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Tex und das Geheimnis der Todesgrotten

Info

OT:
Tex Willer e il Signore degli Abissi
AT:

Tex und das Geheimnis der Todeshöhlen
Tex and the Lord of the Deep (int.)

Jahr: I 1985
R: Duccio Tessari
B: Giorgio Bonelli, Gianfranco Clerici, Marcello Coscia
K: Pietro Morbidelli
M: Gianni Ferrio
D: Giuliano Gemma, William Berger, Carlo Mucari, Peter Berling

Quelle: VHS (Ocean)

 

Inhalt

Tex Willer (Giuliano Gemma) ist von Hauptberuf Ranger. Im Nebenjob leitet er noch als Häuptling die Geschäfte eines kleinen Navajo-Stammes, bei dem er sich’s von Zeit zu Zeit wohl sein lässt. Eines Tages schaut sein Ranger-Kollege Kit Carson (William Berger) vorbei und stört Tex’ eher beschauliches Indianerdasein: Ein Waffentransport der Regierung, geleitet von einem gemeinsamen Freund der beiden Ranger, ist trotz höchster Sicherheitsstufe verschwunden. Also auch eine persönliche Sache. Tex, sein Indianerkumpel Tilia (Carlo Mucari) und Kit machen sich auf die Suche und stoßen bald auf die Überreste des Transports, sprich die massakrierte Wachmannschaft, deren Leichen seltsamerweise komplett mumifiziert sind. Am Tatort findet sich auch ein fremdes Amulett, das später in Mexiko ein schrulliger Bekannter, der immer mit Kaftan und Fez herumlaufende Morrisco (Peter Berling), als alt-aztekisch identifiziert. Im hohlen Talisman befinden sich zudem einige Kristalle vulkanischen Ursprungs mit durchschlagender, letaler Wirkung, wie ein entsprechendes Experiment an Morriscos Piranhas beweist.
Die weiteren Recherchen der drei Ermittler ergeben folgendes: Die geklauten Waffen sind via mexikanische Banditen gedacht für eine indianische Sekte, die zumindest in Mexiko sämtliche Weißen eliminieren möchte. Unter Führung der Prinzessin Tulag (Isabel Russinova) und Schweine- äh, Hohepriester Kanas (Flavio Bucci) will diese Sekte alle Stämme der Umgebung sammeln, um eine schlagkräftige Streitmacht zu gründen. Das Stöffchen für die Mumifizierung fördert nebenbei ein oller Zausel (Riccardo Petrazzi) in einer lavadurchspülten Grotte zutage. Jetzt gilt’s für Tex und seine Mitstreiter, die kruden Sektenpläne zu durchkreuzen.

Zitate

Tex zu Kit: „Jedes Mal, wenn ich deine stinkige Zigarre rieche, rieche ich Ärger.“

Kit: „Du weißt, dass Major Doyle nichts mehr hasst als Erfolglosigkeit.“ – Tex: „Und warum ist er dann immer noch Major?“

Tex: „Weißt du, ich werde dir mal einen Trick zeigen, den mir die Apachen beigebracht haben. Manchmal sind sie ja wie die kleinen Kinder. So verspielt. Ich fürchte nur, du wirst nicht viel Freude daran haben.“ (Da kann was dran sein, wenn der Hauptbestandteil des „Tricks“ wie hier eine rotglühende Messerklinge ist)

Die Kritik des Gunslingers:

Duccio Tessari und Giuliano Gemma trafen sich 1985, ziemlich genau 20 Jahre nach „Eine Pistole für Ringo“, ihrer ersten Kooperation, auf einen letzten Western. Der Streifen entstand nach einer italienischen Comic-Reihe um den Ranger Tex Willer, die seit Ende der Vierziger Jahre erscheint.
Das Ergebnis ist ein weitgehend passabler Blend aus Western, ich verzichte hier bewusst auf das Präfix „Italo-“, Horror und Fantasy, wobei letztere Zutaten nur seeeehr zurückhaltend Verwendung fanden. Die von einigen Rezensenten gezogenen Vergleiche zu „Indiana Jones“ sind - nun ja - gewagt: Da hat sich wohl der eine vom anderen inspirieren lassen, ohne wirklich den Film, welchen auch immer, gesehen zu haben.
„Italo“ ist an dem Streifen eigentlich nur die Produktion und der Drehort Almeria. Ansonsten hält sich der Film weitgehend an die durch den „klassischen“ US-Western gesetzten Standards, ergänzt um einige Karl-May-Elemente. Das betrifft vor allem die Abenteuer-Bestandteile, Figurenkonstellation und Kameraarbeit, aber auch den orchestralen Score von Gianni Ferrio, der mich teilweise an Martin Böttchers Werke erinnert, was Instrumentierung und Melodieführung angeht. Die Italofahne hoch hält bestenfalls noch der alte Recke Aldo Sambrell, der wieder mit Lust den durch und durch fiesen Mexenboss gibt.
Schade ist, dass der Streifen so bierernst daherkommt. Gerade Berger und Gemma, die ich ja beide wegen ihrer Fähigkeit zur Selbstironie schätze, hätten - bei diesem Stoff zumal - kräftig vom Leder ziehen können. Was nur bei Berger ansatzweise passiert, während Gemma weitgehend humorfrei agiert und auch seine Ambivalenz aus alten Italowestern-Tagen schaderweis' abgelegt hat. Es fällt ein bisserl schwer, dem deutlich gealterten Haudegen bei all' seiner unzweifelhaft vorhandenen Form den kaum beizukommenden Recken abzunehmen. Und auf diese Moralinsäure stehe ich ja eh' nicht. Da wäre jedenfalls eine richtig feine Komödie drin gewesen. So bleibt’s bei Durchschnittskost, die weder sonderlich ergötzt noch langweilt.

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 7 Gringos, 21 Mexikaner, 35 Indianer

Explizite Brutalitäten:

  • El Dorado (sic!) (Aldo Sambrell) erschießt einen Spießgesellen, der ihn mit seinem Pferd aus der Scheiße rettet: Zwei auf einem Zossen? Disculpe, Compadre, zu schwer.
  • Die Sekten-Indianer hängen Kit und Tilia zwecks späterer Opferung gekreuzigt an einen Felsen

Spezialitäten

Die Götzendiener fördern in einer Höhle Kristalle, die per Blasrohr verschossen zu sofortiger Mumifizierung und Versteinerung der Opfer führen.

Liebe:

Nope, Sir

Splatter

2/10

 

 

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