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Shamango

Info

OT: 
Gentleman Jo … uccidi 

AT:
Gentleman Jo (SP)
Gentleman Joe – der Rächer bin ich
Django – die Totenliste im Gepäck (sic!)

Jahr: I/SP 1967
R: Giorgio Stegani („George Finlay“)
B: J.J. Balcazar
K: Francisco Marin
M: Bruno Nicolai
D: Antonio de Teffè („Anthony Steffen“), Eduardo Fajardo, Silvia Solar, Benito Stefanelli

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Die zukünftige Zugehörigkeit der properen Grenzstadt Douglas ist Gegenstand von Verhandlungen zwischen den USA und Mexiko. Doch „Colonello“ Ferreras (Eduardo Fajardo), seines Zeichens Jefe einer Bande von Halsabschneidern, will vorher schon für klare Verhältnisse sorgen: Da trifft es sich gut, dass die Bandidos zufällig und heimlich eine Abteilung Yankees niedergemetzelt haben, die die US-Garnison von Douglas entsetzen soll. Stadtkommandant Captain Clay Reeves (Mariano Vidal Molina) lässt seine Jungs abrücken, obwohl die Verstärkung noch nicht da ist. Zwar bleibt Reeves in der Stadt zurück, doch steht der Ort nun nackig da wie die Braut in der Hochzeitsnacht.
Dies nutzt Ferreras aus, um sich mit den Seinen in Douglas einzuzecken. Was noch fehlt, um „legal“ in Gewalt von Stadt und Bank zu kommen, ist eine von Reeves unterzeichnete Abtretungsurkunde. Zwischenzeitlich kommt den Mexen aber ein justemang eingetrudelter Profispieler („Anthony Steffen“) – genannt Shamango oder „Gentleman-Joe“ – in die Quere: schnöselig, die Taschen voller Pennunzen, blöderweise aber mit allen Wassern gewaschen, Ex-Offizier und … Bruder von Stadtkommandant Reeves. Zwar kommt Ferreras dennoch an die gewünschte Unterschrift, doch kurze Zeit später segnet der Captain ob er erlittenen Misshandlungen das Zeitliche.
Jetzt heißt’s für Shamango, amtlich Rache zu nehmen für den Bruder. Er hält dessen Tod geheim und beginnt ein Doppelspiel: Auf der einen Seite schmeißt er sich in Clays Uniform und beginnt, die Mexen per Nadelstichtaktik deutlich zu dezimieren. Auf der anderen Seite wanzt er sich „in zivil“ an Ferreras ran: Für fünf Riesen will er den Captain ans Messer liefern.
Wer am Ende den Buckel blau gemacht kriegt, Amigos, ist wohl kein Geheimnis.

Zitate

Vicky (Silvia Solar) zu Joe: „Rasierst du dich so gut, damit die Ohrfeigen besser knallen?“

Ferreras: „Wenn die Demokratie nicht ausreicht, Muchachos, fragt ihn normal.“

Shamango: „So ein Pech. Im Garten von Ferreras hat’s gehagelt.“ (Blei nämlich)

Bruce (Antonio Iranzo): „Hör auf, mich Muchachito zu nennen.“ – Ferreras: „Halt’s Maul.“

Vicky: „Du musst dich jetzt zusammenreißen!“ (Schwierig nach rund zweieinhalb Pullen zwangseingetrichtertem Whisky ;-))

Die Kritik des Gunslingers:

Giorgio Stegani, hauptamtlicher Drehbuchautor, der auch im Genre gerne mit Regisseur Giorgio Ferroni zusammenarbeitete, legte als Regisseur insgesamt drei Western vor. Nix Großes, aber immer solides Handwerk und im Falle von „Die letzte Rechnung zahlst du selbst“ und „Shamango“ sogar überdurchschnittliche Ware.
Besonders gelungen ist hier die erste Hälfte, in der die Exposition der Figuren stattfindet und das Handlungsgerüst abgesteckt wird. Nicht zu übersehen ist das „Zorro“-Motiv, das sich in der Scharade Shamangos wiederfindet. Überraschend ist dabei die Präsenz „Anthony Steffens“, der hier mal nicht die „Steinfresse mit Sechstagebart“ gibt, sondern komplett glattrasiert richtig schauspielert. Nach einer gewissen Seherfahrung komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass der Mann meistens schlichtweg falsch eingesetzt wurde. Ich neige dazu, meine vielleicht zu voreilig getroffene Schubladisierung in die Ablage „Ponchoständer“ zu revidieren. Dennoch ist die eigentliche Schau einmal mehr Ede Fajardo als abgerissener und hundsgemeiner Banditenboss. Der Typ hatte zwar offensichtlich engere Verbindungen zur spanischen Rechten, aber eine tolle Leinwandpräsenz. So reizt er den Sado-Mexen mit Spaß in den Backen bis zum Äußersten aus. Ganz großes Kino. Dazu sehen wir Benito Stefanelli, der diesmal eine deutlich längere „Screentime“ bekommt, wenngleich wieder in üblicher Manier abtreten muss ;-) und die Charakterfresse von Antonio Iranzo als Fajardos Verbündeten. Im Mob reiten einmal mehr profilierte Kugelfänge wie Luis Barboo mit.
Was dem Streifen generell fehlt, ist eine Geschichte, die mehr als 50 Minuten trägt: So steht die zweite Hälfte im Zeichen von Verfolgungsjagden und Schießereien. Natürlich nicht schlecht, aber gerade letztere sind nicht wirklich dynamisch in Szene gesetzt. So rappelt’s zwar die ganze Zeit, doch so richtig Laune will sich erst wieder einstellen bei dem Schlussgimmick, der nicht ganz überraschend kommt, aber dem Gunslinger doch ein Grinsen in die Mundwinkel meißelte. Na gut, der besoffene Shamango im Gangspannungsfeld ist auch nicht schlecht ;-). Die Kameraabeit des im Genre viel gebuchten Francisco Marins ist überzeugend wie auch der Score Bruno Nicolais, der klassische Westernmotive mit italotypischen Whistlingeinlagen und Chören verbindet. Ennio Morricone dirigierte übrigens das Orchester; häufig war es ja umgekehrt.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 54 Gringos und Mexicanos

Explizite Brutalitäten:

  • Ferreras verspricht einem Yankee-Soldaten die Freiheit, womit er aber nur die Freiheit meint, ein Stück Blei ins Kreuz zu bekommen
  • Captain Reeves bekommt Dresche, als er den Mexen keine Blankounterschrift ausstellen will
  • Die Bandidos demütigen Mrs. Morrison (Anna Orso), Gattin des Bankdirektors (Franco „Frank“ Oliveras)
  • Larry (Stefanelli) vermöbelt Ladenschwengel Sam (Joaquin Blanco), um den Aufenthaltsort Shamangos zu erfragen
  • Shamango erhält eine Druckbetankung mit mehr als zwei Flaschen Whisky, um seine Pläne auszuspucken
  • Ferreras ist nachtragend, was die arme Vicky zu spüren bekommt

Liebe:

0/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten:

Shamango hat so einige Spezialausrüstung am Mann:

  • einen vierläufigen Derringer im Spazierstock
  • ein zum Gewehr ausbaubaren Colt
  • ein Schulterholster anstelle eines herkömmlichen Gurts

Shamangos Reflexe sind auch nach dem Genuss einer eigentlich tödlichen Menge Alks noch halbwegs in Ordnung

 

 


 

 

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