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Endstation 13 Sahara

Info

OT: 
Station Six-Sahara

Jahr: D/GB 1962
R: Seth Holt
B: Brian Clemens, Bryan Forbes
K: Gerald Gibbs
M: Ron Grainer
D: Peter van Eyck, Carroll Baker, Hansjörg Felmy, Ian Bannen

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Martin Donetz (Hansjörg Felmy) hat alle Brücken in seine deutsche Heimat abgebrochen und sich für fünf Jahre auf eine Ölpump-Station in der Sahara verpflichtet. Hier verrichten insgesamt fünf Mann die gut bezahlte, doch eintönige Maloche und gehen sich gegenseitig auf den Sack. Team-Chef ist Peter Kramer (Peter van Eyck), wie Donetz ebenfalls Deutscher, doch mit tiefer Abneigung gegen Deutschland und alles Deutsche gesegnet. Kramers Wort ist Gesetz. Das gilt auch für die ab und an angeordneten, abendlichen Pokerrunden, bei denen Teilnahmepflicht herrscht. Einzig der glatt-coole Donetz, noch dazu Abstinenzler und offensichtlich Total-Nihilist, kratzt an Kramers Allmachtsanspruch und bietet ihm Paroli, was wie so oft eine tiefe Männer“freundschaft“ begründet.
Doch die Feindseligkeiten müssen erstmal ruhen, als eines Nachts eine Ami-Karosse in die Station brettert und verunfallt. Während es den Fahrer, Jimmy Fleming (Biff McGuire), schwer erwischt, bleibt seine Beifahrerin und – wie sie später erzählen wird – Exfrau Catherine (Carroll Baker) fast unverletzt. Und Catherine ist ein echter Schuss, wie man damals so sagte, was den auch *hust* fleischlich ausgehungerten Männern das Wasser aus den Lefzen treibt wie Pawlow’schen Hunden. Dass Catherine sich ihrer Reize bewusst ist und sich dazu langweilt, heizt die Stimmung kräftig an, zumal auch der ob seiner Verletzungen auf die Pritsche gefesselte Jimmy seine Ex wieder zurückgewinnen möchte.

Zitate

Fletcher (Ian Bannen) über Macey (Denholm Elliott): „Der hat in den Adern kein Blut, sondern Pisse.“

Fletcher zu Macey: „Du bist so verklemmt, du brauchst ’n Büchsenöffner, wenn du auf den Topf gehst.“

Kramer: „Auf meiner Station ist es nicht üblich, dass man meine Einladungen ablehnt.“ (Donetz hat keine Lust, der Pokerrunde beizutreten)

Catherine: „Er (Jimmy) wollte uns eigentlich umbringen, aber da er nun mal ein Versager ist, hat’s auch nicht geklappt. Er ist in nichts gut … wortwörtlich: in nichts.“

Die Kritik des Gunslingers:

Mit „Endstation …“ hat Pidax mal wieder eine kleine Preziose gehoben, die im Morast des Vergessens versackt war. Regisseur Seth Holt, der leider stark dem Hochprozentigen zugeneigt war und in Folge dessen bereits früh verstarb, hatte definitiv ein Gespür dafür, Filmstoffe unterhaltsam und spannend umzusetzen. Das zeigen auch seine Arbeiten für Amicus und Hammer, wie „Ratten im Secret Service“ oder „Ein Toter spielt Klavier“.
Atmo, Kameraarbeit, Cast sind die Eckpunkte, die die Qualität des Streifens ausmachen. Gedreht in Libyen, hat der Film keine Probleme, glaubhaft diese abgelegene Männer-WG in der Wüste zu porträtieren. Die Tage sind heiß und gleichförmig, bestehen aus Maschinenkontrollen und gelegentlichen Außenterminen, um die Leitungen zu checken. Die Geräuschkulisse besteht aus Windrauschen und dem monotonen Wummern der Pumpen. So beschäftigen sich der steif-britische Macey und Fletcher damit, sich gegenseitig bis aufs Blut zu reizen, während sich Ramos (Mario Adorf) in seinen Glauben flüchtet und Kramer als eine Art Colonel Kurtz den Alleinherrscher gibt. Einzige Abwechslung bietet Sailor (Harry Baird), der mit seinem Laster hin und wieder Post vorbeibringt sowie der Bus, mit dem in regelmäßigen Abständen Nutten eintrudeln.
Der Streifen enthält wirklich eine Reihe famoser Szenen und Ideen. So überredet Fletcher, der nie Post bekommt, Macey ihm einen von seinen Briefen zu verkaufen, ungeöffnet. Macey schlägt ein, wird dann aber bis zum Schluss davon gequält, von wem der Brief wohl gewesen sein mag, den ihm Fletcher abgekauft hat. Der nutzt sein Wissen natürlich als zusätzliches Mittel, um Macey mit entsprechenden Andeutungen noch mehr zu piesacken. Toll auch das Pokerspiel, das am Ende zu einem Duell zwischen Kramer und Donetz wird, das weit über das reine Kartenspiel hinausgeht. Kurz vor der Halbzeitpause wird dann auch die hübsche Carroll Baker eingewechselt. klasse Performance als eine Art cool-rotzige und sexy Femme fatale, die eigentlich nur unglücklich ist und nicht klarkommt mit den Auswirkungen, die ihre Spielchen haben.
Noch ein paar Infos zum Personal hinter der Kamera: Das Drehbuch stammt unter anderem von Brian Clemens, der im Januar 2015 verstarb. Clemens beglückte uns mit Serien wie „Mit Schirm, Charme und Melone“, „Die Zwei“ oder „Die Profis“. Und auch Mitautor Bryan Forbes war ein international renommierter Regisseur und Drehbuchautor („Agentenpoker“). Komponist Ron Grainer verdiente sich seine Meriten mit den Scores beispielsweise zu „Der Mann mit dem Koffer“, „Nummer 6“ oder „Der Omega-Mann“. Kameramann Gerald Gibbs ist hierzulande am bekanntesten geworden durch seine Arbeit für „Die Gentlemen bitten zur Kasse.“

Rating: $$$$

Splatter:

1/10

 

 

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