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Rocco - Der Mann mit den zwei Gesichtern

Info

OT:
Sugar Colt
AT:

Kavallerie in Not

Jahr: I/SP 1966
R: Franco Giraldi
B: Giuseppe Mangione, Augusto Finocchi, Sandro Continenza, Fernando Di Leo
K: Alejandro Ulloa
M: Luis Enriquez Bacalov
D: Jack Betts ("Hunt Powers"), Gina Rovere ("Jeanne Oak"), Soledad Miranda, Giuliani Raffaelli ("Julian Rafferty")

Quelle: TV (SWR)

 

Inhalt

Im Jahr 1866 verschwindet in New Mexico eine halbe Kompanie Yankees spurlos, die meisten der Soldaten sind Sprößlinge wohlhabender Eltern. Ein Jahr später erhalten die Angehörigen der Vermissten Briefe, in denen unbekannte Entführer 50.000 Dollar für die Freilassung jedes Soldaten verlangen - ein Angelegenheit für die legendäre Detektei Pinkerton. Nach einigem Zögern übernimmt der ehemalige Pinkerton-Schnüffler Tom Cooper (Jack Betts), genannt "Rocco", genannt "Sugar Colt", den Auftrag, den Fall aufzuklären.
Der mit allen Wassern gewaschene Gentleman-Gunslinger und Hobby-Hallodri macht sich auf den Weg zum Ort des Verschwindens, in einer Schlucht in der Nähe des Weilers Snake Valley verlor sich die Spur der verschwundenen Nordstaatler. In Snake Valley herrscht ein gewisser "Colonel" Harverbrook (Giuliani Raffaelli) und seine Bande, die das Kaff in eisernem Griff halten. Unauffällig als Quacksalber getarnt macht sich Rocco an die Arbeit ud recherchiert im Halbdunkel; zuerst recht erfolglos aufgrund der von Harverbrook verordneten "allgemeinen Schweigepflicht". Mit blendendem Charme und einem Arsenal an überraschenden Spezereien gewinnt er allerdings die Unterstützung der Saloon-Chefin Bess (Gina Rovere) und ihrer Nichte Josefa (Soledad Miranda) ...

Die Kritik des Gunslingers:

Guter Streifen, den Regisseur Franco Giraldi 1966 abkurbelte. Jack Betts liefert eine gelungene Performance, wahrscheinlich seine beste im Genre, als Multitalent und Verwandlungskünstler: anfangs der gelackte Dandy, der eine Schießschule für Damen leitet; danach der bebrillte, sanfte Doc, der kein Wässerchen trüben kann; schließlich der knallharte Revolverheld, der mit Blei nur um sich spritzt. Tja, der Mann hat sich später unerklärlicherweis' weit unter Wert verkauft.
Als Josefa ist Soledad Miranda in einer ihrer selteneren Hauptrollen zu sehen. Richtig bekannt ist sie einem kleinen Kreis in Europa erst als "Muse" von Jesús ("Jess") Franco geworden (z.B. "Vampyros Lesbos"), bevor sie schon 1970 im Alter von gerade 28 Jahren bei einem Autounfall starb. Guter Score von Luis Enriquez Bacalov.

Die Kritik des Sargnagels:

Heidewitzka, dem damaligen Jungregisseur Franco Giraldi geriet mit seinem Spaghetti-Debüt ein wahrer Treffer, dem er mit "Die Sieben Pistolen des MacGregor" einen supersoliden Zweitling nachschob. Auch schon bei "Rocco" schlichen sich noch ein paar "Amerikanismen"ein, aber wohltuend dezent, und es überwiegen die Italoelemente.
Jack Betts ist wahrhaft grandios; die Szene, in der er nur mit Doppelripp (mit Eingriff) bekleidet einen halben Saloon zum Fausttanz auffordert, ist dafür exemplarisch. Sein Rocco-Charakter hat einige Parallelen zum Gemma-Ringo, kommt aber alles andere als eine Kopie rüber. Das Script bescherte ihm zudem schon Scherzereien, die später bei Sartana und Sabata zum guten Ton gehörten - stilprägend!
Auch der restliche Cast agiert professionell bis nicht weiter störend, hervorzuheben sind dabei vor allem die beiden Actricen Soledad Miranda und Gina Rovere. Erstere besticht durch ein exquisites Äußeres, Zweitere durch rauhes Charisma - und beide durch schauspielerische Qualität. Mirandas lasziv dargestellter "unfreiwilliger Drogentrip" dürfte Jess Franco nachhaltig beindruckt haben.
Kommen wir zur Technik-Abteilung: auch Allejandro Ulloa gab bei Rocco sein erstes Stelldichein im Italowestern; eine unzählige Latte an Genreklassikern ließ er daraufhin folgen. Und schon hier blitzen die ersten Einstellungs-Preziosen auf. L.E. Bacalov zimmerte einen schicken Score, vor allem das "Sugar Colt"-Thema begeistert. Die deutsche Synchro gelang übrigens hochwertig – intelligent und gewitzt.
Finalemente: "Rocco - Der Mann mit den zwei Gesichtern" hat die Fresse immer auf der Sonnenseite.

Rating: $$$$ (GS) / $$$$+ (SN)

Bodycount:

ca. 38 Gringos, 8 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Rocco bezieht des öfteren eine kräftige Abreibung durch Colonel Harverbrooks Männer
  • Barpianist Agenia (Manuel Muniz) verscheidet nach einer hochnotpeinlichen Befragung à la Harverbrook mit anschließendem Bleieinlauf

Liebe:

Josefa zieht schließlich mit ihrem Rocco von dannen, nachdem der zwischenzeitlich auch Tante Bess schöne Augen gemacht hat: 1/10

Splatter

2/10

 

 

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