Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Killer kennen keine Gnade

Info

OT: 
L’Insolent
AT:
Der Kaltblütige (DDR)

Jahr: F 1972
R, B:
Jean-Claude Roy
B:
Jacques Risser
K:
Claude Saunier
M:
Bernard Gérard, Max Gazzola
D:
Henry Silva, André Pousse, Georges Géret, Philippe Clay

Quelle: TV (ZDF)

 

Inhalt

Der Ami Emmanuel Ristack (Henry Silva) hat den Dschungel Vietnams gegen den Dschungel von Paris eingetauscht, in dem er durch diverse krumme Touren auffällig geworden ist. Vorübergehend stillgelegt in La Santé, dem Pariser Innenstadtknast, gelingt ihm die Flucht. Ristack, nur bekannt als „Outsider“ oder „Der Einzelgänger“, schlüpft bei seinem alten Kumpel Marco (Georges Géret) unter, der eine ziemlich disparate Herberge mit angeschlossenem Schankbetrieb besitzt. Doch Ristack ist nicht getürmt, um mit Marco ein paar Pastis auf alte Zeiten zu köpfen: Er plant ein letztes großes Ding, um mit ausreichend Zaster endgültig abzutauchen. Also schlägt er dem Gangster Milan (André Pousse) und dessen Compagnons ein Geschäft vor: die Ladung eines noch zu rippenden Goldtransports gegen 300 Millionen Francs.
Nach anfänglichem Zögern schlägt der Mob ein, aber Milan denkt nicht daran zu zahlen. Stattdessen tauscht er die Kohle gegen Blüten aus, allerdings ohne seine Teilhaber zu informieren, der Schelm. Und auch Ristack spielt mit gezinkten Karten, denn er täuscht den Überfall auf den Goldtransporter nur vor, und läuft zur Geschäftsabwicklung mit einer Ladung vergoldeter Bleibarren auf. Es dauert natürlich nicht lange, bis beide Seiten den Betrug merken. Milans Partner sind zudem recht ungehalten über dessen Alleingang und verdächtigen ihn naheliegenderweise, ihre Einlagen gleich mit kassieren zu wollen. Doch jetzt geht’s erstmal um das große Abstrafen, und das fällt ziemlich ruppig aus, zumal Ristack auch noch eine alte Rechnung mit Milan zu begleichen hat.

Zitate:

Marco „Ins Santé kommt man leicht rein, aber nur schwer wieder raus.“ – Ristack: „Man schafft’s mit Willensstärke und Hass.“

Ristack: „Bisher war’s ein Spiel um Millionen. Jetzt ist’s ein Spiel ums Leben.“

Kommissar (Jean Franval): „Ist immer ein seltsamer Anblick: ein Toter auf Bewährung.“ (Le Commissaire räumt Milan, den er laufen lassen muss, keine allzu großen Überlebenschancen ein)

Die Kritik des Gunslingers:

Jean-Claude Roy, der sich eher auf dem Gebiet des freizügigen *Hust* Aufklärungsfilms betätigte, gelang hier ein ganz anständiger Thriller. Die gelungene Atmosphäre lässt dabei über etliche Schwächen und Ungereimtheiten des Drehbuchs hinwegsehen.
Die Grundidee indes, nach der sich beide Seiten nach Strich und Faden übers Ohr hauen, hat mir ausnehmend gut gefallen. Das Ganze gewinnt eine ganz eigene Komik, weil sich sowohl Ristack als auch Milan wiederholt ihrer eigenen Gangsterehre und der Kraft ihres Ehrenwortes versichern und daher das Vertrauen des jeweils anderen einfordern. Dabei ist der Grad der „Verkommenheit“ noch durchaus verschieden, graduell zumindest: So schenkt Ristack wenigstens seinen angeheuerten Komplizen auf Zeit, allesamt Kleinganoven, reinen Wein ein und spielt ehrlich. Dagegen schreckt der stinkend reiche Milan nicht davor zurück, selbst seine direkten Partner zu bescheißen, die ja schließlich ebenfalls ordentlich Kohle für die Goldtüte abgedrückt haben.
Neben dem guten Score gibt’s auch ein paar schöne Ideen fürs Auge wie etwa so eine Art menschliches „Mensch ärgere dich nicht“ in Milans Club, bei dem ich die Regeln nicht durchschaut habe. Ist aber auch wurscht: Die „Spielfiguren“ sind jedenfalls tanzende Nutten, deren „Züge“ die Gäste auswürfeln, die einen üppigen Obolus auf eine oder mehrere der Ladies gesetzt haben. Très bizarre. Schauspielerisch ist der Streifen komplett auf Henry Silva zugeschnitten: einmal mehr übellaunig, vibrierend, aggro.

Rating: $$$+

Splatter:

1/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien