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Todesfaust des Cheng Li, Die

Info

OT: 
Tong San Dai Hing

AT:
Tang Shan Da Xiong
The Big Boss

Jahr: HK 1971
R, B: Lo Wei
K: Chan Ching-Kui
M: Wang Fu-Ling, Peter Thomas (für Europa)
D: Bruce Lee, Maria Yi, James Tien, Hang Ying-Chieh

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Da es auf dem platten Land nicht einfach ist, Arbeit zu finden, macht sich Cheng Li (Bruce Lee) auf nach Thailand zu seinem Vetter Hsu Chen (James Tien), der in der Stangeneisfabrik von Mr. Mi (Hang Ying-Chieh) rabottet. Auch Cheng kann in der Eisklitsche anfangen. So weit so gut, doch Scheiße bleibt Scheiße, auch wenn sie gefroren ist: Mr. Mi betreibt den Laden nämlich nur, da sich mit dem Strangeneis hervorragend Drogen transportieren lassen. Arbeiter, die Lunte riechen und sich nicht schmieren lassen, werden kurzerhand eliminiert und im Kühlhaus deponiert.
Als auch Hsu eines Tages verschwindet, rebelliert die Belegschaft. Spätestens jetzt muss Cheng das seiner Mama gegebene Gelübde, sich aus Raufhändeln rauszuhalten, das Klo runterspülen. Dank seiner Schlagkraft erzielen die Arbeiter einen Teilerfolg, und Cheng wird neuer Vorarbeiter. So hofft die Firmenleitung, unangenehmen Nachforschungen aus dem Weg zu gehen. Zusätzlich sollen Alkohol und Nutten Cheng gewogen stimmen.
Das geht kurze Zeit gut, doch dann gibt ihm eines der Mädchen (Marylin Bautista) den entscheidenden Tipp, und Cheng kommt den Machenschaften von Mr. Mi auf die Spur. Dann entführen Mis Schergen auch noch seine Kusine Chiao Mei (Maria Yi) als Nachschub für den Amüsierbetrieb des Bosses. Nun packt Cheng endgültig den Hammer aus.

Zitate

Geschäftsführer (Chan Chue): „Der Verkauf von Stangeneis bringt nicht viel ein im Gegensatz zu Rauschgift.“ (Betriebswirtschaftliches Grundwissen sozusagen)

Cheng: „Ihr lasst mich besser in Ruhe, oder es raucht.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nachdem die US-Sixties-TV-Serie „Grüne Hornisse“ dank Bruce Lee, der eine Nebenrolle bekleidete, vor allem in Fernost sehr erfolgreich war, zeigten sich auch die Filmmogule in Hongkong an ihm interessiert. Da die Shaw-Brüder zu wenig Asche für den Noch-No-Name raustun wollten, unterzeichnete Lee bei dem von Shaw-Renegaten 1970 gegründeten Indie Golden Harvest.
Unter der Regie von Harvest-Miteigentümer Lo Wei realisierte Bruce Lee die ersten beiden seiner insgesamt vier Filme mit ihm in der Hauptrolle. „Die Todesfaust…“ als erster des Quartetts bedeutete für ihn den richtigen Einstieg in den asiatischen Markt. Damit begann letztlich eine kurze Weltkarriere, deren abruptes Ende Bruce Lee ins nahezu Mythische erhöhte.
Der Streifen setzt von Look und Story einen klaren Kontrapunkt zu den Shaw-Produktionen. Anstatt im China des 16. oder 17. Jahrhunderts bewegen wir uns in der Gegenwart. Anstelle der gediegenen Shaw-Studiooptik mit ihren sorgfältig ausgestatteten Sets tritt eine raue Straßen-Atmo. Entsprechend unterschiedlich sind die Kampfeinlagen: Während diese bei Shaw teilweise bis in äußerste stilisiert und damit fast als kultische Handlung zelebriert werden, ähneln die Kämpfe hier brutalen Straßenfights. Nichts von Schwertkämpferehre, sondern reines Überleben. Kurz und heftig daher der Ablauf, in den Schnappmesser, Stielhacken oder die bekannte, aber leider in der Regel geschnittene (wink), Eissäge integriert werden. Selbst der Showdown zwischen Bruce Lee und Hang Ying-Chieh hat nichts von Zelebrierung von Kampfkunst: Es geht nur um den Sieg. Zumindest die Szenen, an denen Lee unmittelbar beteiligt ist, überzeugen durch rasche Schnitte und entsprechende Fotografie mit Subjektiv- und Detailaufnahmen, beispielsweise von der Fußarbeit der Kombattanten.
Golden Harvest führt mit diesem Streifen die Martial Arts aus der Historie in die Gegenwart und bringt gleichzeitig einen deutlichen Exploitation-Touch ins Spiel. Nackte Brüste, Alkohol und Drogen, eine entsprechende Sprache und nicht zuletzt der Score, für den in der europäischen Fassung Peter Thomas mit unverkennbaren Bläsersätzen und Elektrosperenzien verantwortlich zeichnet. Vom Schauspielerischen erreicht der Film maximal Durchschnitt: Besonders an Bruce Lee wird deutlich, dass der Mann weniger Schauspieler als Kampfsportler war, da allerdings einer der besten. So zeichnet er wohl auch hier schon für einen Gutteil der Action-Regie verantwortlich und betätigte sich als Kameramann. Mit James Tien und Lee Kwan standen ihm erfahrene Martial-Arts-Darsteller zur Seite, die wie so viele bei Shaw begonnen hatten, bevor sie zu Golden Harvest wechselten.

Rating: $$$+

Splatter:

3/10

 

 

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