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Magnum Thunderbolt

Info

OT:
Pi Li Zhi Duo Xing
AT:

Majestic Thunderbolt

Jahr: HK 1985
R: Godfrey Ho
B: Godfrey Ho, Stephen So, AAV Creative Unit
K: Raymond Chang
M: diverse
D: Richard Harrison, Philip Ko, John Ladalski, Chen Kuan Tai Chen, Tin Hok, Tin Peng

Quelle: Fan-DVD

 

Inhalt

Der amerikanische Diamanten-Profi Richard (Richard Harrison) soll in Hongkong beim Triaden-Chef Franco (Tin Hok) eine illegale Fuhre Edelsteine abliefern, wird aber vom Mietkiller Philip (Philip Ko) abgefangen und seiner Fracht beraubt. Hinter dem Diamanten-Ripp steckt der Konkurrent Tiger Chan, dem Francos Geschäfte mit Richard ein Dorn im Auge sind.
Franco schickt daraufhin seine Mannen erstmal zu Richards Frau, um auszuchecken, ob nicht vielleicht der Kurier auf eigene Rechnung gearbeitet hat. Die Trottel bringen die Gutste jedoch um, bevor sie Infos aus ihr herauszaubern können. Erfolgreicher verläuft der Besuch eines Killerkommandos bei Tiger Chans Schwiegersohn Jack Pan (Tin Peng), der inzwischen die Diamanten von Philip  erhalten hat. Chans Tocher und Jack werden unter die Radieschen geschickt, aber diesmal auch die Steinchen eingesackt. 
Franco hat nun zwar seinem Widersacher einen herben Schlag versetzt, aber sich dafür den Hass von Richard und auch von Jacks Bruder Alan (Chen Kuan Tai) zugezogen. Beide sinnen auf Rache und beginnen, in der Unterwelt von Hongkong mächtig aufzuräumen...

Zitate

"Ihr Idioten habt Richards Frau umgebracht. Warum???" - "Es tut mir leid. Das haben wir nicht gewollt. Es passiert nicht nochmal." (Naja, zwei mal umbringen geht auch irgendwie schlecht)

"Und weil du meine Gespielin bist, trägst du auch ganz allein die Verantwortung bei der Aktion." (Franco ist emanzipiert bis in die gekräuselten Haarspitzen)

Franco: "Oja, hier finden sie die schönsten Girls von Hongkong, oder was meinen sie?" - Gast1: "Ich bin entzückt von ihrem Arrangement. Ich danke für diese Einladung, es ist einfach toll." - Gast2: "Ja, ich finde es so aufregend. Sogar Partnertausch ist heute erlaubt." (Und die Kippen gibt's auch für lau)

"Nimm die Jungs vom Freizeitpark. Sag ihnen, um was es es geht. Um Totschießen." (Klare Ansage)

Die Kritik des Sargnagels:

Godfrey Ho hat in dem Vierteljahrhundert, in dem er auf dem Regiesessel saß, über 120 Streifen auf dem Kerbholz angesammelt und gilt damit als einer der produktivsten Filmemacher überhaupt. Nun gut, diese exorbitante Zahl kam nicht nur durch unermüdliches Drehen zustande, sondern per "Cut and Paste"-Technik auch durch geschickte Verwertung von Altbeständen und Ausschuss-Ware. (Zwinkern)
Viele seiner internationalen Veröffentlichungen sind Zweitverwertungen von Filmen, die schon Jahre zuvor auf dem asiatischen Markt verwurstet wurden. Ho drehte dann noch ein paar zusätzliche Szenen mit "Stars" aus dem Westen, schnibbelte ein bissle hier, ergänzte ein bissle da, kleisterte dann mit einer passenden Synchronisation den Brei zusammen - und fertig war wieder frisches Futter für die VHS-Player in den USA und Europa.
Ein solches Produkt ist auch das Triaden-Trasherl "Magnum Thunderbolt", das eigentlich auf dem 1982 erschienenen HK-Actioner "Red Rattlesnake" basiert. Wahrscheinlich wäre das Original mit einer ordentlichen VÖ sogar hierzulande halbwegs wohlwollend rezensiert worden; nachdem es durch "Gottfrieds" Griffel ging, passt hier allerdings gar nüscht mehr zusammen. Die grauslige Synchro (s.o., im Englischen wird es nicht viel besser sein...) hält die Handlung gerade mal bis zur Hälfte im Leim, dann verliert sich der Faden und man kriegt's bei der endlosen Aneinanderreihung von Shoot-Outs einfach nicht mehr hin, wer nun wen wieso mal wieder einsargt. Eigentlich egal, zum Schluss bleiben eh nicht viel übrig, hehe.

Zu den Darstellern: Richard Harrison, wie üblich beschnäuzt, zeigt sich wenigstens körperlich fit und rollt auch mal gekonnt auf Roller-Skates. In seinem angeflanschten Handlungsstrang läuft er aber der eigentlichen Musike neben her. Ähnlich ergeht es seinem Gegenspieler Philip Ko, der einen "sadistischen Esoteriker" verkörpert. Die meiste Screentime verbringt er damit, eine nackte, gefesselte Blondine mit Sprüchlein und Zeichen zu bemalen, dann wie ein Karnickel durchzuknattern und schlussendlich auf einem Opfertisch abzustechen. Die große Show ist allerdings Tin Hok. Dessen Kunstfaser-Afro und Zigarettenspitze im Jamaica-Style entspricht wohl fernöstlicher Coolness der 80er. Über den restlichen - unbekannten - Cast legen wir den Mantel des Schweigens, ein Haufen untalentierter Overactors.
Action und Explizites gibt's massig. Das sorgt aber nicht für gestellte Nackenhaare, sondern meist für unfreiwillige Zwerchfellkitzler, vor allem, wenn Chen Kuan Tai seinen Standard-Spruch "Ganz ruhig, sonst knall ich dich gleich ab" abdrückt. Denn hätten seine Opfer gewusst, was folgt, hätten sie sich nämlich liebend gerne stantepede verbleien lassen: sie werden Opfer eines beißunwilligen Schlangenpfuhls, werden von der Kloschüssel gesprengt oder auch ganz unblutig von der Bandsäge zerlegt. Und das alles ziemlich peinlich inszeniert. Vor dem finalen Shoot-Out geben sich die Duellanten Harrison und Ko noch ein Zielschießen auf ein paar Hühner, die zufällig am Strand nach Körnern suchen. Pfffffffft.
Der Soundtrack rundet den ganzen Schmonzes dann noch ab. Der ist nämlich ebenfalls aus etlichen Streifen zusammengeklaubt und erstreckt sich vom üblichen 80er Synthie-Geknödel bis zur Franzl Lambert Bontempi-Orgel, ja sogar aus Schifrins "Dirty Harry"-Score hat man sich ein paar Takte ausgeliehen.
Fazit: ein "majestätischer Donnerfurz", der die Grenzen nach unten auslotet. Für einen schnaften Filmeabend im Kreise erlauchter B-Cineasten und einer Menge Erfrischungen aber äußerst empfehlenswert. Allen Anderen empfehle ich Magnum Mandel.

Rating: $+ (Trash: $$$$+)

Splatter:

4/10

 

 

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