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Keeping Room - Bis zur letzten Kugel, The

Info

OT: 
The Keeping Room

Jahr: USA 2014
R: Daniel Barber
B: Julia Hart
K: Martin Ruhe
M: Martin Phipps
D: Brit Marling, Sam Worthington, Muna Otara, Hailee Steinfeld

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

1865 ist im Amerikanischen Bürgerkrieg die Niederlage des Südens längst ausgemacht. Auch in Carolina rücken die Yankees vor. Hier halten die Schwestern Augusta (Brit Marling) und Louise (Hailee Steinfeld) zusammen mit Sklavin Mad (Muna Otara) auf der abgelegenen, elterlichen Ranch einen Rumpfbetrieb aufrecht, seitdem Vater und Bruder den grauen Rock tragen. Ein zwar mühseliges, aber ruhiges Geschäft.
Das ändert sich, als sich Louise einen fiesen Waschbärenbiss einhandelt. Augusta wird im einen Tagesritt entfernten kombinierten Saloon- und Bordellbetrieb von Caleb (Ned Dennehy) und Moll (Amy Nuttall) um Medikamente anheischig. Großer Fehler, denn hier hängen zwei wirklich üble Typen ab, Moses (Sam Worthington) und Henry (Kyle Soller), zwei Kundschafter der Yankee-Armee. Die beiden nutzen ihren Auftrag nämlich weniger, um unauffällig die Lage zu peilen, als vielmehr, um in der weitgehend männerlosen Gegend nach Lust und Laune zu vergewaltigen und zu morden.
Augusta kann sich zwar dank der Hilfe der braven Kneipenbetreiber, ihr letzter Freundschaftsdienst übrigens, abseilen. Doch die Lumpenhunde haben Witterung aufgenommen und klopfen einige Tage später tatsächlich unsanft an die Farmtür. Die Ladies haben jetzt nicht nur das Problem, dass Waffen knapp sind, sondern auch, dass nur Augusta geschult ist im Gebrauch von Feuerwaffen. Allerdings machen Moses und Henry die schmerzhafte Erfahrung, dass man niemanden unterschätzen sollte.

Zitate

Mad: „Wenn man überlebt hat, spielt es keine Rolle, was passiert ist. Man lebt weiter.“

Moses: „Je grausamer es ist, desto früher ist es zu Ende.“ (Moses hat eine sehr eigene Sicht der Dinge)

Die Kritik des Gunslingers:

Da hat nun Regisseur Daniel Barber wichtige Mitglieder seines „Harry-Brown“-Teams wieder um sich gescharrt – in erster Linie Kameramann Martin Ruhe und Komponist Martin Phipps – und in den USA einen Western inszeniert. Nun ja, so richtig Western ist’s nicht, denn der Ausflug in die amerikanische Geschichte dient letztlich nur als folkloristischer Rahmen für einen Home-Invasion-Thriller. Demzufolge landet die Streiflette auch nicht in unserer Western-Schublade, sondern frisch gebügelt im Thriller-Schubfach. Der Streifen ist teilweise mörderspannend, gut fotografiert und mit einem stimmungsvollen Score unterwegs.
Barbers Rezept ist dabei ähnlich wie schon bei „Harry Brown“: Nach einer ausführlichen Exposition steuert der Film unaufhaltsam seinem blutigen Höhepunkt entgegen. Ausführlich beschreibt der Plot zum Anfang den Tagesablauf der drei Frauen, die bis dato unbehelligt auf die erhoffte Rückkehr von Vater und Bruder warten. Moses und Fred kriegen nicht soviel Zeit. Sie lassen schlaglichtartig Taten sprechen, was aber ausreicht, um für Barbers Zwecke den „Schwarzen Mann“ aufzubauen. Die Atmo ist unheilvoll trist; nur die Bilder von der umgebenden üppigen Natur sind in helleren Farben gehalten. Die Menschen hingegen sind grau und hoffnungslos oder wie Moses und Fred traumatisiert und pervertiert durch den Krieg. Töten ist wie das Ausblasen einer Kerze, eine beiläufige Handlung. Direkt nachdem etwa Henry kurzerhand hinterrücks eine fliehende Frau erschossen hat, stellt er sich hin, um sein Wasser abzuschlagen.
Die Auswirkungen von Krieg auf Menschen und soziales Gefüge; wie behaupten sich Frauen in einem Männer dominierten, aber jetzt doch weitgehend entmannten Umfeld und nicht zuletzt die Sklaverei. Das sind die Themen, die der Film anreißt, ohne aber näher an sie heranzutreten. Wie schon in „Harry Brown“, ist Barber mehr an Aktion interessiert als daran, Charakterstudien zu betreiben. Also mir kommt das ja eher entgegen (Zwinkern). Doch es gibt wirklich schöne Stellen wie das „Ohrfeigenduell“ zwischen Augusta und Mad als Symbol dafür, dass sich auch im „Grand Old South“ die Zeiten unaufhaltsam ändern. Und auch Louise, anfangs noch mit deutlich ausgeprägter Herrenreiterinnen-Attitüde, kann schließlich der Sklavin Mad mit Liebe und Respekt entgegentreten. Am Ende kriegt dann sogar der skrupellose Mörder Moses einen Teil seiner Menschlichkeit zurück.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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