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Hide and Seek - Kein Entkommen

Info

OT:

Sum-bakk-og-jil


Jahr: SKOR 2013
R, B: Huh Jung
K: Kim Il-yeon
M: Cho Young-wook
D: Sun Hyeon-ju, Jeon Mi-seon, Moon Jung-he, Kim Ji-young

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Seong-soo (Sun Hyeon-ju) trägt an einer schweren Last: In Kindertagen zerstörte er seinem älteren (Adoptiv)Bruder Seong-chul durch eine wissentliche Falschaussage das Leben. Nun residiert er zwar mit Gattin Min-ji (Jeon Mi-seon) und zwei Kindern gut situiert in einem Luxus-Wohnkomplex, wird aber von quälenden Tics geplagt wie Wasch- und Putzzwang und wiederkehrenden Alpträumen. Den Kontakt zum Bruder hat er seit vielen Jahren abgebrochen, trotz etlicher Versuche Seong-chuls, wieder Verbindung aufzunehmen. Dann erhält Seong-soo einen Anruf vom Hausmeister des Wohnblocks, in dem sein Bruder seit einem Knastaufenthalt lebte: Seong-chul ist nicht nur die Miete schuldig geblieben, sondern auch seit Wochen verschwunden, daher müsse nun jemand die Butze leerräumen.
Die letzte Bleibe des Bruders entpuppt sich als abrissreife Mietskaserne im heruntergekommenen Hafengebiet. Unter den sonderbaren Einwohnern scheinen Nachbarin Joo-he (Moon Jung-he) und ihre kleine Tochter (Kim Ji-young) noch die Normalsten zu sein. Doch auch sie reagiert höchst *hust* seltsam, als Seong-soo verrät, weswegen er gekommen ist. Seong-chuls Butze selbst ist ein verkommenes Loch, in dem Seong-soo allerdings einen versteckten Durchbruch in die Nachbarwohnung entdeckt, deren Mieterin ebenfalls vermisst wird.
Nun will Seong-soo erst recht klären, was mit seinem Bruder passiert ist. Seine Schnüffelei jedoch ruft einen stets mit einem Motorradhelm maskierten Killer auf den Plan, der bevorzugt nach der Methode „ Stahlrohr vs. Rübe“ arbeitet. Dessen erster Versuch, gewaltsam in die Wohnung der Familie einzudringen, scheitert an Min-jis Widerstand und aufmerksamen Nachbarn. Ist Seong-chul gekommen, um endlich Rache zu nehmen? Der Tunichtgut verstärkt seine Anstrengungen, als Seong-soo in Seong-chuls Nachbarwohnung die in Zellophan eingewickelte Leiche der Mieterin entdeckt.

Zitate

Min-ji: „Ich kann diesen Wahnsinn nicht länger ertragen!“

Die Kritik des Gunslingers:

Home Invasion“, das Eindringen Fremder in die höchst private Schutzzone, sorgt schon per se für ein höchst ungutes Gefühl. kommt dann noch explizite Gewalt ins Spiel, wird’s richtig schaurig. So startet dieser Thriller des südkoreanischen Regisseurs Huh Jung, übrigens sein Debüt, fulminant mit einem brutalen Mord durch einen solchen Eindringling. Der Film setzt dann später noch einen drauf, indem er jeden privaten Raum für unsicher erklärt: So leben Seong-soo und Familie in einem luxuriösen Hochsicherheitstrakt mit privatem Wachdienst, rund um die Uhr besetztem Empfang, Schranken, überwachtem Kinderspielplatz, x Kameras und allerlei elektronischem Sicherheitsschnickschnack. Doch all das hindert den Killer mit dem Motorradhelm nicht, in diese Komfortzone einzudringen und genauso zur Bedrohung im eigenen Heim zu werden wie in der Abbruchhütte auf der anderen Seite der Stadt.
Zwar spielt der Film gekonnt auf der Thriller-/Horror-Klaviatur. Doch sorgen stumme Fremde mit Motorradhelm im ansonsten leeren Fahrstuhl, behandschuhte Hände, die aggressiv durch Türschlitze fingern, oder Unbekannte, die an die verbarrikadierte Tür bollern, eher für das Zückerle obendrauf, die Schockmomente. Der Streifen schafft es dank seines soliden Spannungsbogens auch so, über die gesamte Laufzeit zu fesseln. Das geschieht weniger durch Action oder drastisch ausgeführte Brutalitäten als vielmehr durch die wahnsinn- und zunehmend paranoiagetränkte Atmosphäre. Hierbei ist eine der tragenden Stützen die feine Kameraarbeit, die – seltener – eine subjektive, viel häufiger eine unangenehm beobachtende Perspektive einnimmt. Ab und an sorgen kurze, leicht sepiagefärbte Rückblenden für Informationen über die Geschehnisse der Vergangenheit. Zwar empfinde ich den Showdown als ein wenig dick geraten, doch klasse ist, dass sich der Streifen bis zur Auflösung viel Zeit lässt und damit auch die Neugier des Zuschauers als Spannungsfaktor nutzt.
Aus dem durch die Bank gut aufspielendem Ensemble sticht Son Hyeon-ju hervor. Seong-soo bleibt trotz seiner dramatischen Verfehlung Sympathieträger. Zwar sind die vielen Tics und Alpträume Quittung für die aufgepackte, verdrängte Schuld aus Kindertagen. Doch erst die aktuellen Geschehnisse zwingen ihn dazu, sich mit seinem Bruder, den er selbst vor seiner Frau verheimlicht hat, zu befassen und sich dieser Schuld auch bewusst zu stellen.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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