Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Brandl Pictures spielen in der höchsten Amateurklasse - Ein Gespräch mit Monika, Helmut und Günther Brandl

(November 2011) Filmverrückt sind die Geschwister Brandl seit Kindertagen, so war es kein weiter Schritt, mit der nagelneuen Video-Kamera selbst zur Tat zu schreiten. Das war 1998, die Geburtsstunde von Brandl Pictures. Heute, rund 50 Filme später, stehen die Brandls für Independent-Filme auf technisch hohem Niveau.

Nicht nur in Niederbayern wurde man auf die No-Budget-Filmer aufmerksam, die in ihren Werken nicht nur (Kunst-)Blut zelebrieren, sondern durchaus höhere Ambitionen haben, dabei aber ihrem Amateur-Status treu bleiben. Die Maniax stießen eher per Zufall auf die rührigen Bayern und trafen sich mit Monika, Helmut und Günther Brandl zum virtuellen Plausch.

FM: Erinnert ihr euch noch an euren ersten Film? 

Günther: Der Start unseres ersten Filmes war eigentlich Chaos pur… Wir hatten unsere allererste Videokamera genau drei Tage, als wir mit dem Dreh begannen – der Sprung ins kalte Wasser also. Entsprechend grottig war er dann auch ;-). Doch war für uns schon seit Kindertagen klar, dass wir selbst Filme machen wollen. 

Helmut: Das lustige ist, dass man bereits an unserem ersten Film – einer James-Bond-Parodie – unsere Philosophie sehen konnte: „Unmöglich ist nichts“. Wenn man einen Film machen will, dann soll man einfach machen. Von anderen Filmemachern hört man oft, dass sie Filme nicht drehen, weil's "nicht möglich ist". Quatsch, du kannst alles drehen! Wenn du Independentfilmer bist, gibt’s keine Grenzen. Weil's nicht perfekt werden muss. Weil es das ja gar nicht sein kann… Und besonders letzteres muss sich auch der Zuschauer bei einem Amateurfilm immer wieder vor Augen halten. 

Monika: Es ist wichtig, sich der eigenen Unzulänglichkeit bewusst zu sein. Wer sich als Independentfilmer mit Hollywood vergleicht, kann nur verlieren und ist am Ende frustriert… 

Helmut: Allerdings sollte sich auch kein Filmemacher scheuen, sich zumindest thematisch auch mal an Hollywood zu orientieren ;-). 

FM: Ihr seid also als reine Fans gestartet, sozusagen vom Kinosessel hinter die Kamera? 

Günther: Genau. Keiner von uns hatte Erfahrungen mit dem Filmemachen bis dahin – war also alles "learning by doing". 

Helmut: Ich finde, selbst praktische Erfahrungen zu sammeln ist sinnvoller, als sich sein Wissen aus Büchern zusammenzusammeln. So was macht mir eher weniger Spaß… ;-) 

Monika: … zumal Theorie doch die Inspiration nimmt!  

FM: Wann hat die Geschichte dann den Schülerprojekt-Status verlassen und sich auf breitere Füße gestellt?  

Günther: Hm, einen "Schülerprojekt-Status" hatten wir wohl zu keinem Zeitpunkt ;-). Wir haben ja schon von Anfang an versucht, "richtige" Filme zu drehen, wenn diese auch anfangs wirklich unglaublich schlecht waren. Jeder weitere Fortschritt kam nach und nach. Unsere Akteure kommen aber bis heute noch überwiegend aus unserem Freundeskreis. Der Unterschied ist allerdings, dass sich Freundschaften heute mehr oder weniger aufgrund des Filmemachens bilden, das spielte früher noch keine Rolle.

FM: Jetzt stehen drei Geschwister an der Spitze von Brandl Pictures, auch was das Filmemachen angeht: Wie teilt ihr euch da auf? 

Helmut: Früher hat Monika sich noch mehr zurückgehalten, aber jetzt führen wir eigentlich bei jedem Film gemeinsam Regie. Ansonsten hat natürlich jeder seine Spezialgebiete, klar. Meins ist zum Beispiel die Kamera. 

Monika: Ich war ja erst 13, als es mit der Filmerei los ging und habe mich in den letzten Jahren sozusagen mit an die Spitze hochgeboxt ;-). Inzwischen führe ich nicht nur mit Regie, sondern schreibe meist auch beim Drehbuch mit. Beim Dreh selbst bin ich überwiegend für den Ton zuständig, fürs Make-up, teilweise auch fürs Catering und was halt sonst so anfällt. Das Mädchen für alles sozusagen! 

Günther: Es funktioniert meistens einfach deshalb, weil wir uns meist einig darüber sind, wie ein Film in unseren Augen auszusehen hat. Was mich betrifft, bin ich in den letzten Jahren sicher mehr dazu übergegangen, hauptsächlich Regie zu führen. Aber auch das Schauspielern lass ich mir weiterhin nicht nehmen, das mach ich immer noch gerne. 

FM: Wenn Menschen so eng zusammenarbeiten, sind unterschiedliche Auffassungen ja eigentlich schon bereits vorprogrammiert. Wie regelt ihr Konflikte? 

Helmut: Klar, Konflikte gibt's immer, die regeln wir dann per Mehrheitsentscheid. Meistens allerdings hat einer von uns im Projekt eh einen besseren Überblick als die anderen, weil er beispielsweise das Drehbuch geschrieben hat. Der hat natürlich im Konfliktfall das gewichtigere Wort. 

Günther: Früher haben wir öfter Soloprojekte realisiert – mittlerweile aber machen wir eigentlich fast alle Filme zu dritt. Bei unterschiedlichen Meinungen läuft es bei uns wie im Leben auf Kompromisse hinaus. Irgendwie einigt man sich immer. 

FM: Wann habt ihr euch entschlossen, eure Filme über den unmittelbaren Freundeskreis hinaus zu zeigen, wie stellt ihr Öffentlichkeit her?  

Günther: Angefangen hat es wohl, als wir das Internet als Verbreitungsmöglichkeit entdeckt hatten, besser gesagt: als wir eine vernünftige Internetverbindung hatten ;-). Da boten sich logischerweise ganz neue Optionen. 2005 haben wir dann zum ersten Mal einen Film im Kino präsentiert. 

Helmut: Als es mehr Leute gab, die unsere Filme sehen wollten, haben wir sie weiter verbreitet. Dabei spielt, wie gesagt, das Internet natürlich eine immer größere Rolle. Seit 2004 bringen wir unsere Filme auf DVD heraus, vorher bereits als VHS-Videos. Der Verkauf hat sich mit unserem Bekanntheitsgrad langsam, aber stetig gesteigert. Mittlerweile gibt es mehrere Möglichkeiten, Filme von uns zu kaufen, am besten geht das aber über unsere Internet-Seite www.brandl-pictures.de. 

FM: Zeigt ihr eure Filme seit 2005 regelmäßig im Kino?

Günther: Nun, eine richtige, also reguläre Kinoveröffentlichung erfordert eine FSK-Prüfung. Deshalb zeigen wir unsere Filme jeweils nur einmal, nämlich zur Premiere. Hier arbeiten wir sehr gut mit dem Kino in Braunau am Inn zusammen.

FM: Wie steht’s denn mit einer Beteiligung an Indie-Festivals?

Helmut: Klar, Festivals beschicken wir regelmäßig, doch gibt’s halt das große Problem, dass man meistens nur mit Kurzfilmen ankommen darf. Und wir haben ja bis auf einen Film nur Langfilme. Es bleibt zwar die Möglichkeit, Langfilme zu kürzen, aber das klappt natürlich nicht immer gut. Bis jetzt liefen Filme von uns nur auf ein paar kleineren Festivals. Ich hoffe natürlich, dass sich das in Zukunft ändert.

Monika: … genauso wie das mit den bisher fehlenden Auszeichnungen… ;) 

FM: Euer Output ist mit an die 50 Filmen ja gewaltig. Wie kriegt ihr das zeitlich hin? Ihr habt ja wie eure Darsteller wahrscheinlich noch „reguläre“ Jobs?

Günther: Es läuft in der Tat darauf hinaus, dass wir fast die komplette Freizeit irgendwie fürs Filmemachen verwenden.

Helmut: Da bleibt vieles auf der Strecke, das ist klar. Wenn du noch einen Full-Time-Job hast, musst du jede freie Minute fürs Filmemachen verwenden. Die große Zahl an Filmen rührt allerdings daher, dass wir früher noch produktiver sein konnten, denn in der Schule oder im Studium war einfach mehr Zeit da.
Wir machen immer mehrere Filme parallel. Da sind fünf Filme, die gleichzeitig laufen, keine Seltenheit. So können wir die Zeit einfach effektiver nutzen und mehrere coole Themen verfilmen.

Monika: Vor allem die Wochenenden sind gerade in den Sommermonaten komplett verplant. Da müssen wir in anderen Bereichen schon zurückstecken, aber ich finde, das muss einem das Endergebnis schon wert sein. 

FM: Wie kommt ihr auf eure Filmideen?

Monika: Manchmal durch andere Filme, oft kommt es auch einfach so. Ich denke mir aber auch oft bei anderen Filmen: "Das würde ich anders machen" und schon ist eine Idee geboren.

Günther: Klar, es war nahezu alles schon mal da, deshalb wird jede Idee mehr oder minder von Filmen, beeinflusst sein, die man gesehen hat. Es ist schwierig, etwas komplett Neues erfinden – und die, die es zwanghaft versuchen, scheitern daran fast immer. Deshalb arbeite ich bei den meisten Filmen so, dass ich bereits bestehende Elemente und Geschichten neu zusammensetze und zu einem eigenständigen Film verarbeite. Jedenfalls meistens. 

FM: Wie kommt’s dann von der Idee zum Skript, wieviel Zeit nehmt ihr euch?

Monika: Das ist ganz unterschiedlich. Manche Skripts gehen schnell, andere dauern eine gefühlte Ewigkeit bis sie richtig sitzen.

Helmut: Am Drehbuch von "Feuerrose" haben wir über ein halbes Jahr geschrieben, da gab's unzählige Sitzungen, weil wir da zum ersten Mal ein Drehbuch zu fünft gemacht haben. Normalerweise aber schreibt die Drehbücher einer allein.

Günther: Das funktioniert normalerweise auch am besten. Danach kann ja immer noch jeder noch seine eigenen Ideen mit einbringen. Aber speziell bei etwas komplexeren Geschichten braucht das manchmal schon ziemlich lange, bis ein Drehbuch steht – "Straße nach Nirgendwo" zum Beispiel. 

FM: Wie entsteht ein typischer Brandl-Film?

Günther: Es kommt darauf an, wie aufwändig das Thema ist – je aufwändiger, desto genauer planen wir im Vorfeld. Bei kleineren Drehs läuft alles etwas entspannter ab. Am Ende zählt ja sowieso nur das Ergebnis – und nicht, wie es entstanden ist.

Helmut: Normal ist bei uns auf alle Fälle, dass wir immer sehr wenige Leute dabei haben. Vor allem hinter der Kamera.

Monika: Oft leider zu wenig. Da muss dann halt jeder alles machen. Aber wir sind es Gott sei Dank gewohnt, dass es manchmal etwas chaotisch abläuft und die meisten, die mit uns zusammenarbeiten, auch. 

FM: Wie kommt ihr an die Locations? In „Castle of Horror“ habt ihr ja beispielsweise in einer Burg gedreht.

Monika: Ganz oft ist es so, dass man sich bei einer Location denkt: "wow, die ist toll, die sollten wir mal in einen Film einbauen!". Daran erinnert man sich, wenn sie in einem aktuellen Projekt gut passen würde. Wenn man etwas Spezielles braucht, muss halt das Internet herhalten.

Helmut: Richtig lustig wird es, wenn man gerade eine spezielle Kulisse sucht, dann schaut man in jeder Lebenslage nur noch nach möglichen Kulissen. Kriegt man dann gar nicht mehr raus, sowas…

Günther: Natürlich schauen wir uns zuerst in der Umgebung um. Bei den aktuellen Filmen allerdings drehen wir schon des öfteren in sehr weit entfernten Kulissen. Diese zu finden und alles mit den Verantwortlichen abzuklären, war dann vorwiegend mein Job ;-) . 

FM: Mit „Feuerrose“ habt ihr 2011 euren ersten Kurzfilm vorgelegt. Bedeutet das einen Abschied von eurer berühmt-berüchtigten Mindestlänge von zwei Stunden ;-)? Immerhin läuft ja auch „Deep in my Mind“ keine 100 Minuten.

Günther: Ein klares Nein ;-) . Auf Filme mit zwei Stunden Länge werden wir wohl sogar in Kürze wieder zurück kommen. Meist steckt einfach zuviel Handlung drin. Einen Dreistunden-Film streben wir heutzutage aber nicht mehr an; da sind wir bei Kürzungen schon konsequenter geworden als früher.

Helmut: Ein Film sollte schon seine 90-120 Minuten haben. Nur so kann man eine vernünftige Handlung entwickeln, mit vernünftigem Spannungsbogen und vor allem mit stimmiger Charakterzeichnung. Mit Kurzfilmen kann ich überhaupt nix anfangen. Ich behaupte sogar, dass man Kurzfilme nur dann macht, wenn man sich keinen Langfilm zutraut. Sei es, weil man mit dem Verfassen des Drehbuchs nicht klarkommt oder aber zu hohe Ansprüche hat, um diese in einen Langfilm umzusetzen. Normalerweise kann es nur der Anspruch eines Filmemachers sein, Langfilme zu machen.

Monika: Auch ich finde bei einem Film wichtig, dass er einen vernünftigen Aufbau hat. Und das kriegt man bei einem Kurzfilm halt nur sehr schwer hin. Das liegt in der Natur der Sache.  

FM: Hm, sehe ich anders. Für mich ist der Kurzfilm wie die Short Story eine sehr eigenständige Form, deren Reiz eben in der Komprimierung liegt. Doch sprechen wir über Geld: Eure Werke laufen unter „No Budget“, doch sind gerade eure letzten Streifen schon aufwändiger produziert. Ihr habt ja beispielsweise mit den Komponisten Donner/Sider/McLeod auch Profis dabei, und was das Schauspielerische angeht, stehen zunehmend ebenfalls Professionelle auf der Besetzungsliste, wie in „Deep in my Mind“ oder auch „Feuerrose“. Die können’s wahrscheinlich nicht für einen warmen Händedruck machen. Woher kommen die Mittel?

Helmut: Klar, unsere Filme werden immer teurer. Wobei "Deep in my Mind" mit einem Budget von rund 500 Euro ohne die technische Ausrüstung noch sehr billig war. Die aktuellen Filme wie auch "Feuerrose" sind da schon etwas teurer. Deshalb haben wir mittlerweile dafür einen Art Sponsor: Die Filme produzieren wir gemeinsam mit einem Kumpel, dessen Produktionsfirma uns einiges an Geld zuschießt.

Günther: Es bleibt nach wie vor dabei, dass wir das Geld fast ausschließlich für Ausstattung oder Requisiten aufwenden. Darsteller können auch in Zukunft bei uns keine Gage erwarten; einzige Ausnahme wird hier wohl notgedrungen "Hot Dreams" bleiben. Und der Trend wird mit den zukünftigen Filmen auf jeden Fall wieder zurück gehen. Soll heißen: Profi-Schauspieler werden bei uns nach wie vor eine Ausnahme bleiben. In Zukunft werden wir sicher wieder Filme mit geringerem Budget drehen, und das ist auch gut so.

Helmut: Ich fände es auch ziemlich unfair, Schauspieler zu bezahlen. Alle anderen machen doch auch umsonst mit. Ich denke, dass es im No-Budget-Bereich auch nicht vorkommt, dass man Leute bezahlt. Hier muss man aus Spaß an der Sache mitmachen, Söldner kann man da nicht brauchen… ;-).
Der Grundgedanke des Amateurfilmens besteht nun mal darin, Filme mit den Leuten zu machen, die man kennt. Und es gibt ja auch sehr viele gute Laienschauspieler. Letztlich könnten wir es uns gar nicht leisten, nur mit Profis zu drehen: Die verlangen zwar keine Gage, im Gegensatz zu Freunden und Bekannten aber Anfahrtskosten. Das summiert sich auch. 

FM: Demnach bleibt’s bei eurer bisherigen Linie, vor allem Darsteller aus eurem Umfeld zu casten?

Monika: Ja, da sind uns einig. Wenn man im Bekanntenkreis niemanden findet, der zu einer Rolle passt, sei es vom Können, sei es vom Aussehen her, kann man sich immer noch einen "Professionellen" suchen.

Günther: Außerdem leben bei uns in der Nähe keine Profi-Schauspieler. Und wenn man mit Leuten dreht, die mindestens 100 km entfernt von uns wohnen, macht das alles organisatorisch deutlich schwieriger. So einfach ist das.
Was mir aber absolut schleierhaft ist, dass aufgrund unserer Prinzipien sogar schon Profi-Schauspieler beleidigt waren, die bei uns nicht zum Zug kamen.  

FM: Wie hat sich die Produktion eurer Filme verändert, wie vielleicht auch eure Einstellung zum Filmemachen, eure Ansprüche an euch selbst, verglichen mit den Anfängen. Habt ihr heute beispielsweise bereits beim Skripten und dem anschließenden Dreh mögliche Publikumsreaktionen im Hinterkopf, seid ihr noch genauso unbefangen wie vor zehn Jahren?

Günther: Stimmt, das lässt sich nicht bestreiten: Wenn man weiß, dass mehrere Leute als früher deinen Film sehen, dann überlegt man sich schon mal, wie dieses oder jenes beim Zuschauer ankommt. Trotzdem wird das letzten Endes Entscheidungen in unseren Filmen nicht beeinflussen. Wir sind zum Glück immer noch in der Situation, dass wir die Filme so machen können, wie wir sie haben wollen. Darüber bin ich sehr froh.
Dass aber natürlich die Ansprüche an uns selbst ganz anders sind als zu unseren Anfangszeiten, stimmt auf jeden Fall. Im Lauf der Jahre haben wir uns auch da weiterentwickelt, wo wir es ursprünglich gar nicht vorhatten – auch wenn das sicher ohne so manches Drängen und Nörgeln unserer "Kritikern" sogar schneller gegangen wäre ;-) . Kurz gesagt: Die Weiterentwicklung muss aus sich selbst heraus kommen und nicht, weil man es irgendwem Recht machen will. 

FM: Nach eurem bisher wohl größten Wurf – dem Remake von „Deep in my Mind“ – sehe ich euch jedenfalls an einem Scheideweg. Bisher liefen Brandl Pictures aus meiner Sicht vor allem als Familien- und Buddyprojekt. Passt dieses Konzept auch mittelfristig noch zu der Entwicklung, die gerade an euren letzten Filmen sichtbar wird?

Helmut: Nein, einen Scheideweg gibt es sicher nicht. Der Grundgedanke bleibt der gleiche. Wir machen Filme, weil es uns Spaß macht. Jeder, der Lust hat, kann nach wie vor bei uns mitmachen. So sind bei unseren neuen Filmen wieder fast ausschließlich Laien dabei. Es macht viel mehr Spaß, mit Bekannten zu drehen, als mit Schauspielern oder anderen Profis, die man gar nicht kennt.

Günther: Ich denke, es wird sich am ursprünglichen Konzept nichts ändern. Filmemachen wird bei uns immer in erster Linie ein Hobby bleiben – wenn man damit Erfolg haben könnte, wäre es schön, aber wir werden unsere Art, Filme zu machen dafür sicher nicht wesentlich ändern. Sollte sich herausstellen, dass all dies irgendwann nicht mehr mit der jüngsten Entwicklung zu vereinbaren ist, hätte ich kein Problem damit, wieder ein paar Schritte zurück zu gehen. Denn je weiter wir in die besagte professionellere Richtung gehen würden, desto weniger Spaß hätte ich daran – und das wäre schade.

Helmut: Man kann auf alle Fälle definitiv sagen, dass keiner von uns in die Profi-Richtung will, ums nochmal ganz klar zu sagen … 

FM: Wie ich euch einschätze, laufen bereits Vorbereitungen zu den nächsten Streifen. Angeblich hat man euch beispielsweise bei Dreharbeiten in Almeria gesehen, wo eine Art Italowestern seinen Ausgangspunkt nimmt. Was steht denn bei euch demnächst an?

Monika: Momentan laufen noch Dreharbeiten zu vier völlig unterschiedlichen Filmen: einen Historienfilm, einen Western, einen Fantasyfilm und eine Erotikfilmparodie. Für den Western und den Fantasyfilm hatten wir auch die besagten Auslandsdrehs. Wir werden uns zunächst darauf konzentrieren, diese Projekte fertig zu stellen. Doch auch für danach haben wir schon einige Ideen.

Günther: Ja, die Ideen werden uns sicher nicht ausgehen ;-) Aber die nächste Zeit sind wir ohnehin mit den besagten Großprojekten beschäftigt, das wird noch eine Weile dauern. Dann sehen wir weiter. Aber wie bereits gesagt: Der nächste Film, der darauf folgt, wird wieder eine Nummer kleiner werden – soviel steht fest.

Helmut: Mit diesen beiden Großprojekten – Western und Fantasyfilm – wollen wir's jetzt mal so richtig krachen lassen, und Dinge machen, die bisher halt vom Budget her nicht möglich waren. Wie etwa, mal schnell an den Original-Schauplätzen von "Spiel mit das Lied vom Tod" zu drehen ;-). Wenn das Ganze dann fertig ist, mal schauen, ob dadurch das Interesse an unserer Arbeit wächst. Wenn nicht, dann hat's ja trotzdem Spaß gemacht. Ich finde, man sollte Filme immer in erster Linie für sich selbst machen. Denn wenn man mit seinen eigenen Filmen nicht zufrieden ist, war ja die ganze Arbeit umsonst, oder …?