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(Mai 2014)  Benito Barajas, der heute als freier Fotograf in Dortmund arbeitet, kam schon als Kind durch seinen Vater mit dem Western in Kontakt. „Wenn einer im Fernsehen lief, war der gesetzt“, erinnert er sich. Später entdeckte er vor allem durch die Filme von Sergio Leone für sich den Italowestern und wurde zum Kinofan. Mitte der 1980 machte er sich als Fotodesign-Student mit Bus und Mietwagen auf nach Andalusien, in die Wüste von Tabernas.

 

Hier, rund 30 Kilometer von Almeria, lagen die meisten Drehorte der Pferdeopern all’Italiana, namentlich "Texas Hollywood" (heute "Fort Bravo"), "Mini Hollywood" (Heute "Oasys") und "Western Leone". Europas einzige Wüste bietet grandiose Panoramen, wilde Unberührtheit und nicht zuletzt stabiles Wetter, was sie schon früh interessant machte als Filmdrehort.

Die Liste der Italowestern, die seit 1964 um Almeria abgedreht wurden, ist Legion. Allein 1967 entstanden hier rund 23 Italos; 25 waren es ein Jahr später. Und auch internationale Großproduktionen wie „Cleopatra“ zog es immer wieder in die Wüste.
„Mich interessierten diese Orte damals aber weniger aus filmhistorischer Sicht. Mir war es wichtig, Einsamkeit, Licht- und Wolkenspiel, aber auch den Prozess der Veränderung einzufangen und nicht zuletzt den sprichwörtlichen Blick hinter die alten Kulissen zu werfen, auf ihre Konstruktion“, erzählt Benito Barajas. So mietete er sich für eine Woche in eine „Spelunke“ in Tabernas ein und ließ sich jeden Tag durch die Wüste treiben. Entdeckte er ein abgelegenes Filmset von der Straße oder einem Berg aus oder erhielt er von Einheimischen einen entsprechenden Tipp, so machte er sich dahin auf.
Einige seiner Fotos, die so vor rund 30 Jahren entstanden waren, stellte er den Maniax zur Verfügung, damit wir sie euch hier zeigen können. Wer sich selbst auf Entdeckungsreise begeben möchte, sollte in jedem Fall den Sommer meiden. Barajas: „Die beste Tageszeit, um Fotos zu machen, ist der Abend. Dann wird das Licht weich und klar bei angenehmen Temperaturen.“ An technischer Ausrüstung empfiehlt der Profi lediglich ein Stativ, einen Polarisationsfilter für kräftige Farben und dazu jede Menge Neugierde. „Die Hauptsache sind ein offenes Auge und eine offene Seele, um die Atmosphäre zu erspüren. Denkt euch einfach, ihr seid gerade dabei, einen Western zu drehen.“