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Fleisch der Orchidee, Das

Kein Trailer vorhanden

Info

OT: 
La Chair de l’Orchidée
AT:

Un'Orchidea rosso Sangue

Jahr: F/I/D 1975
R, B: Patrice Chéreau
B: Jean-Claude Carrière
K: Pierre Lhomme
M: Fiorenzo Carpi
D: Charlotte Rampling, Bruno Cremer, Edwige Feuillère, Hans Christian Blech

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Louis Delage (Bruno Cremer) ist als wohlhabender Besitzer eines ererbten Gestüts eher auf Rosen gebettet. Ein beschauliches Dasein, das allerdings endet, als sein alter Bekannter Marcucci (Hugues Queste)  aufkreuzt und um Unterschlupf anheischig wird. Dem Gutsten sind nach einer unschönen Eskapade die Brüder Bevekian (Hans Christian Blech, François Simon), zwei Profikiller, auf den Fersen.
Marcucci, dem gehörig die Hose flattert, drängt sich Louis als Begleiter zu einer Art Partywochenende in einem auswärtigen Hotel auf. Auf dem Weg dorthin gabeln sie auf der Straße die schweigsame, leicht verschrammte Claire (Charlotte Rampling) auf, die als Beifahrerin einen LKW-Unfall überlebt hat. Und auch Claire ist auf der Flucht, und zwar vor ihrer Tante (Hedwige Feuillère) und derem Tross: Tantchen nämlich hatte die Nichte für verrückt erklären und in einem Luxussanatorium einsperren lassen, um an Claires umfangreiches Vermögen und ihre Latifundien heranzukommen.
Marcucchi, der im Hotel Claire zu nahe tritt, muss mit seinem Augenlicht dafür büßen und wird kurz darauf durch die Bevekians erledigt: zwei ehemalige Zirkusartisten, die nach einen tödlichen Unfall in ihrer Messerwerfernummer die Klingen nicht mehr auf halbnackte Assistentinnen werfen, sondern als gefürchtete, freischaffende Hitmen auf lukrativere Ziele. Louis kann als Zeuge der Tat zusammen mit Claire den Beiden zwar mit viel Dusel erstmal entkommen. Jetzt ist aber nicht nur Tantchen hinter Claire her, sondern auch die Messerschwinger hinter Louis – denn Zeugen mögen die Brüder Bevekian nicht.

Zitate

Robert (Gunther Meisner): „Darf ich fragen, was hier vorgeht?“ – Tante: „Nein.“

„Ein bisschen Schizophrenie hat noch niemanden daran gehindert, eine Bank zu leiten.“

Die Kritik des Gunslingers:

Düsteres Thriller-Drama, das weniger spannend ist, als vielmehr durch seine Atmo punktet sowie die immer wieder eingestreuten skurrilen, fast surrealen Szenen. Regenschleier, die niemals dünner zu werden scheinen, verleihen dem Streifen eine trostlose, bedrückende Stimmung. Matschige Braun- und Grüntöne dominieren die Szenerie. Und ebenso wirken hier die Menschen: grau und desinteressiert, ausschließlich auf das eigene Wohl bedacht. Eine Ausnahme bilden lediglich zwei Frauenfiguren: So ist die alte Artistin Madame Vamos (Simone Signoret) alles andere als gefühlstot. Sie klärt die junge Claire über ihre wahre Herkunft auf und ermöglicht ihr die Flucht vor den Bevekian-Brüdern. Dann haben wir noch Alida Valli, die in einem feinen Kurzauftritt eine „Verrückte“ spielt und Claire im Bahnhof als Seelenverwandte anspricht. Claire hält dies nicht aus und rennt davon: Wie sich später herausstellt, ist sie vom gleichen Schlag wie ihre Tante.
Es gibt schöne Szenen, etwa, wenn Claires Tante, die ihre Bleibe kurz zuvor verscheuert hat, weil sie auf das Vermögen ihrer Nichte spekuliert, mit ihrem Tross bestehend aus Bediensteten und Oberklasse-Limos durch die öde Gegend fährt. Oder das ehemalige prächtige Kino, das „Cinema Italiano“, in dem Madame Vamos und ihr Lebensgefährte residieren und ihrer Zirkusvergangenheit nachhängen. Genauso wie der luxuriös ausgestattete alte Filmtempel darüber zu erzählen scheint, welche Bedeutung Kino einmal hatte. Oder der Bahnhof, in dem ausschließlich Frauen warten. Worauf?
Klasse sind die Darsteller, von denen mir besonders Hans Christian Blech und François Simon gefallen haben: die phantomhaften Killer, die seit Jahrzehnten vor ihrer Vergangenheit fliehen. Ein fast schon wehmütiger Film.

Rating: $$$$+

Splatter:

3/10

 

 

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