Kohle für sich einstreicht.
Auf der Suche nach einem schönen Flecken Erde landen die beiden Verliebten im Grenzkaff Providence. Steve kann eine Ranch ergattern und endlich Susan heiraten. Doch in Providence herrschen die beiden zwielichtigen Geschäftsleute Jackson (Franco Ressel) und Burns (Franco Lantieri), die mit ihren Schlägern den Kleinbauern die Scholle zu einem Bruchteil des Wertes abpressen. Und es dauert nicht lange, bis auch der rachsüchtige Duke in Providence eintrifft...

Zitate

Duke: "Wenn du versuchen solltest, mir Susan wegzunehmen, werd' ich dir ein kleines, rundes Loch zwischen die Augen schießen." (Töchterlein braucht keinen Keuschheitsgürtel, denn Papi hat 'nen 45er)

Steve: "Wenn er uns mal aufspüren sollte, werden wir schon längst verheiratet sein. Er wird sich sicher beruhigen... wenn dann schon kleine Enkelkinder da sind!" (Bis dahin ist Duke eh schon an Altersschwäche verschieden...)

Steve: "Ist die Bank sicher?" - Sheriff: "So sicher wie der Tod."

Die Kritik des Sargnagels:

Mit "All'ombra di una colt" wechselte der Drehbuchautor Giovanni Grimaldi (er schrieb u.a. einen Großteil der "Toto"-Komödien) ins Regiefach über und konnte mit einem für anno 1965 ziemlich ausgereiften Streifen reüssieren. Zwar ist wie bei vielen Italowestern der Frühphase noch ein leichter US-Western-Einfluß spürbar - der Kanadier Stephen Forsyth gibt glattrasiert mit Halstuch und blütenweißem Hemd ein astreines Roy Rodgers-Lookalike - doch handwerklich zeigt Grimaldi, wohin die Reise geht.
Nach den tollen Intro-Titles erfreut schon zu Beginn ein bleihaltiger Shootout; die Gunplay-Sequenzen sind durchweg auf Top-Niveau inszeniert, und die finale Abrechnung gehört mit zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Die aufwändigen Kameraeinstellungen von Julio Ortas und der knackige Schnitt sind weit über dem damaligen Italowestern-Standard; der feine Score von Nico Fidenco sitzt wie ein Maßanzug.
Etwas zwiespältig fällt das Urteil über die Handlung und den Cast aus. Einerseits gelingt es Grimaldi, zwei Handlungsstränge dank eingestreutem Gunplay am Laufen zu halten, ohne dass einer davon einschläft, andererseits fliegen bei der flachen Love-Story doch gelegentlich die Sicherungen aus dem Sülzbegrenzer. Grund hierfür sind auch die beiden Protagonisten Susan und Steve. Anna Maria Polani spielt das devot-naive Blondchen vom Herd, dass sich jegliche Bedenken ob des Durchbrennens mit "Wenn wir erstmal verheiratet sind, wird Papi wieder gemütlich"-Gefasel austreiben lässt. Dafür braucht's leider kaum mehr, als die Bodenmarkierungen zu treffen und gut im Licht zu stehen. Helga Liné in der Nebenrolle als durchtriebene Fabienne kann da locker abstauben. Stephen Forsyth als Steve hat zwar einen Werdegang um 180° - vom eiskalten Bleistreuer zum friedfertigen Rancher -, der sich aber völlig klinisch und konfliktfrei vollzieht. Tja, wenn Liebe blind macht.
Kleiner Exkurs zu Stephen Forsyth: Der Mann hat eine interessante Vita. Anfang der 60er kam der Kanadier als Weltenbummler über den großen Teich und strandete in Italien im Film-Biz. Obwohl gerade mal teilbegabt, steckte man ihn bis 1970 in Hauptrollen bei diversen Genrestreifen, zuletzt im Giallo "Il rosso segno della follia" von Mario Bava. Nach der Kintopp-Karriere machte er dann noch in seiner Heimat als Fotograf, Videokünstler und Gründer eines Tanzensembles von sich reden.

Im Nebencast finden sich zum Glück gern gesehene Genre-Gesichter, die den etwas hölzernen Forsyth locker durch die Story tragen. Franco Ressel gibt in seinem ersten Western-Auftritt schon den triebgesteuerten, hinterfotzigen Bösewicht, den er noch etliche Male auf die Leinwand zaubern durfte; Pepe Calvo kopiert seinen bemitleidenswerten Silvanito aus "Für eine Handvoll Dollar" und klemmt ihn hinter den Stern des machtlosen Kleinstadt-Sheriffs.
Letztlich können die o.g. Schwachpunkte bei Story und Personal den Streifen nicht schrotten, viel zu gut sind dafür die handwerklich blitzsaubere Umsetzung und die sonstigen Pfunde.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 25-30 Mexen und Gringos

Explizite Brutalitäten:

  • Ramirez und seine Gang mischen sich bleihaltig in einen Hahnenkampf ein und verpassen den geneppten Wettern noch ein paar Backpfeifen

Spezialitäten

  • Steve beherrscht "Backside-Shooting" und schießt rückwärts ohne Sichtkontakt

Liebe:

Wohl eine der käsigsten Love-Storys im Italowestern, deswegen: 10/10