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Info

OT: 
Murder in Coweta County

AT:
Last Blood
Gesetz und Ordnung

Jahr:
USA 1983
R: Gary Nelson
B: Dennis Nemec
K: Larry Pizer
M: Brad Fiedel
D: Johnny Cash, Andy Griffith, Earl Hindman, Danny Nelson

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

1948: John Wallace (Andy Griffith) beherrscht mit eiserner Hand seine riesige Ranch in Meriwether County, Georgia, bezeichnend „The Kingdom“ genannt. Wallace ist darüber hinaus nicht nur frömmelnder Kirchgänger und angesehener Bürger, sondern auch Kopf des florierenden Geschäfts mit Schwarzgebranntem. Klar, dass er die County-Polizei in Gestalt von Sheriff Hardy Collier (Danny Nelson) sowieso geschmiert hat, so dass er strenggenommen auch das Gesetz im Bezirk ist.
Dann begeht Wallace einen entscheidenden Fehler, als er einen seiner Pächter, Wilson Turner (Robert Schenkkan), mitsamt Familie von seiner Scholle vertreibt. Turner hatte nämlich seinen Anteil an dem illegalen Sprit gegen die Weisung von Wallace auf eigene Rechnung verhökert. Aus Rache vergreift sich der Geschasste an einem von Wallaces preisgekrönten Rindviechern.
Lange Rede, kurzer Sinn: Der große Klaus erschlägt den missliebigen kleinen Klaus kurzerhand. Blöderweise vor Zeugen, blöderweise im Nachbarcounty Coweta. Denn hier ist nicht der willfährige Collier Sheriff, sondern der so gerechtigkeitsliebende wie unbestechliche Lamar Potts (Johnny Cash). Und Potts schickt sich an, dem selbstgerechten Großrancher kräftig in die Stiefel zu pinkeln. Doch dafür braucht er Turners Leiche, die Wallace mit wachsendem Fahndungsdruck verschwinden lässt.

Zitate

Wallace: „Ich konnte nicht anders. Ich musste ihn einfach umlegen.“

Collier zu Wallace: „Wenn Potts im Stande ist, einen lebenden Nigger in Kansas zu finden, findet er auch einen toten Weißen in deinem Sumpf.“

Strickland (Stuart Culpepper): „Wissen Sie nicht, wo Sie sind? Sie sind ins ‚Kingdom‘ eingedrungen!“ – Potts: „Ich lache über euer ‚Kingdom‘.“

Die Kritik des Gunslingers:

Angelehnt an einen wahren Fall, entstand dieser richtig aufwändig produzierte, phasenweise richtig spannende TV-Film. Der Streifen hätte mit gleicher Berechtigung aber auch in unserem „Strafraum“ landen können. Bis auf kleinere Stockfehler, siehe dazu auch IMDb, sorgt die sorgfältige Ausstattung für eine dichte und glaubwürdige Atmo. Klamotten, Interieurs, selbst mit Abstrichen die Autos wirken nicht wie aus dem Fundus zusammengesucht, sondern wie „echte“ Gebrauchsgegenstände. Für einen Fernsehfilm schon bemerkenswert.
Letztlich geht’s auch hier wieder um einen klassischen Konflikt: der sich für unangreifbar haltende Großbürger gegen einen lästigen, pflichtbewussten und integren „kleinen“ Beamten. Wallace ist dabei der Typ, der meint, sich alles leisten zu können: von der Bestechung bis zur Selbstjustiz. Seine Familie herrscht seit Generationen über den Bezirk. John ist ein Produkt dieser Herkunft und glaubt an seine qua Tradition zementierte uneingeschränkte Macht: Menschen sind für ihn reine Verschiebemasse, bewertet nach ihrem potenziellen Nutzen für das „Kingdom“: als Arbeitskraft oder Handlanger. Mord und Folter inbegriffen. Dabei hält er sich für einen guten Menschen, weil er das Kirchengestühl gespendet hat, regelmäßig beten geht und auch sonst gönnerhaft mit viel Tamtam als Wohltäter auftritt.
Dagegen steht Sheriff Potts: eine Arbeitsbiene, der wie ein Bluthund so lange an einem Fall dranbleibt, bis er gelöst ist. Dementsprechend weist der Abspann darauf hin, dass der wackere Sheriff bis zu seiner Pensionierung jeden seiner Fälle gelöst hat. Im Gegensatz zu Wallace ist er wirklich jemand mit Empathie und Interesse, ohne dieses an die große Glocke zu hängen. Sehr nett etwa die Szene, in der Potts im Drugstore einen Jungen beobachtet mit offenkundig viel zu kleinen Schuhen, der dieses aber „mannhaft“ erträgt. Daraufhin schickt er seinen Bruder James (Earl Hindman), ebenfalls Bulle, los, um für den Kurzen neue Schuhe zu kaufen, die sich dessen Eltern nicht leisten können: „Aber lass sie nicht wissen, dass sie von mir sind.“
Damit lässt sich der Streifen eingrenzen auf die Konfrontation zwischen Andy Griffith und Johnny Cash. Während ersterer zwar auch als Musiker unterwegs war, lag sein Schwerpunkt schon auf der Schauspielerei – vor allem im TV und auf der Bühne. Hierzulande bekannt geworden ist Griffith durch die Fernsehserie „Matlock“. Dagegen war Cash natürlich in erster Linie Musiker, den es aber immer wieder vor die Kamera zog. In einer Nebenrolle ist Cashs Ehegespons June Carter zu sehen: kaum erkennbar unter ihrer Maske als Medium Mayhayley Lancaster.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10