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Sieben Pistolen des MacGregor, Die

Info

OT: 
Sette Pistole per i MacGregor
AT:
Siete Pistolas para los MacGregor (SP)

Jahr: I/SP 1966
R:
Franco Giraldi ("Frank Garfield")
B:
Fernando Di Leo, Duccio Tessari u.a.
K: Alejandro Ulloa
M: Ennio Morricone
D: Robert Woods, Leo Anchóriz, Cris Huerta, Agata Flori ("Agatha Flory"), Fernando Sancho, Alberto Dell'Acqua

Quelle: TV (VOX)

 

Inhalt

Der aus Schottland eingewanderte Familienclan der MacGregors (bestehend aus den ollen Brüdern Harold (Francesco Tensi) und Alistair (George Rigaud) nebst Gemahlinnen und ihren sieben erwachsenen, ledigen Prachtsöhnen) lebt schon seit Jahrzehnten beschaulich an der Grenze zu Mexico und züchtet Zossen.
Leider sorgt in letzter Zeit die Gang des Ganoven Santillana (Leo Anchoriz) mit Viehdiebstählen für Ungemach im Umland; auch die MacGregors werden Opfer eines gewaltsamen Annäherungsversuchs einer Kohorte Santillanas. Die Bösewichter werden zwar recht locker in die Wüste bzw. über den Jordan geschickt, aber dennoch erscheint es Gregor MacGregor (*lol*, Robert Woods) sicherer, die Langnasenhirsche endlich für ordentlich Kohle zu verkloppen, statt sie als Fliegenfänger und leichte Beute für Pferdediebe auf der Koppel stehen zu lassen.
Es wird also aufgesattelt und sechs der MacGregor-Söhne ("Pfarrer"-MacGregor bleibt zurück, weil einer ja auf die Altvorderen aufpassen muss) reiten gen Las Mesas, wo man sich für die Herde einen ordentlichen Preis verspricht. Pustekuchen, denn in Las Mesas besitzt der hintertriebene Pferdemakler Crawford (Cris Huerta) ein gewaltsam erworbenes Monopol auf den Handel mit Gäulen und zahlt natürlich horrend unterhalb des Marktpreises. VHB gibts keine, und Unstimmigkeiten regelt der korrupte Sheriff (Antonio Molino Rojo). So landen unsere sechs Jünglinge hinter Gittern; zwar wird recht schnell wieder ausgebrochen, dennoch ist die Pferdeherde verschwunden.
Kein Geld, keine Gäule, dafür die Aussicht auf ein paar derbe Ohrwaschln vom ollen Alistair bei der Rückkehr nach Hause - eindeutig: Santillana muss jetzt dran glauben.
Mit der Hilfe der rassigen Rosita (Agata Flori), ebenfalls Santillana-geschädigt, nehmen's die sechs MacGregors mit dem übermächtigen Gegner auf. Während sich Gregor den Banditen anschließt und die Gang intern sabotiert, rüstet der Rest zum großen Gegenschlag ...

Zitate

"Whiskey und Gloria! Hurra auf die MacGregors!" (Der Familienschlachtruf der Sippschaft)

"Harold! Hier sind ein paar freundliche Pferdediebe, die dich sprechen wollen." (Harold empfängt die "freundlichen Pferdediebe" daraufhin mit zwei Ladungen 00-Schrot)

Die Kritik des Sargnagels:

Hui, da ist mir doch eine (kleine) Überraschung eingefahren und auch noch ´ne recht kuriose dazu.
Der Besetzung nach hab ich nicht viel erwartet, aber "Die sieben Pistolen..." überzeugt mit einer zwar aus Versatzstücken zusammen gebastelten, dennoch stringenten und schön am Köcheln gehaltenen Story. Mir ging zu Beginn immer wieder der Duke-Klassiker "Die vier Söhne der Katie Elder" durch den Kopp, in der zweiten Hälfte wird's definitiv zum "Für ein paar Dollar mehr"-Rip-Off.
Wie schon in Giraldis Italowestern-Erstling "Rocco - der Mann mit den zwei Gesichtern" gelingt der Crossover zwischen Anlehnung an den klassischen US-Western und Spaghetti-Style kurioserweise trotz einiger kleiner Schwächen und zieht sich auch durch den gesamten Streifen. Einerseits käsige Romantics zwischen Gregor und Rosita, das mit der Zeit nervige Familiengedöns, die klare Schwarz/Weiss-Zeichnung der Protagonisten/Antagonisten; andererseits ein ziemlich hoher Bodycount, deftige Kloppereien, Auspeitschungen und vor allem die wirklich beeindruckende Inszenierung des Endfights zwischen Gregor und Santillana - Italowestern pur.
Giraldi muss relativ gesehen einiges an Budget gehabt haben, es sprangen sogar Scherzereien wie gut abgedrehte Zugüberfälle raus, und 'ne Kiesgrube ist meilenweit nicht zu sehen. Alejandro Ulloa fängt auch wieder schöne Bilder und Einstellungen ein, und manches "Experiment" hat's wohl auch in die endgültige Schnittfassung geschafft.
Die Besetzung ist eher Standard; insofern sollte man Robert Woods hervorheben, dem es gelingt, endlich mal mehr als zwei Mimiken ins Gesicht zu zaubern. Ebenfalls über dem Schnitt agiert Leo Anchóriz als Santillana, der eine wichtige Stütze des Films darstellt. Er hat einfach die besten Szenen im Streifen. Witzigerweise hat Fernando Sancho im deutschen Vorspann die ersten Credits, dabei hat er nur 'ne Nebenrolle, die er auch nur eher gelangweilt ausfüllt. Agata Flori ist mal wieder was fürs Auge und hat dafür auch genügend "Airplay", nervt leider im letzten Drittel mit allzu devoten Anbiederungen.
Wie erwähnt, der Streifen ist irgendwie schräg ob der teilweise konträren Elemente, hat dadurch aber ein ziemlich individuelles Flair. Trotz aller Makel und Stolperer (wenn z.B. Gregor nach seiner Auspeitschung innerhalb von Stunden völlig regeneriert) ist der Film kurzweilig, und es überwiegen die Höhepunkte.

Letztendlich geht der Daumen hoch ;-)

 Anmerkung zur deutschen VOX-Fassung:

Selten so gelacht beim Vorspann. Hier mal ein Auszug: Frank Grafield (da hat man sogar das Pseudonym des Regisseurs falsch geschrieben...), Robert Wood, Agatha Flory, Ennio Morriconi (!) ...

Rating: $$$$-

Explizite Brutalitäten:

  • Gregor wird von Santillana übelst ausgepeitscht, danach darf sich noch das Gesinde am eh schon Verdroschenen gütlich tun.
  • Mehr als einmal fängt sich Rosita ´ne Maulschelle von Gregor. Was sich liebt, neckt sich hier deftig.
  • Crawford wird von Santillana ans Pferd gefesselt entlang der Strasse hin und her durch eine Feuerwand gezogen

Liebe:

4/10 (trotz der rüden Attacken ist Hochzeit in Weiß beschlossene Sache bei Rosita und Gregor)

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

Mithilfe mehrerer Stiefelsporen basteln sich die MacGregors eine "Fräse", mit der sie sich durch den Gefängnisputz durcharbeiten. Die Fräsgeräusche werden durch Mundharmonika-Spiel übertönt.

 

 

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