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Wildeste Westen, Der

Info

OT: 
West & Soda

Jahr: I 1965
R, B:
Bruno Bozzetto
B, R: Attilio Giovannini
K:
Luciano Marzetti, Roberto Scarpa
M:
Giampiero Boneschi

Quelle: VHS (Atlas)

 

Inhalt

Rau und erbarmungslos ging’s zu in Wild West. Es dräuten nicht nur die Gefahren der Wildnis oder die schwäääääre Landarbeit. Zudem rückten einem die Ureinwohner regelmäßig auf den Pelz, und Recht und Gesetz nahm man besser in die eigene Hand. Es waren die Zeiten, in denen Großrancher und Eisenbahnindustrielle Law & Order für eigene Zwecke durchsetzen ließen und gedungene Gunslinger Hochkonjunktur hatten.
In jenen Tagen fristet in einem entlegenen Teil der Prärie die holde Clementine ihr auskömmliches Dasein auf ihrer schnuckligen Farm, dem einzigen fruchtbaren Stück Land in weitem Umkreis. Doch etwas vergällt der Maid das prinzipiell süße Leben: Der fiese Großgrundbesitzer Thugs ("Samtfinger") will Klementine schon seit Jahren ehelichen, denn ihr Land ist die letzte fehlende Parzelle, damit ihm im lauschigen Tal endlich ALLES gehört.
Clementine jedoch sträubt sich so vehement wie erfolgreich gegen sämtliche Offerten des Widerlings. Der lässt dafür hin und wieder seine Gunslinger Ursus und Slim („Bubi“) als "Brautwerber" vorsprechen und entsprechende Bandagen anlegen. Da erscheint wie himmelsgesandt der cooooole Revolverheld Johnny auf der Farm. Bei der jungen Bäuerin entflammt sofort die Liebe und auch die Hoffnung, dass Johnny sie gegen Thugs beschützen kann. Dieser aber ist vom Leben gezeichnet und hat der Schießerei abgeschworen, seitdem er vor Jahr und Tag seinen Psychiater umgelegt hat. Aber: Things-are-a-changing ;-).

Die Kritik des Gunslingers:

Nach einer Reihe von kurzen Zeichentrickfilmen – unter anderem mit dem inzwischen legendären „Signor Rossi“ – legte Regisseur Bruno Bozzetto seinen ersten abendfüllenden Trickfilm vor.
In den für Bozzetto typischen flächigen, zweidimensionalen Zeichnungen und der recht einfach wirkenden Animationstechnik nähert sich der Film dem damals gerade aus den Startlöchern kommenden Spaghettiwestern-Genre. Naheliegend, denn der Italowestern malt ja ebenfalls mit kräftigem, oft wenig differenzierendem Pinselstrich und arbeitet zudem gerne mit Manierismen. Gerade letztere bieten sich natürlich an für ein Projekt, das offensichtlich Genreparodie und Reverenzerweis in einem sein soll.
Da treffen sich Clint Eastwood und Lee van Cleef, denen man recht eindeutig „Johnny“ und „Slim“ zuordnen kann, während die übrigen Figuren ein Blend der einschlägigen Genre-Stereotypen sind. Klassische Torturen tauchen in humoristischer Form auf, wie das Eingraben bis zum Hals mit begleitender Ameisenbehandlung. Schön auch die Sequenz, in der Thugs eine von mehreren gefangenen Fliegen aus einem kleinen Käfig heraus lässt, um diese dann abzuknallen. Kommt uns ebenfalls irgendwie schwer bekannt vor, nech? (Zwinkern)
Nebenher gibt’s eine große Anzahl von Gimmicks, die man wahrscheinlich erst nach wiederholter Degustation des Streifens vollständig erfasst: Kühe, die gleichzeitig fast schon ein griechischer Chor, Milchbar und Luftschutzsirene sind, Pferde mit Motor, italienischer Sportwagenhupe und eingebautem Werkzeugkasten, Clementines dauerbesoffener Hofhund oder das Huhn, dem dauernd der Kamm runter fällt. Sehr stylish inklusive der „richtigen“ Kameraeinstellungen ist dann der Showdown zwischen Johnny, Slim und Ursus gelungen.

Rating: $$$$

 

 

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