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Last Man on Earth, The

Info

OT: 
L'Ultimo della Terra

AT:
The last Man on Earth
The naked Terror
The Damned walk at Midnight

Jahr:
I/USA 1963
R: Sidney Salkow, Ubaldo Ragona
B: Richard Matheson (“Logan Swanson”), William E. Leicester
K: Franco Delli Colli
M: Paul Sawtell, Bert Shefter
D: Vincent Price, Emma Danieli, Franca Bettoia, Giacomo Rossi-Stuart

Quelle: DVD (Ostalgica). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Drei Jahre nach Ausbruch einer tödlichen Seuche, gibt es nur noch zwei Arten von Daseinsformen auf der Erde: Auf der einen Seite die Dahingerafften. Die kehren nach ihrem Ableben als „Nightpeople“ zurück – eine Art Zwitter aus Zombie und Vampir. Es sei denn, ihre Körper wurden eingeäschert. Auf der anderen Seite steht Dr. Robert Morgan (Vincent Price), durch einen Überfall von Vampirfledermäusen – viele Jahre zuvor in Panama – immun gegen den Erreger und damit letzter Überlebender. Denn natürlich hatte das Virus auch Ehegespons und Töchterlein geholt.
So könnte es Morgan theoretisch langsam gehen lassen, sich jeden Tag einmal mehr in der knarzenden Furzmulde umdrehen um ein Ohr an Masse zu legen. Doch der ehemalige Wissenschaftler hat einen streng durchstrukturierten Tagesablauf. Dessen Kern besteht darin, in seinem Kombi systematisch durch die Stadt zu cruisen, um das Hauptquartier der Untoten zu finden, in das sie sich bei Tageslicht gezwungenerweise zurückziehen müssen. Stöbert er einen Versprengten auf, so pfählt er ihn ohne viel Federlesens mit seinen in der heimischen Werkstatt hergestellten Holzpflöcken.
Mit Sonnenuntergang dagegen gehören die Straßen den Nightpeople, die jede Nacht Morgans Haus belagern. Zum Glück sind sie zu matschig in der Birne, so dass nicht viel mehr geht als die rein vegetativen Funktionen. Daher ist der Doc relativ sicher in seiner Butze. Eines Tages nun stößt er bei seinen Streifzügen durch die Stadt auf die junge Ruth (Franca Bettoia), die er bei sich aufnimmt. Wie sich rausstellt, ist sie Teil einer dritten, Morgan bislang unbekannten Gruppe: Infizierte, die durch ein Gegenmittel das Virus in Schach halten können. Und die haben einen erheblichen Rochus auf Morgan, der bei seinem gnadenlosen Kampf gegen die Nightpeople unwissentlich auch etliche der Ihren unter den Torf gebracht hat.

Zitate

Dr. Mercer (Umberto Raho): „ I don’t deny, there’s a strange evolutionary process going on. But Mankind won’t be destroyed.” (Auch Wissenschaftler können sich irren, und zwar gewaltig (Zwinkern))

Morgan: „I want my daughter!“ – Soldat: „There are a lot of daughters right in there … including my own.” (Dialog an der Flammengrube)

Morgan zu den “neuen” Menschen: „You’re freaks!! I’m a man!“

Die Kritik des Gunslingers:

Mit Sidney Salkow saß ein extrem erfahrener B-Movie-Recke mit im Regie-Boot, als es darum ging, die Geschichte „I am Legend“ von Richard Matheson zu verfilmen. Matheson selbst, ein überaus produktiver Autor und Drehbuchschreiber („Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“, „Kalter Schweiß“, „Die Verfluchten“ etc. etc.), arbeitete mit am Skript. Daher gilt diese erste Verfilmung des Stoffes allgemein als die authentischste Version.
Um es gleich vorweg zu schicken: Der Streifen ist klasse geraten. Eine tolle Endzeit-Atmo, verstärkt durch die feine Schwarz-Weiß-Fotografie des guten Franco Delli Colli. Schon die allererste Kamerafahrt fängt noch vor dem Vorspann eigentlich das komplette Grundsetting ein. Zuerst sehen wir menschenleere Straßen und Plätze, dann erblicken wir herumliegende Tote, bis die Kamera durch das Fenster eines Hauses zoomt und auf dem Gesicht von Vincent Price stehenbleibt, der die Augen aufschlägt. Die Grundstimmung ist sehr „creepy“, wenn etwa die Nightpeople nachts vor dem Haus krakeelen und randalieren. Oder Price, der Tag für Tag durch die öde Stadt fährt, Zombies pfählt und Leichen einsammelt – die Untoten machen auch vor ihresgleichen nicht halt – und sie in seiner Karre zur Leichengrube fährt, in der das Feuer nie ausgeht. Oder die gruselige Wiederkehr von Morgans Ehegespons (Emma Danieli), das er kurz zuvor eigenhändig beerdigt hatte.
In einer großen Rückblende nach dem ersten Filmdrittel erfahren wir Hintergründe zur aktuellen Situation: erste Berichte über die mysteriöse Seuche in den Zeitungen, das vergebliche Forschen nach einem Gegenmittel, Gerüchte über die Wiederkehr von Verstorbenen, das Sterben von Morgans Familie und zuletzt den Zerfall der bürgerlichen Gesellschaft. Immer mehr Opfer holt die Armee in Lastwagen ab, um sie außerhalb der Stadt zu verbrennen. Der nächtliche Himmel ist erhellt von den Leichenfeuern. Das öffentliche Leben bricht nach und nach zusammen. Sehr gut umgesetzt, das, und zwar mit kleinem Budget.
Stilistisch ist der Streifen ein eher unbekannter Meilenstein für die Entwicklung des modernen Zombie-Films. So darf man vermuten, dass sich auch George Romero für seinen Klassiker „Night oft he living Dead“ hier hat inspirieren lassen. Die Vampir-Zombies jedenfalls erinnern stark an Romeros Kreaturen, und auch atmosphärisch hat der Meister offensichtlich Honig gesaugt.
Noch ein Wort zu Vincent Price: Der Mann liefert hier mal wieder amtlich ab. Keine Manierismen, sehr zurückgenommen. Für mich eine seiner besten Darstellungen, insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass er den Film über die meiste Zeit hinweg allein bestreiten muss.

Rating: $$$$$ (ein Liebhaber-Dollar sei an dieser Stelle erlaubt, liebe Freunde (Zwinkern))

Splatter:

0/10

 

 

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