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Verflucht, Verdammt und Halleluja

Info

OT:
... e poi lo chiamarono il Magnifico

AT:
Ein Gentleman im Wilden Westen (DDR)

Magnifico, il Uomo dell'Est (I)

Jahr: I 1972
R: Enzo Barboni ("E.B. Clucher")
B: Enzo Barboni
K: Aldo Giordano
M: Guido und Maurizio De Angelis
D: Mario Girotti ("Terence Hill"), Gregory Walcott, Harry Carey Jr., Dominic Barto, Yanti Somer, Riccardo Pizzuti

Quelle: TV (mdr, Tele 5)

Weitere Daten und Infos zu "Verflucht, Verdammt und Halleluja" in der SpencerHill-Datenbank.

 

Inhalt

Im Jahr 1880 reist der Engländer Sir Joseph Moore (Mario Girotti) in den "Wilden Westen". Auf Wunsch seines Vaters, der im Puff sein Banditenleben ausgehaucht hat, soll er sich mit dessen alten Kumpanen treffen, damit diese ihn zum Mann machen. "Bull" Smith (Gregory Walcott), "Holy Joe" (Harry Carey Jr.) und "Monkey" (Dominic Barto) staunen nicht schlecht, als sich der englische Schnösel mit Fahrrad und Fechtausrüstung als Sohn ihres verblichenen Bosses entpuppt. Als Joseph sich in Candida (Yanti Sommer) verliebt, muss er sich schleunigst das zum Überleben nötige Rüstzeug draufschaffen: Sein Konkurrent bei der Schönen ist der mit allen Wassern gewaschene Morton Clayton (Riccardo Pizzuti). Zudem ist Candidas Vater, der reiche Viehzüchter Austin (Enzo Fiermonte), scharf aufs Land, das Joseph von seinem alten Herrn geerbt hat.

Zitate

Joe: "Das war ein Gedicht." - Mitreisender: "Dacht' ich mir." - Joe: "Walt Whitman, Dichter der ..." - Mitreisender: "Danny Dillman. Viehtreiber."

Schreiner: "Die Familie wächst, die Arbeit wird weniger. Es wird ja heutzutage kaum noch jemand erschossen. Die Cowboys sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wo gibt's noch Männer, die einen Saloon kaputt schlagen? Ja, die Welt hat sich verändert, meine Freunde." - Bull: "Hört zu, wir müssen was für ihn tun. Der Kerl hat acht Mäuler zu stopfen."

Joe: "Der Boden hier ist weich und saftig ... wie ein Kuchen. Tu ein Samenkorn hinein, und er wird dir die schönsten Früchte schenken. Ich versteh was davon: Ich bin Agronom." - Bully: "Joe, was du da in der Hand hältst, ist Pferdescheiße."

"Es ist zwar peinlich, aber nicht ausgeschlossen, dass ich mir eine andere Unterhose anziehen muss." (Joe nach seinem ersten Duell mit Clayton)

Die Kurzkritik des Gunslingers:

Eher stille Komödie von Enzo Barboni aus dem Jahr 1972, die nie ins klamaukige abgleitet. "Terence Hill" hat zwar reichlich Gelegenheit zum Faxen machen. Doch die Hauptrolle spielt eher das zunehmende Verschwinden des alten Westens und seiner Werte, symbolisiert durch das unaufhaltsame Vordringen der Eisenbahn: Auf der Flucht vor der voranschreitenden Zivilisation landen Bull, Holy Joe und Monkey schlussendlich am Pazifik, während im Hintergrund ein Zug vorbeidonnert. Sie erkennen, dass der Westen nicht mehr unendlich und ihre Zeit vorbei ist.

Die Kritik des Sargnagels:

Mit "Verflucht, Verdammt und Halleluja" verabschiedete sich Enzo Barboni vom Italowestern-Genre eher leise und wehmütig mit einem Terence Hill Solo-Streifen, statt nochmals das Kassenknüller-Duo Spencer/Hill als müder Joe und Bambi auf Humor-Hochtouren laufen zu lassen (Was den Abschied anbelangt: die 23 Jahre später gedrehte, etwas fehlgeschlagene Reminiszenz ans eigene Schaffen "Trinity und Babyface - Vier Fäuste geh'n zum Teufel" lassen wir mal außen vor...).
Die Handlung ist zwar kein Quell der Innovation - alternde Gunslinger, die einen jungen Burschen zur "Straßentauglichkeit" hochpäppeln, gibt's zuhauf im Italowestern - doch die Umsetzung als Komödie kitzelt dem Stoff nochmal ein paar Quentchen heraus.
Barboni gelang der Kunstgriff, Girotti einerseits als den Botschafter der unaufhaltsamen Zivilisation darzustellen und ihn andererseits durch die "Tugenden" des Wilden Westens reifen zu lassen. Girotti selbst darf eine seiner anspruchsvollsten Western-Rollen zeigen, ist sein Charakter wesentlich vielfältiger angelegt als z.B. Trinity bzw. Nobody oder dem gesichtssteifen Cat Stevens aus der Colizzi-Trilogie. Ihm zur Seite stehen mit Dominic Barto, Harry Carey Jr. und Gregory Walcott drei ausdrucksstarke Sidekicks, die nicht nur als Stichwortgeber funktionieren, sondern auch für den ein oder anderen Gag selbst verantwortlich sind.
Die dauerschmachtende Candida dürfte den Karrierehöhepunkt der jungen Finnin Yanti Somer darstellen, danach wurden die Rollen kleiner und die Filme trashiger, bis sie Anfang der 80er vollständig von der Bildfläche verschwand. Ich sag mal Schade, der Augenschmaus hat mit Girotti auch schon bei "Vier Fäuste für ein Halleluja" ganz ordentlich harmoniert. Die Nebenrollen sind vollständig mit Italowestern-Stammpublikum besetzt, genannt seien hier z.B. Riccardi Pizzuti, Sal Borgese, Steffen Zacharias, Claudio Ruffini, Spartaco Conversi, Giovanni Cianfriglia ... durch die Bank erfahrene Blei- und Faustfänger des Genres und Garanten für eine stimmige Atmo.
Als gelernter Kameramann legte Barboni auch bei seinen Regiearbeiten immer hohen Wert auf die visuelle Qualität, und Aldo Giordano hält die Klasse. Die Szenen sitzen auf den Punkt und haben Rhythmus - auch Schnitt-technisch fährt man das Barboni-bekannte hohe Niveau.
Hervorzuheben sei die musikalische Untermalung der de Angelis-Brüder, die wohl ihre beste Arbeit im Western-Genre abgeliefert hatten.
Alles in allem feinste Zutaten, doch die Höchstwertung ist einfach nicht drin, weil der Streifen doch ein paar kleine Längen und insgesamt auch etwas zuviel Schnulz und Vorhersehbarkeit mitbringt. Im Vergleich zu "Die Linke und die Rechte..." / "Vier Fäuste..." fehlt mir auch die gewisse Deftigkeit, auch in der Synchro.
Summa Summarum: Hervorragende Handwerksarbeit mit Abzügen in der B-Note - macht unterm Schnitt immer noch überm Schnitt (Zwinkern)

Rating: $$$ (GS) / $$$$- (SN)

Bodycount:

0

Explizite Brutalitäten:

Nada

Liebe:

Sir Joseph und Candida sind für einander bestimmt: 6/10

Spezialitäten

Sir Joseph hat ein "Klappfahrrad" und eine Fechtausrüstung im Handgepäck

 

 

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