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Kein richtiger Trailer, aber immerhin ein paar bewegte Bilder zur Morricone-Musik (Zwinkern)

Info

OT: 
Le Sécret

AT:
Il Segreto

Jahr: F/I 1974
R, B:
Robert Enrico
B:
Pascal Jardin
K:
Etienne Becker
M:
Ennio Morricone
D:
Jean-Louis Trintignant, Marlène Jobert, Philippe Noiret, Jean-François Adam

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Davide (Jean-Louis Trintignant) ist Insasse in einem verließartigen Psycho-Knast, als es ihm gelingt, einen Wärter (Antoine Saint John) zu erledigen und das gastfreundliche Etablissement auf dem Fluchtweg zu verlassen. Er erreicht das nahe Paris, wo er Greta (Solange Pradel) aufsucht, einen One-Night-Stand aus glücklicherer Zeit. Von ihr erfährt er nicht nur, dass er erst 15 Tage verschwunden war, sondern pumpt sich auch Kies, da er weder die eigene Butze noch seine Bank aufsuchen könne.
Mit dem Zug setzt er sich in die Provinz ab, um sich zu verstecken. Hier trifft er zufällig auf den Schriftsteller Thomas (Philippe Noiret) und seine Frau, die Bildhauerin Julia (Marlène Jobert). Das Aussteiger-Pärchen wittert den Seelenverwandten und nimmt den so verschreckten wie verschlossenen Davide auf. Mit der Zeit rückt der Gast dann doch mit Informationen in homöopathischer Dosis raus. Er erzählt von Gefangenschaft und Folter, die ihm ein zufällig erfahrenes, staatstragendes Geheimnis eingebracht habe, entwickelt Verschwörungstheorien und orakelt akute Lebensgefahr für alle, die ihn kennen. Während Julia in Davide bald nur den eloquenten Spinner mit Verfolgungswahn sieht, glaubt ihm Thomas seine Geschichte.
Zu dritt machen sie sich gegen den Widerstand Julias auf an den Atlantik, wo Thomas Davide per Boot über die spanische Grenze bringen will. Der wird im Lauf der Tour immer verhaltensauffälliger.

Zitate:

Julia: „Thomas stellt keine Fragen. Er weiß alles. Er ist so auf die Welt gekommen.“

Julia: „Hast du keine Angst?“ – Thomas: „Dafür bin ich zu dick.“

Davide: „Sie haben nur eine winzige Chance zu überleben: wenn ich tot bin.“

Julia: „Und wenn er verrückt ist?“ – Thomas: „Und wenn er’s nicht ist?“ (Dieser Dialog bringt eigentlich den ganzen Film auf den Punkt)

Die Kritik des Gunslingers:

Der fulminante Paranoia-Thriller, startet mit einer ruhigen, aber intensiven Foltersequenz im geheimen Kellerknast: Wir sehen Davide, festgeschnallt, während auf seinen Kopf aus dem Schlauch eines Tropfes mit entsetzlicher Regelmäßigkeit Tropfen fallen. Stammt, glaube ich, von den alten Chinesen. Damit stellt sich von Anfang an ein Bedrohungsszenario ein, das der Streifen bis zu seinem Ende durchhält.
Auch später gibt es zumindest im ersten Film-Drittel ab und an kurze, stumme, monochrom-sepiafarbene Rückblenden aus Davides Knastzeit: Befragungsszenen, Water-Boarding. Auch die erwähnte Eingangssequenz ist eine Rückblende und damit von zweifelhaftem Wahrheitsgehalt ;-). Das wird übrigens unser einziger „Wissensvorsprung“ bleiben, den wir gegenüber seinen Gastgebern haben werden. So können wir uns hervorragend einlassen, auf das Gefühlschaos, was Davides Angst und später die Geschichten in Thomas und Julia anrichten. Haben wir es mit einem Wahnsinnigen zu tun, oder existieren die von Davide düster angedeutete Staatsverschwörung und damit die Lebensgefahr für dessen gesamtes Umfeld tatsächlich.
Es gibt tatsächlich jede Menge Indizien, Auffälligkeiten, die Davides Geschichten zu bestätigen scheinen: dräuend kreisende Hubschrauber über dem ansonsten einsam gelegene Anwesen des Paares, Bullen-Präsenz im kleinen Ort in der Nähe, ein seltsames Militärmanöver direkt am Haus, Straßensperren auf dem Weg an den Atlantik. Doch immer wieder reißt der Streifen gewonnene Sicherheit wieder ein: Hier gibt es eine plausible Erklärung, dort spricht das selbstfixierte und kompromisslose Agieren Davides eher für eine handfeste Macke des Gutsten als für einen Top-Geheimnisträger auf der Flucht.
Der Streifen lenkt uns immer wieder geschickt in die Position Julias, die zu guter Letzt als einzig Rationale des Trios erscheint, während sich Davide und Thomas offensichtlich in ihrer gemeinsamen, höchst ansteckenden Paranoia verloren haben. Bis zum Schluss die Auflösung präsentiert wird, ist jedenfalls alles möglich. Dazu kommen eine feine Kamera sowie der vor allem Piano- und Streichergetragene Score von Ennio Morricone, einmal mehr fabulös unterstützt durch die Chanteuse Edda Dell’Orso. Zu guter Letzt will ich natürlich die formidablen Darsteller nicht ganz unerwähnt lassen. Höchstnote.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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