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OSS 117 - Der Spion, der sich liebte

Info

OT: 
OSS 117: Le Caire Nid d'Espions
AT:
OSS 117: Cairo, Nest of Spies (USA)

J: F 2006
R:
Michel Hazanavicius
B:
Jean Bruce, Jean-François Halin
K: Guillaume Schiffman
M: Ludovic Bource, Kamel Ech-Cheik
D: Jean Dujardin, Bérénice Béjo, Aure Atika, Philippe Lefebvre, Richard Sammel

Quelle: Quelle: DVD (Koch, Danke fürs Rezi-Exemplar!)

 

Inhalt

Irgendwann in den ´50ern... Kairo ist Sammelbecken für die weltweite Spionageunterwelt, etliche Geheimorganisationen pflegen dort eine Dépendance. Als der französische Agent Jack Jefferson (Philippe Lefebvre) Opfer einer geheimnisvollen Verschwörung wird, setzt Paris seinen besten Mann an: Hubert Bonisseur de la Bath (Jean Dujardin), besser bekannt unter seiner internen Ablagenummer "OSS 117". Er soll herausfinden, was vor Ort gespielt wird; zudem war Jefferson sein bester Freund in der Truppe.
In Kairo angekommen, schlüpft de la Bath in die Rolle des Geschäftspartners von Jefferson und übernimmt dessen Tarnunternehmen, einen Hühnerzuchtbetrieb. Glücklicherweise von der extrem schnittigen Larmina (Bérénice Bejo) und dem Vorarbeiter Slimane unterstützt, denn Hubert hat weder einen Plan vom Betreiben einer Geflügelfarm noch von Verhaltenweisen in muslimischen Gesellschaften.
Dennoch schafft es Hubert dank seines unglaublichen Charmes und seiner übermenschlichen Selbstsicherheit, in kürzester Zeit alle potentiellen Übeltäter wie die Schmeißfliegen um sich zu scharen - da wären die ortsansässige Hühnerkonkurrenz, die Tochter des abgesetzten Königs, ein sinistrer deutscher Geschäftsmann und die "Adler von Cheops", eine fundamentalistische Revoluzzergruppe. Selbst de la Baths Verbündete scheinen nicht ganz Halal...

Zitate:

"Wir brauchen Sie, Hubert. Einen echten Experten der arabisch-muslimischen Welt." – "Mus- was?" (Immer diese Nebensächlichkeiten...)

"Welch ein absurder Glaube könnte denn Alkohol verbieten?"
(Ein perfekter Einstieg in einen Party-Small-Talk in der arabisch-muslimischen Welt)

"Wacht auf, es ist 1955, Jungs. Alles voller Esel, die unlesbare Schrift, die ganze Beterei... huargh... Zeit, erwachsen zu werden!"
(So spricht der weltgewandte Bohéme)

"Ich liebe es, den Zwieback zu buttern."
(*hüstel ;-) )

Die Kritik des Sargnagels:

Zwerchfellerschütternde Parodie auf die Agentenstreifen der ´60er, insbesondere auf den Bond-Klon OSS 117. Der französische Schriftsteller Jean Bruce schuf den Superagenten der "Grande Nation" kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und versorgte damit stetig den Groschenroman-Markt. Schon wenige Jahre später wurde die erste Vorlage mit Ivan Desny in der Hauptrolle auf Zelluloid gebannt, sechs weitere sollten mit unterschiedlicher Besetzung bis 1970 folgen.
2006 krämerte dann Michel Hazanavicius den ollen Schmeichler wieder hervor und verpasste ihm eine kleine, aber entscheidende Änderung: während der Original-OSS noch ernsthaft versuchte, sich am großen Vorbild James Bond anzulehnen, ist der Neuzeit-OSS eher eine Chaos-Nummer à la "Frank Drebin" aus "Die nackte Kanone" oder Mike Myers "Austin Powers".
Die Gags ähneln vom Aufbau her in der Tat o.g. US-Produktionen, sind aber wesentlich subtiler, langfristiger und ohne den Holzhammer umgesetzt. Unaufdringlicher, aber effektiver Slapstick gehört ebenso dazu wie etliche Running Gags, die sich nicht rezitieren, sondern weiterentwickeln, bspw. der Lichtschalter im Hühnerhof, das vorzügliche Frikassee, das Gummitennis, die Präsidentenbildchen und und und ... zum Brüllen. :-)
Szenenbild, Austattung, Klamotten, Frisuren, der falsche Hintergrund bei Autofahrten, ja selbst die Farben - sprich: die gesamte Atmo der Spionage-Originale wurde eingefangen.
Der eigentliche Knüppel ist allerdings Jean Dujardin. Ich möchte dem Mann nun kein Sean Connery- oder Derrick-Phänomen ans Bein nageln, aber für den Hubert B. de la Bath neuerer Prägung gibt´s wohl keinen Besseren und hoffentlich noch sehr sehr oft. Der muss monatelang vorm Spiegel unterschiedlichste Mimiken und Posen geübt haben, das kommt alles völlig natürlich rüber, Wahnsinn. Und dieser natürliche Witz - ich glaub den neuen Bébél geseh´n zu haben. Oder ´ne Mischung aus Sean Connery und Peter Sellers, ganz wie´s beliebt, für mich ist das große Kunst.
Drei Jahre lang feierte nun die Wiederauferstehung des klassischen Agentenstreifens schon internationale Erfolge, während hierzulande gepennt wurde. Bis sich Hardcore-Comedian Oliver Kalkofe der Sache annahm und dem Streifen endlich eine würdige Übersetzung zukommen liess. Meine kläglichen Französischkenntnisse lassen zumindest darauf schließen, dass man beim Wortwitz versucht hat, inhaltlich am Original bleiben.
Übrigens präsentierte Koch nun nach wesentlich kürzerer Wartezeit als beim Erstling "OSS 117 - Er selbst ist sich genug" , für 2011 soll schon der nächste Streifen "in der Pipe" stehen. Vielleicht gibts sogar mal ne Kino-VÖ, verdient hätte sichs die Reihe allemal.

Rating: $$$$$-

Splatter:

1/10 (Die Hühner...)

 

 

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