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Schwaches Alibi

Ein paar Szenen mit der entzückenden Gloria Grahame.

Info

OT: 
Naked Alibi

Jahr: USA 1954
R: Jerry Hopper
B: Lawrence Roman
K: Russell Metty
M: Joseph Gershenson
D: Sterling Hayden, Gene Barry, Gloria Grahame, Billy Chapin

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Eine ungeklärte Raubserie liegt den Bullen um Chief Joe Conroy (Sterling Hayden) schwer im Magen, zumal parallel eine Pressekampagne läuft, die „Polizeigewalt“ anprangert. Als die Cops den angetrunkenen Bäcker Al Willis (Gene Barry) festsetzen, fängt er auf der Wache an, zu randalieren. Dafür setzt’s ein paar Maulschellen, worauf der Handwerker Revanchedrohungen gegen die Beamten ausstößt.
Noch in der gleichen Nacht – die Polizei muss den bis dato unbescholtenen Willis wieder laufen lassen – kommt Lieutenant Parks (Max Showalter), der Willis festnahm, durch ein paar Kugeln unter die Räder. Al fährt wieder ein. Doch er hat nicht nur einen guten Ruf, sondern auch ein wasserdichtes Alibi. Unter dem Druck seiner Vorgesetzten setzt ihn Conroy zähneknirschend auf freien Fuß, obwohl er von seiner Schuld überzeugt ist. Als noch zwei Beamte durch eine Autobombe ins Gras beißen, verliert Conroy, der fast schon fanatisch nach Beweisen gegen Willis sucht, die Selbstbeherrschung. Das Resultat: Conroy fliegt wegen Brutaltät im Dienst.
Doch Aufgeben ist seine Sache nicht: Zusammen mit seinem Kumpel Matthews (Don Haggerty), der eine Detektei leitet, organisiert er eine offene Beschattung, um den Verdächtigen unter Druck zu setzen. Das gelingt, und um Ruhe zu finden, setzt sich der nach Border City ab, einem Amüsier-Nest an der mexikanischen Grenze. Conroy bleibt indes an ihm dran wie eine Fliege an der Scheiße …

Zitate

Willis: „Was erwarten Sie zu finden?“ – Conroy: „Uns genügt eine Mauserpistole oder ein bisschen Sprengstoff.“

Conroy: „Willis ist ein Psychopath.“ – Matthews: „Ein paar Leute dachten das auch von dir.“

Die Kritik des Gunslingers:

Kleines Noir-Thrill-O-Dram, das aber etwas an Wert verliert durch seinen Perspektivwechsel ab Mitte des Films. Mal abgesehen von den fehlenden Rückblenden haben wir anfangs einen klassischen Noir, der thematisch Besessenheit in den Mittelpunkt stellt. Sterling Hayden ist der knüppelharte Bulle, der für seinen Job lebt und dabei öfter mal über die Stränge schlägt, wenn’s der Sache dient. In diesem Zusammenhang hebe ich mahnend den Zeigefinger, denn allzu unkritisch rechtfertigt der Streifen das Vorgehen der Polizei, das dann ruhig auch mal ein paar Ohrlaschen beinhalten darf. Trifft ja schließlich meist die Richtigen. Die Pressekampagne in diesem Kontext kriegt hier sehr schnell das Etikett „Sensationsmache“ aufgepappt.
Der Film bietet keine Identifikationsfiguren an, denn sowohl der Polizist als auch sein Gegenspieler sind Unsympathen. Während im ersten Teil der Cop das Kapitel Obsession besetzen darf, zeigt in
Border City der brave Bäckersmann sein Janusgesicht. Das kommt unverhofft, ist nicht sauber hergeleitet und schwächt den Streifen, passt aber zugleich in seine Intention, eine Lanze für die Polizei zu brechen.
Atmosphärisch, wie bereits
angedeutet, gibt’s nicht viel zu deuteln: Lowkey-Beleuchtung, starke Licht-Schatten-Kontraste und die zu Beginn undurchsichtige Gemengelage sind purer Noir. Letztere löst sich dann leider viel zu schnell auf, und es werden klare Fronten geschaffen. Der Cast ist gut besetzt. Sterling Hayden nimmt man den fanatischen Cop ohne mit der Wimper zu zucken ab, ein Typ, der erst draufhaut und dann fragt. Seltener im Genre in Erscheinung getreten, sondern eher im Fernsehen verhaftet, war Gene Barry. Wirklich gut seine Wandlung vom Paulus zum Saulus *lach. Und Gloria Grahame, im Noir vor allem auf Leiden als auf Femme fatale festgelegt, hat’s auch hier wieder richtig schwer.

Rating: $$$

Splatter:

1/10

 

 

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