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Weg ins Verderben, Der

Info

OT: 
Des Gens sans Importance

Jahr: F 1956
R, B:
Henri Verneuil
B:
François Boyer
K:
Louis Page
M:
Joseph Kosma
D:
Jean Gabin, Françoise Arnoul, Pierre Mondy, Yvette Eriévant

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Jean Viard (Jean Gabin) und Pierrot Berty (Pierre Mondy) sind Spezis und ein eingespieltes Fernfahrerteam, das von Paris aus ganz Südfrankreich bedient. Gerne machen sie auf ihren Touren Station an Emiles (Paul Frankeur) Truckstop, unweit von Bordeaux. Bei Jean allerdings hängt mittlerweile der Haussegen gehörig schief. Gattin Solange (Yvette Etiévant) ist chronisch nörgelig, da der Gatte nie zu Hause ist, und Töchterchen Jacqueline (Dany Carrel) hat sich zu einem rebellischen Teenager mit Flausen im Kopf entwickelt. Umso lieber zieht Jean die Wohnungstür von außen zu.
Da ist es wie Schicksal, als Jean die hübsche Louise „Lou“ (Françoise Arnoul) kennenlernt, neueste Aushilfe von Emile. Lou ist viel jünger als der Trucker, dennoch entwickelt sich eine Romanze, die nicht folgenlos bleibt: Jean und Lou sind ohne es zuerst zu bemerken eingetreten in eine unaufhaltsame Abwärtsspirale.

Zitate

Jacqueline: „Was soll das? Ich mach‘ deine Briefe auch nicht auf!“ – Jean: „Du bist auch nicht der Vater eines Flittchens.“

Engelmacherin Germaine (Héléna Manson) zu Lou: „Nur keine Angst. Es ist ganz ungefährlich.“

Die Kritik des Gunslingers:

In seinem düsteren Drama eröffnet Henri Verneuil seinen Protagonisten keine Hoffnung, so sehr sich diese auch abstrampeln mögen auf der Suche nach einem besseren Leben, von Glück ganz zu schweigen.
Die Figuren sind, wenn nicht entwurzelt, so doch verzweifelt. Jean Viard hat sich seiner Familie bereits total entfremdet. Er arbeitet mittlerweile vor allem, um nicht zuhause sein zu müssen, denn finanziell kommt er trotz aller Überstunden auf keinen grünen Zweig. Zwischen ihm und seiner Frau herrscht komplette Sprachlosigkeit. Wenn sie miteinander reden, geht’s um Nahrungsaufnahme, oder man giftet sich einfach an. Tochter Jacqueline will was Besseres: Sie geht mit skurrilen Typen aus und hat Ambitionen als Filmstar oder zumindest Fotomodell. Am Ende dient ihr Foto immerhin als Vorlage für das Bild auf einer Camembert-Verpackung.
Für Lou, obwohl viel jünger als Jean, geht ebenfalls nicht viel zusammen. Sie arbeitet als Bedienung für Emile. Ein Job, der sie ankotzt. Die Flucht zu ihrer Mutter nach Bordeaux scheitert: Muttern hat nur eine Zweizimmer-Butze und einen Sack eigener Probleme, darunter einen Lover, der Lou schöne Augen macht. Die Beziehung zu Jean ist von vorneherein auf Sand gebaut, denn entgegen der Matheregel, gibt Minus mal Minus hier auf keinen Fall Plus. Auch sie ist schnell genervt von Jeans Dauernd-auf-Achse-sein. Um ihm näher zu sein, nimmt sie in Paris Arbeit als Zimmermädchen im Stundenhotel der geschäftstüchtigen und skrupellosen Madame Vacopoulos (Lila Kedrova) an. Auf der anderen Seite möchte sie die Beziehung beenden, als sie zufällig Jeans Familie kennenlernt.
Die ganze Hoffnungslosigkeit eines aussichtslosen Daseins spiegelt sich wieder in den trüben Bildern. Fast immer sind die Straßen nass; zumeist ist es dunkel, neblig oder stürmisch. Die Hauptfiguren treiben zwischen LKW-Cockpit und tristen Behausungen hin und her, sind auf der Suche. Doch ist nicht ein Schimmer am Horizont zu sehen, der Besserung verspricht. Und dies wird sich bis zum tristen Finale auch nicht mehr ändern, liebe Freunde.

Rating: $$$$

Splatter:

0/10

 

 

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