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Lady von Shanghai, Die

Info

OT: 
The Lady from Shanghai

Jahr: USA 1947
R, B: Orson Welles
K: Charles Lawton Jr.
M: Heinz Roemheld
D: Rita Hayworth, Orson Welles, Everett Sloane, Glenn Anders

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Eines Abends rettet der Seemann Michael O’Hara (Orson Welles) die schöne Elsa Bennister (Rita Hayworth) im Central-Park vor ein paar Finsterlingen und verfällt ihr sofort mit Haut und Haaren. Am nächsten Tag, Michael ist gerade auf der Suche nach einer neuen Heuer, sucht ihn Arthur Bennister (Everett Sloane) auf, Elsas Gatte und bekannter Strafverteidiger. Er bietet ihm einen Job an, denn auf seiner Yacht fehlt noch ein Crew-Mitglied. Trotz unguten Gefühls mustert Michael an.
Die Fahrt, die via Karibik und Mexiko nach San Francisco führt, steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Neben der Besatzung und dem Ehepaar Bennister ist noch Bennisters Partner George Grisby (Glenn Anders) an Bord. George und Elsa hassen Arthur, der wiederum Elsa durch einen Detektiv (Ted de Corsia) beobachten lässt und beide mit dem Wissen um dunkle Flecke in ihrer Vita in der Hand zu haben scheint. Dazwischen steht Michael, der sich immer wieder Elsas unverblümten Avancen ausgesetzt sieht.
Gegen Ende der Reise macht Grisby Michael einen Vorschlag: Für 5.000 Dollar soll ihn dieser zum Schein ermorden. Dieser Mord spielt sich nur auf dem Papier ab in Form eines Geständnisses, das Michael unterschreiben soll. Da naturgemäß eine Leiche fehlen wird – Grisby will für immer untertauchen –, kann Mike nicht wegen Mordes belangt werden. Michael schlägt schließlich ein, denn die fünf Riesen könnten das Startkapital sein für ein Leben mit Elsa. Viel zu spät erkennt er, dass er nur Teil eines perfiden Planes ist.

Zitate

Elsa: „Die Chinesen sagen: Es ist nicht möglich, dass die Liebe lange dauert. Deshalb ist der leidenschaftlich Liebende am Ende davon geheilt.“

Arthur: „Jetzt lass mich allein. Ich unterhalt’ mich mit mir selbst.“

Michael zu den versammelten Bennisters: „Ist das Ihr normaler abendlicher Zeitvertreib: am Feuer sitzen, Marshmallows grillen und sich gegenseitig beleidigen?“

Die Kritik des Gunslingers:

Den Streifen von Orson Welles war häufig gemeinsam, dass sie bei ihrer Uraufführung bei Publikum und Kritik durchfielen, später dann umso fulminanter rehabilitiert wurden. So erging es auch „The Lady from Shanghai“, der nach massiver Intervention des Studios – Columbia – erst mit fast zweijähriger Verspätung ins Kino kam. Ein Schock muss damals der Auftritt Rita Hayworths gewesen sein: Orson Welles inszenierte seine damalige Noch-Gattin als Vamp mit platinblonden, kurzen Haaren, was überhaupt nicht ankam. Immerhin war die Hayworth mit ihrer wallenden rötlichen Mähne während des Zweiten Weltkriegs eines der beliebteste Pin-Up-Girls der GIs gewesen.
Heute hat der Film allerdings seinen Platz im Film-noir-Klassiker-Kanon erobert. Obwohl der Streifen im Gegensatz zur „Genrekonvention“ in weiten Teilen weder vor allem nachts, noch bei Regen, noch in der Großstadt spielt, ist die Atmo Alptraum pur. Das betrifft nicht nur die Entwicklung nach dem fingierten Mord. Bereits der Segelturn lässt die dunklen Wolken spürbar werden, die sich über Michael O’Hara zusammenbrauen, der dies als Off-Erzähler aus der Rückschau analysiert. Die Dialoge enthalten immer wieder Anspielungen auf die späteren, von langer Hand geplanten Ereignisse. Wir beobachten Michael, der sich ahnungslos, fast schon naiv im Netz der abgefuckten und mit allen Wassern gewaschenen Bennister-Clique verfängt und sich am Nasenring widerstandslos zur Schlachtbank führen lässt.
Der Streifen ist beispielhaft für die klassische Noir-Konfrontation Normalo – Femme fatale, getrieben durch sexuelle und materielle Gier. So rennt der Mann triebgesteuert in sein Verderben, geopfert den materiellen Gelüsten der Frau. Schauspielerisch kann hier vor allem Everett Sloane punkten. So ist Arthur Bennister zwar gehbehindert und damit körperlich schwach. Doch der Zyniker kompensiert seine Defizite auf andere Weise und hat dabei diebischen Spaß. Der Film ist klasse fotografiert, und damit sind nicht nur die Shots von Rita Hayworth gemeint ;-). Vor allem die Szenen im Vergnügungspark inklusive des legendären Finales im Spiegelkabinett sind optisch herausragend umgesetzt und gemahnen mehr als einmal an den deutschen Expressionismus. Mitproduziert hat den Film übrigens William Castle, der später mit seinen B-Horrorstreifen Kultstatus erlangte.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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