Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Zwei wilde Companeros

Info

OT: 
¡Viva la muerte... tua!

AT:

Zwei Galgenvögel geben Zunder
Zwei tolle Compañeros

Jahr: D/I/SP 1972
R: Duccio Tessari
B: Dino Maiuri, Massimo de Rita, Juan de Orduna y Fernandez, Günter Ebert
K: José F. Aguayo
M: Gianni Ferrio
D: Franco Nero, Eli Wallach, Lynn Redgrave, Eduardo Fajardo, Horst Janson, Dan van Husen

 

Inhalt

Der russische Großfürst Dimitri Orlowsky (Franco Nero), nur genannt „Der Russe“, schlägt sich im Jahr 1912 mit Überfällen und Trickbetrügereien durch den Westen. Von einem alten Zausel (José Jaspe), dem er in seiner neuesten Inkarnation als falscher Priester die Beichte abnimmt, erfährt er von einem Goldschatz: eine Million Dollar schwer und verbuddelt in einem mexikanischen Kaff an unbekannter Stelle. Mehr dazu weiß angeblich ein in Yuma einsitzender mexikanischer Schwerverbrecher, der auf den Strang wartet. Wieder erweist sich der Priesterrock als vortreffliche Tarnung, da sich der Russe als Beichtvater des Delinquenten (Eli Wallach), Lozoya mit Namen, in den Knast einschleusen kann. Der schlitzohrige Mex spuckt immerhin aus, dass zwei Landkarten nötig sind, um die genaue Lage der Moneten zu bestimmen. Diese Karten sind wiederum im Besitz von zwei Männern, denen diese auf den Arsch tätowiert sind. Jetzt weiß der Russe zwar, in welchem Kaff der Zaster verscharrt ist, nicht aber wo dort, während der Mex wiederum die Namen der Tätowierten kennt, nicht aber den Ort.Beide kommen nur gemeinsam an die Penunzen ran, also sind gemeinsame Flucht sowie Gründung einer AG zwecks Gewinnoptimierung obligatorisch.
Zwischenzeitlich schließt sich ihnen eine irische Journalistin (Lynn Redgrave) an: Die will der Story wegen die Revolución wieder in Gang setzen, in dem sie Lozoya als den im Knast von Yuma verschiedenen, sagenhaften Volkshelden „El Salvador“ nach Mexiko bringt. Weitere Parteien, die die ungestörte Schatzsuche des Russen und Lozoyas behindern, sind ein perverser mexikanischer General (Eduardo Fajardo), der des Mexikaners habhaft werden will, um ein Exempel zu statuieren, sowie der Sheriff (Horst Janson) von Yuma, der durch Schuld seines Vetters, des Russen, dauerhaft eine Halskrause tragen muss.

Zitate

Sheriff: „Der wird sich wundern: Denkt, hier steht der Weihnachtsmann, stattdessen gibt’s ein Tütchen Blei.“

Mary: „Ich freue mich auf den 2. November. Das wird der schönste Tag in meinem Leben!“ – Russe: „Wieso denn das? Beginnt dann der Sommerschlussverkauf?“

Mary: „Halt!! Ein Ehrenmann lässt keine Dame im Stich!“ – Lozoya: „Wie kommen Sie denn auf ‚Dame’? Und den Stich können wir später nachholen.“

Russe: „Guck mal, wie der guckt. Der hat auch noch Basedow.“

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur Duccio Tessari, der uns immerhin mit seinen Ringo-Filmen beglückte, versuchte sich hier an einer reinen Westernkomödie, ohne allzu viel eigenes Gehirnschmalz zu verfeuern. So nahm man sich offensichtlich das Genre vor und durchforstete es mit Erfolg nach brauchbaren Ideen.
Das Potpourri, das schließlich Eingang in die Story dieses Streifens fand ist breit gefächert: Es reicht unter anderem und zuerst von den Revolutionsfilmen Corbuccis, „Mercenario“ und „Zwei Compañeros“, was beispielsweise die Figurenkonstellation angeht, über „Zwei glorreiche Halunken“, die die Schatzgeschichte beisteuerten, bis hin zu meinetwegen „Es geht um deinen Kopf, Amigo“ zum Thema Arschgeweih. Nicht von ungefähr bewegt sich der deutsche Titel deutlich im Fahrwasser der „Zwei Compañeros”. Genrekenner werden garantiert noch weitere Streifen entdecken, die hier als Inspirationsquelle angezapft wurden.
Das Verdienst Tessaris ist es nun, sämtliche zusammengeklaubten Ideen miteinander zu verschrauben, ohne dabei Schiffbruch zu erleiden. Zwar hat der Film keine eigene Handschrift und kommt auch nicht an Spitzenprodukte wie „Mercenario“ heran, doch herausgekommen ist eine schmissige Komödie, die gut zu unterhalten weiß. Unter den insgesamt soliden Darstellern sind besonders die Nebenrollen von Fajardo und Janson vortrefflich besetzt: Erster liefert mit offensichtlichem Augenzwinkern die x-te Fassung des charmanten Wüstlings und Folterers in Uniform; letzterem steht der rachsüchtige Verwandte, der dem Objekt seines Hasses alles, nur keinen schnellen Tod wünscht und dafür schon mal auf die Dienste eines Generators und zweier Kabel zurückgreift, trefflich zu Gesicht.
Die Atmo ist ordentlich und durch die klassischen Spaghetti-Kamera passend ins Bild gesetzt. Zudem stand für diese Co-Produktion offensichtlich jede Menge Kohle zur Verfügung, was sich in der üppig besetzten Komparserie und dem ordentlichen Gunplay niederschlägt. Für die deutsche Fassung lieferte der notorische Rainer Brandt einmal mehr eine allerdings gemäßigte Kalauer-Synchro, à la „Gib mir Scheuerfutz!“, die nicht jedem gefallen mag, hier aber durchaus passend ist.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 7 Gringos, ca. 115 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Sheriff Randall foltert seinen Vetter, den Russen, mit Strom, um ihm die Halskrause heimzuzahlen

  • General Vargas benutzt wiederholte Male Streifen frischer Tierhaut, um den Russen und Lozoya zu fesseln, wenn er ihrer wieder Mal habhaft wird. Der Kick: In der Sonne schneiden die sich zusammenziehenden Riemen „durch bis auf die Knochen“

Liebe:

*Hust! 0/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten:

  • Der Sheriff trägt notgedrungen eine Halskrause aus Stahl, die mit einem ebensolchen kugelsicheren Brustpanzer verbunden ist
  • Lozoya besitzt eine abgesägte, doppelläufige Schrotflinte, die schwer was wegschafft; der Russe vertraut auf seine automatische Pistole
  • Selbstverständlich kommen Autos, Motorräder und Panzerwagen zum Einsatz
  • Die Journalistin Mary ist ob ihrer Schlagkraft offensichtlich ausgebildete Boxerin

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien