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Info

OT: 
Il Pistolero dell’Ave Maria
AT:

El Pistolero del Ave Maria
Tierra de Gigantes

Jahr: I/SP 1969
R: Ferdinando Baldi
B: Vincenzo Cerami, Piero Anchisi, Mario di Nardo, Frederico de Urrutia
K: Mario Montuori
M: Roberto Pregadio
D: Leonardo Manzella (“Leonard Mann”), Pietro Martellanza („Peter Martell”), Luciana Paluzzi, Piero Lulli

Quelle: DVD (Marketing)

 

Inhalt

Anna Carrasco (Luciana Paluzzi) ist kein Kind von Traurigkeit: Als ihr Gatte (José Suárez), ein mexikanischer General, aus dem Krieg gegen die Franzosen zurückkehrt, veranstaltet sie ihm zu Ehren zusammen mit ihrem Lover Tomás (Alberto de Mendoza) ein nettes Massaker, dem der Ehemann und seine Soldaten plangemäß zum Opfer fallen. Ihr Sohn Sebastian kann mit seiner Amme (Silvana Bacci) dem Morden nach Texas entwischen. Tochter Isabella (Pilar Velásquez), die alles mit ansehen musste, wird später mit Kleinkrämer Juanito (Luciano Rossi) zwangsverheiratet, um deren lästigem Lover Raphael (Pietro Martellanza) ein Schnippchen zu schlagen, auf den die dauergeile Frau Mamá ebenfalls ein Auge geworfen hat. Zu ihrem Ärgernis erfolglos.
Raphael, von Isabella ins Benehmen gesetzt, macht sich nun auf, seinen Jugendfreund Sebastian (Leonardo Manzella) wiederzufinden. Schließlich spürt er ihn als einsamen Farmer in Texas auf und kann ihn für den gemeinsamen Rachezug gen Mexiko gewinnen. Anna inzwischen versucht alles, um Raphaels habhaft zu werden, getrieben von der Rachsucht der Verschmähten und der Angst vor Racheaktionen. Zu diesem Behufe setzt sie ihren skrupellosesten Schergen in Marsch: Francisco (Piero Lulli), dem es so gar nicht schmeckt, dass er Raphael lebend abzuliefern hat, zumal dieser und Kumpel Sebastian einer zunehmenden Zahl seiner Banditen finale Löcher in die Ponchos brennt.
Der steigende Personalabrieb ist für Anna und Tomás nur eins von mehreren Problemen, und wie sich herausstellt, das kleinste.

Zitate

„Wenn Sie den Wunsch haben, abgerubbelt zu werden, rufen Sie nach mir. Ich komme auch nachts vorbei.“ (Ines (Maria Pomphili) lässt für Sebastian schon mal das Badewasser ein)

Francisco: „Keine Angst: Wenn dich jemand wegputzt, dann bin ich es.“ (Na, das macht doch Mut)

Die Kritik des Gunslingers:

Der Streifen beginnt wie dutzende Italos von der Stange: Typ reitet durch karge Gegend. Mexikaner sind scharf auf Typen. Typ verbleit Mexikaner und reitet weiter. Nun ja, denkt sich der Gunslinger, kann ja nur besser werden. Doch zuerst ist eine Durststrecke zu überwinden, in der sich Raphael und Sebastian finden und sich die Verhältnisse in einer etwas ungeschickten und für meinen Geschmack zu langen Rückblende aufblättern.
Doch dann, liebe Freunde, nimmt der Streifen Fahrt auf, und zwar deutlich in Richtung klassischer Tragödie, die die Opposition Mutter/Vatermörderin vs. ihre rachesuchenden Kinder als Plot-Grundlage ja sozusagen erfunden hat. Regisseur Baldi verzichtet hier komplett auf irgendwelche Gimmicks, sondern konzentriert sich auf die dramatischen Verhältnisse, wobei er leider immer wieder abschweift und in Form etwa relativ langatmiger und eigentlich unwichtiger Fiesta-Berichterstattung oder Saloon-Remmi-Demmis seinen Fokus verliert. Phasenweise richtig gut wird der Streifen, wenn er eintaucht in die düsteren, trostlosen Familienbeziehungen der Carrascos, ausschließlich dominiert von Hass, Lieblosigkeit und Scham. So ist Anna in ihrer Lebensgier beispielsweise nie glücklich geworden, hat ihren frustrierten Komplizen und Gatten Tomás rasch ausgetauscht gegen wechselnde Knatter-Bekanntschaften. Am besten hatte es noch Sebastian getroffen, der bar des Wissens um die Vergangenheit seine Kühe einhütete und die alte Amme für seine Mutter hielt, bis Raphael den Nebel zerreißt. Das Ende erreicht dann fast shakespeareske Dimensionen und wartet mit einer überraschenden, neuen Wahrheit auf.
Der Film krankt leider vor allem an seinem Hauptdarsteller, Manzella, der einmal mehr völlig emotionslos agiert, was hier zugegebenerweis’ aber nicht ganz fehl am Platz ist. Ansonsten haben wir eine Menge Stammkräfte am Start: vom diesmal nachgeradezu schüchternen Luciano Rossi über den trotz Bartlosigkeit und schwarzgefärbter Matte schön sadistischen Piero Lulli bis hin zu José Manuel Martin und Franco Pesce, die aber nicht über Kurzauftritte hinauskommen.
Der Film ist atmosphärisch gelungen, gut fotografiert und teilweise richtig gut geschnitten. So entsteht eine meiner Lieblingsszenen, in der Martellanza, der sich mit Tequila abschießt, gegen geschnitten ist mit der schönen Conchita (Barbara Nelli), die dazu das Tanzbein schwingt. Der Score von Pregadio bietet ein schönes Titelthema mit Whistling-Passage, Kirchenglocken, Gitarren und Geigen, exotisch ergänzt mit einer Rutsche Oboen oder Klarinetten.

Rating: $$$$-

Bodycount:

diesmal nur grob geschätzt: rund 50 Mexicanos, drei Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • Tomás lässt Kleinbauern auspeitschen, die ihre Abgaben nicht bezahlen können
  • Raphael legt Miguel (José Manuel Martin) hinterrücks um, genauso verfährt Sebastian mit zwei Mex-Schergen
  • Sebastian schießt Tomás in Stücke

Liebe:

Raphael und Isabella lieben sich, verlieren sich, lieben sich, verlieren sich: 1/10

Splatter

1/10