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Info

OT: 
La Mort en ce Jardin
 

AT:
La Muerte en el Jardin (MEX)

Jahr: F/MEX 1956
R, B: Luis Buñuel
B: Luis Alcoriza, Raymond Queneau, Gabriel Arout
K: Jorge Stahl Jr.
M: Paul Misraki
D: Georges Marchal, Michel Piccoli, Charles Vanel, Simone Signoret

Quelle: TV (Servus TV)

 

Inhalt

Irgendwo in Südamerika, unweit der Grenze zu Brasilien, beutet ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Abenteurern aus aller Herren Länder Diamantvorkommen aus. Aber der Traum vom schnellen Reichtum ist ausgeträumt, denn die Regierung will das Geschäft subito in die eigenen Hände nehmen. Und ist bereit, das mit Waffengewalt durchzusetzen. Bis zum nächsten Tag heißt es für die verdutzten Glücksritter also: Sachen packen und raus.
Das lassen sich die Diamantensucher nicht widerstandslos gefallen, aber das Militär greift hart durch. Als der Standortkommandant Capitano Ferrero (Jorge Martinez de Hoyos) einen der Aufwiegler willkürlich exekutieren lässt, bricht der bewaffnete Aufstand los. Mit der Verstärkung aus der Provinzhauptstadt wandert zwar der korrupte Ferrero in den Militärknast, doch es hält auch das Kriegsrecht Einzug.
Als Rädelsführer mit Kopfgeld gesucht sind der zwielichtige Ausbrecher Chark (Georges Marchal) und der Franzose Castin (Charles Vanel), der mit der Bambule so gar nüscht zu tun hatte. Zusammen mit Castins taubstummer Tochter Maria (Michèle Girardon) und der Nutte Djin (Simone Signoret) gelingt die Flucht aus dem Kaff. Eher unfreiwillig dabei sind dazu Pater Lizardi (Michel Piccoli) und der Ganove Chenko (Tito Junco), dessen Boot die Ausreißer benötigen, um die brasilianische Grenze zu erreichen.
Aber das erweist sich als schwieriger als erwartet, denn das Militär hängt den Flüchtigen an den Hacken. Zwar gelingt es den Überlebenden schließlich, die sie verfolgenden Soldaten abzuschütteln. Doch das Boot ist futsch, und es bleibt nur der Weg durch den Dschungel.

Zitate

Alberto (Luis Aceves Castañeda): „Sie können meinetwegen arme Heidenkinder bekehren. Hier halten Sie’s Maul.“

Alberto: „Du kotzt mich an!“ – Djin: „Warum, Alberto? Ich habe mich noch nie billig verkauft.“

Chark: „Verdammt nochmal. Halt endlich die Schnauze, und fang nicht an zu plärren!“

Die Kritik des Gunslingers:

Hauptsächlich ein farbensatter Abenteuerstreifen, transportiert der Film zumindest untergründig die Buñuel-typischen Anliegen. Er beschreibt eine von oben bis unten verrohte Gesellschaft, beherrscht von korrupten Eliten und mittendrin eine machtlose Kirche, die nichts zur Verbesserung der Zustände beizusteuern hat. Der einzige wirklich aufrichtige Mensch, Castin, verfällt im Verlauf immer mehr dem Wahnsinn.
Die gesellschaftlichen Zustände verdeutlicht am ehesten die „Geschäftsbeziehung“ zwischen Capitano Ferrero, dem Zuhälter Chenko und Djin, die sich auf Kosten anderer ohne Skrupel bereichern. So liefert Djin den Fremden, Chark, ohne mit der Wimper zu zucken ans Militär aus, als sie spitz kriegt, dass er ein erkleckliches Sümmchen mit sich führt. Ruckzuck zieht Ferrero die angebliche Beteiligung Charks an einem Banküberfall aus der Tasche, die Chenko ganz zufällig mit einer Zeugenaussage untermauert. Der Zaster geht dann durch drei.
Für die Kirche steht selbstredend Pater Lizardi, der in dem Kaff Zwischenstation macht, um zu den Indianern flussaufwärts weiterzureisen. Er ist zwar letztlich auch Teil des Unterdrückungsapparats, indem er ihn nicht durch Taten, aber mit Worten unterstützt, hat aber durchaus hehre Absichten. So will er beispielsweise Castin nach dem niedergeschlagenen Aufstand überreden, sich zu stellen, damit das Militär nicht an seiner Statt unschuldige Geiseln erschießt. Castins Beteuerungen, er sei selber unschuldig, perlen an dem Gottesmann ab. Auf der anderen Seite deckt er Castin doch, als ihn ein Lynchmob „aufrechter“ Dorfbewohner sucht. Doch ob Lizardi was sagt, oder in China die sprichwörtliche Sackkarre umfällt, verändern kann er nichts: Bestenfalls wird er ignoriert, schlimmstenfalls beschimpft oder ausgelacht.
Die Dschungel-Atmo ist dicht: Das liegt zu einem guten Teil daran, dass der Streifen weitgehend auf Musik verzichtet. Stattdessen kapriziert er sich vor allem auf die Hintergrundgeräusche des Regenwaldes, die teilweise dominant in den Vordergrund treten. Regen, Hunger, Orientierungslosigkeit und Massen von Insekten sind die „exogenen Stressoren“, Beziehungsstress und die zunehmende Umnachtung Castins die internen.
Allerdings sind einem die Beteiligten herzlich wurscht und damit auch ihr Durchkommen oder Ableben. Damit bringt sich der Streifen um einen wichtigsten Spannungsfaktor. Die für mich, wenn man so will, berührendste Szene entwickelt sich, als die Gruppe im Regenwald auf Anzeichen einer Lagerstatt stößt. Die aufkeimende Hoffnung zerschlägt sich direkt und brutal, als eine zerrissene und weggeworfene Ansichtskarte aus Paris zeigt, dass die Erschöpften im Kreis gelaufen sind.

Rating: $$$$

Splatter:

1/10