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Info

OT:
Giu la testa!
AT:

Il était une Fois … la Révolution (F)
Duck, you sucker!

Jahr: I/F 1971
R: Sergio Leone
B: Sergio Donati, Luciano Vincenzoni
K: Giuseppe Ruzzolini
M: Ennio Morricone
D: Rod Steiger, James Coburn, Romolo Valli, Antoine Saint-John, David Warbeck

Quelle: TV (SWR)

Poster, Lobbycards etc. von "Todesmelodie"

 

Inhalt

Juan Miranda (Rod Steiger) und seine bunt zusammen gewürfelte Großfamilie leben im Mexiko General Huertas hervorragend von Raubüberfällen aller Art, unbeeindruckt davon, dass „La Revolucion“ sich bereit macht für die nächste Runde. Dieser Trott ändert sich, als die fidele Sippschaft auf den motorisierten Gringo John Mallory (James Coburn) trifft, seines Zeichens emigrierter Ex-IRA-Kämpfer und Sprengstoffexperte vor dem Herrn. *EINSCHUB* Hierauf spielt der Originaltitel an, denn eben dieses – „Zieh den Kopf ein!“ - ruft Mallory wiederholt Miranda zu, wenn er mit seinen Explosivitäten hantiert. *EINSCHUB-ENDE*
Mallory soll mit seinem umfangreichen Knaller-Sortiment eigentlich einem lokalen Minenbesitzer bei der Ausbeutung einer Silber-Bonanza helfen, während die Mirandas den Iren für einen lukrativen Banken-Ripp im reichen Mesa Verde gewinnen wollen. Als Mallory dankend ablehnt, „überzeugen“ die Mexe ihn von ihrer Sache, indem sie seinen neuen Arbeitgeber kurzerhand umlegen und dem Iren einen Steckbriefeintrag bescheren.
Doch groß ist der Schock für Miranda als er mit den Seinen am Zielort eintrifft: Aufgrund der zunehmenden Unruhen hat sich Mesa Verde zu einen wuseligen Armee-Stützpunkt gewandelt. Auf Initiative Mallorys schließt man sich der lokalen revolutionären Zelle unter Dr. Villega (Romolo Valli) an: Doch Miranda, der getreu Mallorys Motto - „Revolution ist Konfusion“ - hofft, den dicken Reibach zu machen, wenn die Revolutionäre losschlagen, hat sich getäuscht: Die Bank ist zwischenzeitlich ausgelagert und in dem Gebäude ein Gefängnis untergebracht, so dass Juan, als es soweit ist, mit Mallorys Hilfe anstatt des erhofften Zasters lediglich 350 politische Gefangene befreit. Nach der Einnahme Mesa Verdes ist Miranda zwar ein gefeierter Revolutions-Held, doch immer noch ohne Penunzen und innerlich der alte Galgenstrick geblieben. Als dann die Regierungstruppen unter General Reza (Antoine Saint-John) mit aller Härte zurückschlagen, bleibt selbst dem nie um einen Ausweg verlegenen irisch-mexikanischen Doppel erstmal die Spucke weg.

Zitate

„Jungs! Wie oft hab’ ich’s euch gesagt: Geschossen wird nur, wenn Papa den Abzug drückt.“ (Juan hat seine Söhne nicht immer in Griff)

Die Kritik des Gunslingers:

Nach „Spiel mir das Lied vom Tod“ gilt vorliegender Streifen als Mittelteil einer inoffiziellen Trilogie Leones zum Thema "Amerika", die er dann 1984 tatsächlich mit seinem letzten Film „Es war einmal in Amerika“ beendete. Amerika taucht hier nur als ein Bild auf, das sich Mallory und Miranda machen: die Fantasie über ein Land, in dem Milch und Honig fließen, und zwar in Form von Dollars, die nur noch einzusammeln sind. Beide werden Schlaraffia allerdings nie erreichen. Vielen gilt „Todesmelodie“, der einen Abstecher nach Mexiko unternimmt, als einer von des großen Sergios schwächeren Western: eine Einschätzung, die ich nicht teile.
Der recht langsame Film vollzieht in der ersten Hälfte einen fein abgestuften, bruchlosen Stimmungswechsel, dessen Unmerklichkeit von der großen Meisterschaft Leones zeugt. Los geht’s als fast schon slapstickhafte, grelle Satire. So steigt gleich zu Beginn der barfüßige, abgerissene Miranda in eine Nobelkalesche ein und das auch nur, weil der Kutscher (Conrado San Martin) seine reichen Passagiere ärgern will. Die lassen es sich nicht nehmen, über die armen Mexikaner herzuziehen und Miranda nach Strich und Faden zu demütigen, während die Kamera in Closeups auf den lästernden und fressenden Mündern ruht. Das hat schon was Buñueleskes. Das erste Zusammentreffen der Mirandas mit Mallory erinnerte mich dagegen zum Beispiel an klassische Laurel-/Hardy-Komödien: Die Mirandas demolieren Mallorys Motorrad, während sich dieser mit der sprengstoffgestützten Demontage der erbeuteten Kutsche revanchiert. Zunehmend werden aber die humorvollen Nuancen seltener und es gewinnt ein rauer, brutaler Ton die Oberhand, der in einer wirklich heftig inszenierten Massenerschießung von mexikanischen Zivilisten durch das Mex-Militär gipfelt. Das erinnert nicht zufällig an bekannte Doku-Bilder vom Holocaust.
Im Gegensatz zum Vorgänger lässt sich hier eine deutliche politische Komponente ausmachen, in der Leone grundsätzlich mit den Entrechteten sympathisiert. Gleichzeitig stellt er aber auch den Sinn von Revolutionen in Frage, die auch im Erfolgsfall zumeist solange zerlabert werden, bis die Änderungen nur noch marginal, durchgreifende Verbesserungen für die Armen gar nicht mehr spürbar sind.
Das Produktionsbudget war offensichtlich mehr als ordentlich, was seinen Niederschlag findet im fulminanten Gunplay, der üppigen Komparserie, der schönen Ausstattung und nicht zuletzt dem Engagement von Oskar-Preisträger Rod Steiger sowie James Coburn. Gut ist auch die klassische Kameraarbeit von Giuseppe Ruzzolini und Franco Delli Colli, der im zweiten Team fotografierte, das Alberto di Martino als Regisseur leitete. Für die Sounds und Spezialeffekte zeichnete Antonio Magheriti verantwortlich, um mit diesem jetzt auch mal das Namedropping abzuschließen. Der Score von Morricone ist entspannt und hörenswert: Whistling, ein Soundwords intonierender Chor, Violinen, Flöten und Banjo sowie die glockenhelle Stimme von Edda Sabatini aka „Edda dell’Orso“, die auch etliche Morricone-Scores veredelte.

Rating: $$$$$

Bodycount:

> 200 (grob geschätzt)

Explizite Brutalitäten:

Zahlreiche Erschießungen von Oppositionellen, Revolutionären und Zivilisten durchs Militär. Zusätzlich ermorden die Militärs an die 100 Frauen, Kinder und Greise, die in einer Grotte Unterschlupf gesucht haben

Spezialitäten

  • 1913 gibt’s halt schon Motorräder, „richtige“ Maschinengewehre und Panzer, auch in Mexiko
  • Mallory führt ein ganzes Sprengstoff-Arsenal mit: von Dynamit mit lang oder kurz brennenden Lunten bis zum Nitroglycerin, Eben alles für den Hausgebrauch

Liebe:

Es ist Revolution, und jeder geht hin: 0/10

Splatter

1/10

 

 

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