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Driver

Info

OT:
The Driver

Jahr:
USA 1978
R, B: Walter Hill
K: Philip Lathrop
M: Michael Small
D: Ryan O’Neal, Bruce Dern, Isabelle Adjani, Roonee Blakely

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Nach einem gelungenen Coup will auch der geordnete Rückzug wohl geplant sein. Und genau dann schlägt seine Stunde: Der „Driver“ (Ryan O’Neal) ist der wohl beste Fahrer von Fluchtwagen, den man in Los Angeles für Geld mieten kann, und eine lebende Legende. Allerdings hat er neben einem stolzen Salär seine – nicht ganz unumstößlichen – Prinzipien: Er fährt nur für Profis, die ihre Dinger ohne Kanone drehen. Der „Driver“ beschränkt die Kontakte zur Außenwelt aufs Minimum. So greift er für die Auftragsanbahnung mit potenziellen Klienten oder das Beschaffen von Alibis auf die Dienste einer *äh* Agentin (Roonee Blakely) zurück, lebt ansonsten aber völlig isoliert.
Dem „Driver“ auf den Fersen ist ein fanatischer Bulle (Bruce Dern): Der weiß zwar im tiefsten Innern, wer der verhasste Raser ist, kann ihm aber nie was anhängen. Als die Cops einen Kleingangster (Joseph Walsh) nach einem Supermarktrip hochnehmen, scheint frischer Wind in die Geschichte zu kommen. Der Bulle zwingt den Schmalspurganoven zur Kooperation: Er soll für einen Banküberfall – Straffreiheit garantiert – den Driver anheuern und ausliefern.
Es kommt aber, wie es kommen muss: Der Driver lehnt die Zusammenarbeit mit den dazu noch gewalttätigen Amateuren handfest ab. Erst als ihn der Bulle aufsucht und ihn bei seinem Ehrgeiz packt, lässt sich Driver umstimmen. Doch das Ding läuft ganz anders, als es alle Seiten erwartet haben.

Zitate

Gangster (Nick Dimitri): „Nein!! Bist du wahnsinnig?? Ich will raus hier!“ (Des Drivers Fahrstil ist nüscht für Weichkacker (Zwinkern))

Bulle: „Ich respektiere jemanden, der was von seinem Job versteht.“

Cop (Matt Clark): „Sie halten sich wohl für einen Gewinner?“ – Bulle: „Ja. Und Sie sind ein Verlierer, wollen aber ein Gewinner sein.“ „Und Sie wollen mir dazu verhelfen?“„Genau. Falls Sie sich nicht noch vorher als Superarschloch entpuppen sollten.“

Kleinganove: „Sie stehen wohl aufs Herumkommandieren?“ – Bulle: „Das ist mein Job.“

Bulle: „Ein Freund von dir hat mir den Tipp gegeben, wo ich dich tagsüber finde.“ – Driver: „Ich habe keine Freunde.“ – „Ganz recht.“

Bulle: „Richtig schön, hinter dir her zu sein.“ – Driver: „Hört sich so an, als ob Sie in Schwierigkeiten seien.“

Die Kritik des Gunslingers:

Anstatt als Actioner, der jede Menge Gummi auf der Straße lässt, inszenierte Walter Hill seinen zweiten Langfilm mit starkem Zug zum Film noir. Freunde von röhrenden Motoren und zerbeultem Blech seien dennoch getröstet: Es gibt immerhin zwei ausführliche Autoverfolgungsjagden, rasant inszeniert und hervorragend fotografiert. Ganz stark ist auch die Szene, in der Driver seinen potenziellen Auftraggebern eine Probe seines Könnens gibt und sie gleichzeitig abblitzen lässt. So zerlegt er in einem Parkhaus den Mercedes der Ganoven nach allen Regeln der Kunst, kontrolliertes Schrotten sozusagen.
Kern des Streifens ist allerdings das Duell zweier Typen, die zwar auf verschiedenen Seiten des Tresens stehen, aber grundsätzlich gar nicht so verschieden sind. Beide sind Profis und beiden geht es eigentlich nur darum, im Wettkampf gegeneinander schlussendlich der Beste zu sein. So
sind dem Bullen beispielsweise Gesetz und Recht herzlich wurscht. In seinem Jagdfieber übertritt er deutlich mehr als nur eine Dienstvorschrift und ist dabei weiß Gott nicht zimperlich in der Wahl der Mittel *lach. Die Bedenken seiner Kollegen wischt er mit Hinweis auf seine Ärmelstreifen und den möglichen Erfolg beiseite. Driver wiederum interessiert die Kohle nullo, die er mit seinem Job macht. Er lebt völlig bescheiden und bar aller Bequemlichkeit in abgefuckten Hotelzimmern. Energie und Lebenssinn zieht er ausschließlich aus seinen Jobs, die er möglichst perfekt durchzieht. Auch ihm geht es letztlich nur darum, seinen Gegner in einem fast schon sportlichen Wettstreit auf die Plätze zu verweisen.
Der Film spielt hauptsächlich nachts und präsentiert Menschen ohne Identität, reduziert auf ihre Funktion. Nicht umsonst hat keiner der Charaktere einen Namen und keine Biographie. Außer die junge Spielerin, die der Bulle mit einer „alten Geschichte“ unter Druck setzt, scheint niemand eine Vergangenheit zu haben. Wir bewegen uns mit den Protagonisten durch neongeflutete Straßen und Autotunnels, Bars, Spielsalons und Absteigen.
Absolut toll ist die Fotografie, die sich von Bildgestaltung und Beleuchtung an den klassischen Noirs orientiert. Wahlweise lassen sich auch die Gemälde Edward Hoppers in den Tableaus wiedererkennen. Hervorragend ist die Leistung von Bruce Dern als obsessiver Bulle, der nur noch für ein Ziel lebt:
Driver zur Strecke zu bringen; koste es, was es wolle. Sein Kontrahent Ryan O’Neal ergeht sich zwar in mimischem Cool-Minimalismus, setzt dadurch aber einen feinen Kontrapunkt zum quirligen Cop.

Rating: $$$$$

Splatter:

2/10

 

 

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