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Info

OT: 
Phase IV

Jahr: USA 1974
R: Saul Bass
B: Mayo Simon
K: Dick Bush, Kenneth Middleham
M: Brian Gascoigne
D: Michael Murphy, Nigel Davenport, Lynne Frederick, Alan Gifford

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Wenn’s die Planeten miteinander treiben, bleibt hernieden kein Auge trocken. So ist’s auch, als sich im All eine besonders seltene Himmelskörper-Konstellation formiert. Die durch Schwarzseher aller Art vorhergesagten apokalyptischen Szenarien bleiben jedoch aus, die Folgen weitgehend unbemerkt, und doch sind diese gravierend.
Lediglich der Biologe Ernest Hubbs (Nigel Davenport) erkennt, dass sich bei Ameisenvölkern in einem abgelegenen Landstrich Arizonas gravierende Verhaltensänderungen ergeben haben: Die sonst üblichen Kriege unterbleiben; die Populationen scheinen vielmehr irgendwie miteinander zu kooperieren und sich auszutauschen. Das Resultat ist ein massiv gestörtes biologisches Gleichgewicht, denn zu leiden haben erst einmal die Ameisenfresser wie Heuschrecken oder Reptilien, die im gleichen Ausmaß verschwinden, wie sich die Ameisen vermehren.
Zusammen mit dem Informatiker James Lesko (Michael Murphy) errichtet er eine Forschungsstation vor Ort, um das Verhalten der Insekten zu studieren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Je ausgefeilter die Ameisen agieren und je weiter aber Lesko in die Geheimnisse ihrer Signale vordringt, desto dringlicher stellt sich die Frage: Wer studiert hier eigentlich wen? Und bald geht’s eigentlich nur noch ums Überleben.

Zitate

Lesko: „Ich kann ein Walmaul nicht von einem Loch im Boden unterscheiden.“

Die Kritik des Gunslingers:

Saul Bass, der hauptamtlich Filmvorspänne, Plakate und Logos designte, legt mit diesem, seinem ersten und einzigen eigenen Spielfilm gleich einen modernen Klassiker des Science-Fiction- und Horrorfilms hin.
Der Streifen erzeugt von Beginn an eine enorme Sogwirkung. Geradezu meditativ setzen die Eingangsszenen das Setting: Zu einem sparsamen Score, der auf Orgel, Bass und Synthie fußt, kreisen die Planeten, während aus dem Off die Stimme Hubbs’ die nötigen Einführungen spricht. Später tauchen dann die Ameisen auf: gefilmt in natürlicher Umgebung, in Gruppen, in Großaufnahmen, einzelne Tiere, die botengleich durch Gänge flitzen, in Zeitraffer Beute machen oder bei Vollmond einfach die „Antennen“ spielen lassen. Selbst diese dokumentarisch anmutenden Bilder, ganz ohne optische Sperenzien ergeben zusammen mit der Musik und den Off-Kommentaren eine bedrohliche Grundstimmung, die der noch nicht einmal ganz anderthalb Stunden laufende Film bis zum Ende durchhält und sogar steigert.
Bereits zu Beginn des Kräftemessens, als die Ameisen noch abwartend und inaktiv in ihren Löchern hocken und nur durch die Resultate ihres Wirkens – ein totes Schaf, die Türme, ein Kornkreis - sichtbar sind, erzeugen Kameraarbeit und Musik ein Gefühl der Aussichtslosigkeit. Das ist großes Kino, liebe Freunde.
Nachdem die Ausgangslage abgesteckt ist, spielt fast der gesamte Streifen in der mit Elektronik vollgestopften Forschungsstation, die die Forscher – wenn überhaupt - spätestens nach dem Einsatz der chemischen Keule vor allem im Schutzanzug verlassen. Das Land ist durch das Insektizid gelb gefärbt und bekommt zusätzlich durch die turmartigen „Belagerungsbauten“ der Ameisen die Anmutung eines fremden, feindlichen Planeten, auf dem die Wissenschaftler astronautengleich nur in der sicheren Station überleben können. Mit Abreißen der Kommunikationsverbindung nach draußen, sind die Insassen völlig isoliert und auf sich allein gestellt. Durch die fast nüchterne, technikfaszinierte Fotografie und ein wenig auch durch sein Finale schlägt der Film eine Brücke zu „2001“.
Das Konzept, die Handlung als Kammerspiel ablaufen zu lassen, geht hier voll und ganz auf. Aber Bass konnte sich hier auch auf seine Darsteller verlassen. Nigel Davenport als Wissenschaftler, der der Mission seine Menschlichkeit opfert, und Michael Murphy als Frickler, der mit zunehmendem Wissen Respekt bekommt vor den Ameisen, die ihn anfangs lediglich als technisches Forschungsprojekt interessierten, sind spitzenklasse.
Für die tollen Tieraufnahmen zeichnete der auf Tierfotografie spezialisierte Kameramann Ken Middleham verantwortlich.

Rating: $$$$$

Splatter:

2/10