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Riffs - Die Gewalt sind wir, The

Info

OT: 
1990: I Guerrieri del Bronx

Jahr: I 1982
R: Enzo G. Castellari
B: Enzo G. Castellari, Elisa Briganti, Dardano Sacchetti
K: Sergio Salvati
M: Walter Rizzati
D: Mark Gregory, Fred Williamson, Vic Morrow, Christopher Connelly, Stefania Girolami Goodwin, Joshua Sinclair ("John Loffredo"), Luigi Montefiori ("George Eastman")

Quelle: DVD (ems)

 

Inhalt

New York im Jahre 1990 (*hust): Gewalt und Kriminalität in der Bronx haben dazu geführt, dass die Stadtoberen das Viertel aufgegeben und hermetisch von den restlichen Kiezen abgetrennt hat. Es herrschen brutale Gangs, die sich die Straßenzüge aufgeteilt haben und sich gegenseitig den Garaus machen.
Eines Tages flüchtet sich Ann (Stefania Girolami Goodwin), die Tochter des super- wie einflußreichen Magnaten Fairley, vor ihrem bevormundenden Vater in die Outlaw-Zone und fällt in die Hände von Trash ("Mark Gregory"), dem Chef der "Riffs". Der toughe Rocker mit dem weichen Keks, äh Kern, nimmt sich der Entlaufenen an und stellt sie unter seinen persönlichen Schutz, was bei Vize-Präsi Hank (Joshua Sinclair) nicht gerade Freude auslöst. Nach der Enttarnung eines Polizeispitzels herrscht Unruhe in der Gang, und man fürchtet weitere Infiltrationen.
Die Muffe ist nicht ganz unbegründet, denn Fairley hat über seine Handlanger (Ennio und Enzo Girolami) den berüchtigten Undercover-Cop Hammer (Vic Morrow) engagiert, einen Spezialisten für die ganz schwierigen Fälle. Der schleicht sich unerkannt in die Bronx ein und schmiedet mit Hank, der längst ein Auge auf den Chefposten der Riffs geworfen hat, eine unheilige Allianz...

Zitate

Leech: "Hey Mann, lass die Kacke im Arsch."

Hank: "Tut mir leid, das wird wohl nichts werden. Das Vögelchen ist ausgeflogen, ihr kommt zu spät." - Hammer: "Mich machen Leute, die in Rätseln sprechen, nervös. Was soll das heißen?" -  Hank: "Ich wollte damit sagen, dass Schneewittchen bei den sieben Zwergen ist, wenn du verstehst was ich meine."

Die Kritik des Sargnagels:

Die Siebziger Jahre waren geprägt von Wirtschaftskrisen, Terrorismus, Drogenkriminalität, Umweltzerstörung und dem Verfall von Großstädten; im Zuge des New Hollywood kamen sozialkritische Endzeit-Visionen im SciFi-Gewande (z.B. "Soylent Green") in Mode. Später zeigten Streifen wie "Mad Max", "The Warriors" und "Die Klapperschlange", dass man auch mit kleinem Budget auf Schrottplätzen und in Abrissvierteln ordentliche Apokalypso-Action zelebrieren kann, was letztendlich einen ganzen Schlag noch billigerer Epigonen nach sich zog.
Für Enzo G.(irolami) Castellari eröffnete sich nach den inzwischen abgelutschten Italowestern und Eurocrimern ein neues Betätigungsfeld und er orientierte sich dabei unverhohlen an den drei oben genannten Vorlagen. Die Herren Miller, Hill und Carpenter schafften es allerdings, aus den siffigen Locations auch ein gerüttelt Maß an Atmosphäre zu schöpfen, was dem Enzo hierbei leider völlig abgeht. Die Bildsprache ist entweder zu dünn oder zu aufgesetzt, die Handlung spielt meistens am Tag, was der Bedrohlichkeit des Stadtviertels ziemlich abkömmlich ist. Zudem ist die aus Versatzstücken zusammengeschusterte Story auch noch bröckelig, vorherzusehen und alles andere als belastbar.
OK, mit 'nem guten Cast und satter Action kann man solche Defizite im B-Movie-Bereich noch locker ausgleichen, nur ließ sich Castellari auch hier lumpen. Aus Marketinggründen suchte man in Italien mit großem Bohei einen aparten Jüngling für die Hauptrolle und wurde nach über 2000 Gecasteten beim 17jährigen Schuhverkäufer und Bodybuilder Marco di Gregorio fündig. Das austrainierte lange Elend mit der fettigen Naturkrause wäre damals allerdings in einem Fotoroman der Bravo besser aufgehoben gewesen, neben Exploitation- und TV-Routiniers wie Fred Williamson, Joshua Sinclair, George Eastman und Vic Morrow schmiert der total talentfreie Bursche völlig ab. Genannte Namen können da auch nix mehr reißen, ihre Auftritte wurden dafür zu willkürlich und lieblos in die Handlung gepappt.
Die Darstellung der Gangs toppt aber letztendlich alles und erweist sich als wahrer Quell der unfreiwilligen Erheiterung: üble Gesichtsbemalungen wie nach drei Tagen Fanmeile am Stück; Skater mit überdimensionalen Schulterpolstern, weißlackierten Wehrmachtshelmen und Schnauzbärten; Hells Angels, die nur rumsitzen und ins Leere blicken; Motorräder mit funzligen Totenkopflampen. Die Ausstattung ist ein wilder Mix aus Flohmarkt, Kinderkarneval und Speicherfund und unterstreicht markant das billige Oeuvre.
Handwerklich war man da bei weitem nicht so "einfallsreich", bieder bis auf die Knochen wurde die Gurke abgekurbelt. Castellaris Zeitlupen-Spezereien funzen aufgrund des schlaffen Bildmaterials auch nicht, sondern wirken einfach nur langsam. Auf die Ohren gibt's einen 80er Jahre-typischen Hardrock-Score, nicht mal vor einem mehrminütigen Drum-Solo schreckte man zurück.
Tja, was soll man sagen... ein Filmchen, so wie die Italiener in den 80ern Autos bauten. Fehler In Allen Teilen und heutzutage völlig verrostet. Die Streiflette wurde trotz aller Makel dennoch ein echter Umsatzbringer auf dem damals explodierenden Heimkino-Markt und zog sogar ein semioffizielles Sequel nach sich.

Rating: $+ (Trash: $$$$)

Splatter:

3/10

 

 

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