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Millionen eines Gehetzten, Die

Info

OT: 
L’Ainé des Ferchaux
AT:
Lo Sciacallo
Un jeune Homme honorable

Jahr: F/I 1963
R, B:
Jean-Pierre Melville
K:
Henri Decae
M:
Georges Delerue
D:
Jean-Paul Belmondo, Charles Vanel, Todd Martin, Malvina Silberberg

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Dieudonné Ferchaux (Charles Vanel) ist als Generaldirektor einer Bank so geschickt wie skrupellos. Was ihn allerdings kollossal wurmt, ist ein alter Fall, der immer wieder hochkocht: 30 Jahre zuvor hatten er und sein Bruder Emile (André Certes) in Afrika drei Männer erschossen, als sie dubiosen Geschäften nachgingen. Nun droht den Ferchaux endgültig eine Mordanklage, die sich nicht mehr in bewährter Strippenzieher-Manier hinter den Kulissen niederschlagen lässt.
Dieudonné beschließt sich über die USA nach Südamerika abzusetzen, bevor die Scheiße so richtig stinkt: Pennunzen in vielfacher Millionenhöhe hat der Schlawiner bei verschieden Banken in der Neuen Welt gebunkert. Nun sucht er einen Privatsekretär, der ihn auf der Reise unterstützen soll. Auf das Inserat meldet sich Michel Maudet (Jean-Paul Belmondo), ein erfolgloser Boxer, dessen Karriere so tot ist wie der Inhalt seiner Geldbörse. Maudet gefällt dem Alten, und so reisen die beiden Männer gemeinsam über den großen Teich.
Doch auch in den USA ist Ferchaux nicht mehr sicher, denn die Franzosen haben bereits einen Auslieferungsantrag gestellt, über den noch entschieden werden muss. So machen sich die Beiden mit dem Auto und einer gut gefüllten Reisekasse auf den Trip gen Süden. Die von der Einwanderungsbehörde aufmerksam beobachtete Reise endet fürs erste in New Orleans, denn Ferchaux darf die Staaten bis zum Entscheid über das Auslieferungsgesuch nicht verlassen.

Zitate:

„Wenn ich noch irgendwelcher Gefühle fähig gewesen wäre, hätte ich mich sicher geschämt.“ (Michel aus dem Off)

Die Kritik des Gunslingers:

Irgendwie zwar ein auch Thriller, ist Jean-Pierre Melvilles pechschwarze Verfilmung eines Simenon-Romans eher ein Beziehungsdrama um Freundschaft, Gier und Moral, den Menschan und seinen Triebkräften also. Jean-Paul Belmondo spielt ganz ohne Augenzwinkern den nicht nur als Boxer Gescheiterten, der uns nebenbei und phasenweise als Off-Erzähler durch den Plot führt. Michel ist ein Mann, der für ein Stück finanzielles Glück nahezu alles tun würde. Als er bei Ferchaux anheuert, verlässt er beispielsweise ohne Skrupel klammheimlich seine Freundin Lina (Malvina Silberberg) und lässt sie ohne einen Sou auf offen Hotel- und Café-Rechnungen sitzen. Vorher hatte er selbstredend noch ihre Klamotten verscherbelt. Ferchaux selbst ist kalt wie eine Hundeschnauze, machtbewusst und dabei ein hervorragender Menschenkenner, was ihm erlaubt, seine Umgebung trefflich zu manipulieren und auszunutzen. Insofern entpuppt er sich fast als das ältere Ebenbild des hungrigen Michel. Und auch die Menschen, die die Gefährten auf ihrer Reise treffen, haben nicht viel anderes im Sinn, als an die Kohle ranzukommen: seien es die minderjährige Anhalterin Angie (Stefania Sandrelli) oder der Barbesitzer Jeff (Todd Martin) und dessen seltsamer Kumpel Suska (E. F. Medard). Einzige Ausnahme ist die Stripperin Louise (Michèle Mercier), wie Michel Französin und im Leben gescheitert, die ihm persönliches Interesse entgegenbringt. Letztlich ist es ihr Einfluss, die den völlig abgestumpften Ex-Boxer doch noch aufwachen lässt.
Nach der New-York-Episode verlagert sich das Geschehen für längere Zeit auf die Straße, nimmt die Gestalt eines Roadmovies an. Ohne eine nennenswerte Außenhandlung gibt uns der Streifen ausreichend Zeit, einen Blick auf die Beziehung der so ähnlichen reisegfährten zu werfen. Während Ferchaux zunehmend Sympathie für den aufgeweckten Michel empfindet, kreisen dessen Überlegungen, ausschließlich darum, wie er den Alten um seinen Zaster erleichtern kann. Option Mord nicht ausgeschlossen. Er scheut sich daher auch nicht, sich ohne Wissen Ferchaux’ mit den sie verfolgenden FBI-Agenten zusammenzutun, in der Hoffnung, dass der Lauf des Gesetzes Faits accomplis schafft.

Rating: $$$$+

Splatter:

1/10

 

 

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