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Info

OT: 
Escape from New York

Jahr: USA 1981
R: John Carpenter
B: John Carpenter, Nick Castle
K: Dean Cundey
M: John Carpenter, Alan Howarth
D: Kurt Russell, Harry Dean Stanton, Ernest Borgnine, Isaac Hayes, Lee van Cleef, Tom Atkins, Adrienne Barbeau, Donald Pleasance

Quelle: TV (Kabel1)

 

Inhalt

In naher Zukunft (tja, im Film das Jahr 1997, aber das ist ja inzwischen schon durch...) herrscht in den USA ein totalitäres System. New York hat man als freie Stadt aufgegeben, Manhattan hermetisch abgeriegelt und zum Hochsicherheitsgefängnis deklariert. Die verwahrlosten "Bewohner" verwalten sich in den verlassenen Hochhausruinen unter der Knute des brutalen Gangleaders "Duke" (Isaac Hayes) selbst, lediglich zum Abliefern der Essensrationen kommen die Cops per Hubschrauber auf die Insel.
Eines Tages will's der Zufall, dass ausgerechnet die Air Force One mit dem amerikanischen Präsidenten (Donald Pleasance) bei einem terroristischen Anschlag  über der Knastinsel abstürzt. Glücklicherweise kann sich der Präsi noch dank einer Rettungskapsel in Sicherheit bringen; zu dumm nur, dass er kurz darauf dem Duke in die Hände fällt.
Auf dem Festland steht man mit heruntergelassenen Hosen da, eine Stürmung der Insel würde den Tod des Staatsoberhauptes bedeuten. Sicherheitschef Bob Hauk (Lee van Cleef) entschließt sich daher zu einem riskanten Alleingang: Er bietet dem wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhafteten Ex-Ledernacken "Snake" Plissken (Kurt Russell) Amnestie an, wenn dieser innerhalb von 23 Stunden den Präsi lebend aus der Hand des Duke befreien kann. Plissken willigt ein, bekommt aber von Hauk noch zwei Miniatursprengkapseln injiziert, die nach Ablauf der Deadline an seinen Halsschlagadern explodieren, wenn sie nicht rechtzeitig deaktiviert werden.
In einem lautlosen Segelflieger setzt Plissken in der Nacht nach Manhattan über. Mithilfe eines Ortungsgeräts soll er den Präsidenten aufstöbern, doch die Signale führen ihn nur zu einem debilen Penner, der inzwischen dessen Sender trägt. Plisskens Chancen gehen nun gegen Null, da trifft er zufällig auf seinen ehemaligen Kollegen "Brain" (Harry Dean Stanton), der als rechte Hand des Dukes über den Aufenthaltsort des Präsidenten Bescheid weiß...

Zitate

"Die nächste planmäßige Abfahrt zum Gefängnis ist in zwei Stunden. Sie haben jedoch die Wahl, sich töten und einäschern zu lassen. Wenn sie diese Möglichkeit in Betracht ziehen, begeben sie sich zu einem der Private Duty Sergeants in ihrer Kontrollzone." (Aufmunternde Durchsage in der Gefängnisschleuse)

Hauk: "Ich bin nicht blöd, Plissken" - Plissken: "Nennen sie mich 'Snake'." (Immer die Form wahren ;-) )

"Ich dachte, du wärst tot." (Den Spruch hört Plissken nicht nur einmal)

Die Kritik des Sargnagels:

Nachdem John Carpenter mit seinen '70er Jahre-Streifen bleibende Durftmarken im SciFi- ("Dark Star"), Action-Thriller- ("Das Ende - Assault on Precinct 13") und Horror-Genre ("Halloween") gesetzt hatte, mischte er bei "Escape from New York" - der deutsche Verleihtitel "Die Klapperschlange" ist selten dämlich, trägt Snake Plissken doch ein Kobra-Tattoo auf dem Wanst - die erprobten Zutaten zu einem wohl schmeckenden Süppchen. Und wie schon bei "Das Ende" lässt er dabei sein heimliches Steckenpferd, den Western, durchschimmern. Man kann Carpenter gerne vorhalten, dass er sich in Details was bei den früher entstandenen Genre-Hits "Mad Max" von George Miller (Endzeit-Atmo) und "The Warriors" von Walter Hill (Gangs) abgeguckt hat, aber aus dem Hang zum Zitieren anderer Streifen und von Kollegen hatte Carpenter nie einen Hehl gemacht.
Jede Menge Gemüse also im Eintopp, bei dem man meinen könnte, es wäre zuviel des Guten. Nix da, denn "Escape from New York" ist mehr als die Summe seiner Ingredienzien und ein ziemlicher homogener Actionbrocken. Die Einführung ins Geschehen ist flott aufgesetzt und hat dank Lee van Cleef die Extraportion Coolness; kaum ist Mr. Plissken aka Kurt Russell in Manhattan eingetrudelt, geht dann nur noch die Post nach vorne ab. Wer allerdings eine Ballerorgie erwartet, wird recht enttäuscht, denn Schusswaffengebrauch wird aufgrund des Settings - man ist ja schließlich in einem "Knast" - äußerst spärlich, aber dosiert vollzogen. Pfeffer hat der Streifen vor allem durch die permanent gewalttätige Atmo, geschickte Suspense-Einsprengsel und dem cleveren Kniff mit dem 23 Stunden Countdown für Plissken, dessen Zeitkonto immer straffer abläuft.
Stichwort Kurt Russell: seit frühester Kindheit war er Zugpferd in Disney-Realfilm-Produktionen à la "Superhirn in Tennisschuhen", hatte aber Ende der 70er ziemliche Probleme, sein Image als Kinderstar abzulegen und befand sich auf dem absteigenden Karriere-Ast. Carpenter arbeitete schon für die TV-Produktion "Elvis" (1979) mit Russell zusammen, die beiden freundeten sich schnell miteinander an. Für seine Rolle als Plissken wurde Russell ordentlich durch die Mangel gezogen. Headbanger-Matte, Dreitagebart, Augenklappe und auf dem Sixpack gestählten Wanst eben die trashige Kobra-Tättowierung - vom ehemaligen Disney-Star war nicht mehr viel übrig. Und das war gut so, der Kurt wurde zu einem der führenden Action-Stars der 80er.
Auch beim restlichen Cast grub Carpenter eine handvoll hochkarätiger Kassengiftler aus. Harry Dean Stanton, Ernest Borgnine, Isaac Hayes und Lee van Cleef hatten zwar ihre kommerziell besten Zeiten hinter sich, aber schauspielerisch befanden sie sich noch voll auf der Höhe. Dazu gesellten sich Carpenter-Standards wie Tom Atkins, Adrienne Barbeau, Charles Cyphers und Donald Pleasance, die alle solide liefern.
Das Budget von 6 Mio. $ war zwar gegenüber Carpenters früheren Werken üppiger, 1981 aber bei weitem kein Kostenrahmen für einen Blockbuster. Wie bei seinen früheren Streifen investierte er dafür bei der Tricktechnik umso mehr Hirnschmalz und Handarbeit. Die dargestellten Computergrafiken (wie z.b. bei Plisskens Landeanflug auf Manhattan) wären mit der damaligen Rechenleistung kaum umzusetzen und schweineteuer gewesen, so tünchte man also ein schwarzgefärbtes Modell New Yorks mit weißen Häuserkanten ein, verstärkte den Farbkontrast und erhielt eine supersaubere Pseudo-Vektorgrafik-Sequenz. Extrem einfach, aber unglaublich effektiv. Um den Soundtrack kümmerte sich der Meister naürlich wieder selbst, und wie bei allen seinen Streifen passt der spärliche Synthie-Score wie die Faust auf's Auge.
Fazit: ein Klassiker des modernen Action-Kinos, der auch heutzutage noch extrem frisch wirkt und nix von seiner Wirkung verloren hat. Höchstwertung.

Rating: $$$$$

 

 

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